Alle Beiträge von Andra

Schafe, Hühner und ein Rekord 

Am schönsten finde ich es, ein offizielles Ziel für eine Radtour zu haben anstatt nur einfach in der Gegend herum zu fahren. Und das war gestern gegeben und zwar so:

Der Sohn verbringt in diesem und im nächsten Schuljahr ziemlich viel Zeit auf einem Bauernhof. Achtmal fünf Tage, in denen die Kinder außerschulisch lernen, wie es heißt. Die Kochgruppe kümmert sich um fünf Mahlzeiten für die Arbeitsgruppen. Die Tierversorgungsgruppe versorgt die Schafe und sammelt die Eier aus dem Hühnermobil. Sie werken und werkeln, sie lernen über Landwirtschaft und Gemüse und lauter Zeug, was das typische Stadtkind nicht automatisch mitbekommt. Und Kinder kommen weg von daheim und lernen Selbständigkeit. In den ersten beiden Wochen hat sich jeder auch noch einen sensationell schönen Grünholzhocker gezimmert, was uns Eltern wirklich stolz machte. Damit wir Eltern sehen, wo unsere Kinder sind und  was sie machen, während wir daheim die sturmfreie Bude genießen, gab es ein Hoffest.

Siebzig Kilometer von daheim Richtung Berge am Kochelsee. Perfekte Strecke für das Rad. Der Sohn organisiert sich eine Mitfahrgelegenheit, ich backe noch schnell den obligatorischen Elternkuchen, packe ihn zusammen mit ein paar Zivilklamotten dem Sohn zum Mitnehmen ein, und dann fahren der Mann und ich los. Drei Stunden haben wir Zeit. Die halbe Stunde Puffer ist leider schon verpufft bevor wir wegkommen. Schafe, Hühner und ein Rekord  weiterlesen

Stadtrundfahrt mit Mission

Gestern war Ride of Silence-Tag. Hatte ich erwähnt, oder?
Treffpunkt um sechs im Norden der Stadt. Vorher noch aus der Arbeit im fernen Osten in Giesing (mittlerer Osten) den Sohn einsammeln. Ich habe ihn dazu verdonnert überredet mitzufahren.
Von dort einmal mitten durch die Stadt. Schönes Wetter und Feierabendzeit treiben Myriaden RadfahrerInnen auf die Straße bzw. Radwege. An den Ampeln und Kreuzungen ballen sie sich. Überholen, biegen ab, halten an, kümmern sich wenig um die hinter ihnen. Nicht alle natürlich, aber ganz schön viele.

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Throwback und Blick nach vorn

Wenn aktuell nicht viel los ist, dann muss man sich an aufregendere Zeiten erinnern. Und das kann ich seit gestern ausführlich tun. Gestern vor einem Jahr begann am südlichen Bodensee nämlich meine große Tour durch Deutschland. Heute vor einem Jahr war ich zwischen Schaffhausen und Basel unterwegs. Das Wetter war heute wie damals auch deutlich zu nass, was aber der authentischen Erinnerung recht zuträglich ist.

Natürlich erinnere ich mich das ganze Jahr schon immer wieder an unterschiedliche Aspekte meiner Tour. An Gefühle, an Gerüche, an Orte oder an Menschen. Throwback und Blick nach vorn weiterlesen

Following

Seit Freitag Abend hänge ich gespannt am Internet, um kleinen blauen Fähnchen zuzusehen, wie sie sich langsam auf einer Landkarte von Frankfurt/Main nach Berlin bewegen. Dahinter stecken etwas 70 Radfahrer und – fahrerinnen, die mit dieser Fahrt dem Flug der Rosinenbomber während der Luftbrücke huldigen. Die Fahrt nennt sich Candy B. Graveller und beginnt beim Luftbrückendenkmal in Frankfurt und endet bei seinem Pendant am Tempelhofer Feld.

Candy B. Graveller 2017. Luftbrücke nachempfunden im Track

Und dazwischen liegen 660 Kilometer Herausforderung, denn wie der Flugkorridor ist die Streckenführung auch eher geradlinig. Ohne Rücksicht auf Berge und ohne Berücksichtigung eventuell einfacher zu fahrenden Umwege, wie mir manchmal scheint. Die meisten Fahrer haben einen Chip implantiert, der sie auf einer Landkarte immer sichtbar macht. Namentlich verfolge ich Jochen , den ich schon aus dem RL kenne, bevor wir zu Bloggern wurden. Und Joas, den Kettenpeitscher, dessen Blog ich gerne lese, und der eine oder andere Name kam mir auch sonst noch bekannt vor.

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Schatz, hast du deine Pillen genommen? 

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Der Mann muss ran und zwar als Testperson. Ich frage an, ob er Lust hat ein Nahrungsergänzungsmittel aus Aminosäuren zu testen. Und ja, das Mittel ist schon am Markt zugelassen und er ist nicht der erste, der das zu sich nimmt. Es schadet also nicht. Im Gegenteil, es sollte eher gut für ihn sein.

Wir machen uns schlau und lernen, dass die richtige Kombination von L-Leucin, L-Valin, L-Isoleucin, L-Phenylalanin, L-Lysin, L-Threonin, L-Methionin und L-Tryptophan ganz schön gesund ist, unter anderem, für Sportler, Vegetarier und Senioren. Umso mehr natürlich dann für sportlich ambitionierte Vegetarier jenseits der Fünfzig, auch wenn das erst der Anfang des Seniorentums ist. Man kann nie früh genug beginnen, den Tatsachen ins Auge zu sehen.

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Einundzwanzig von dreißig – fast geschafft!

30 Tage im April. 30 Days of Biking. Fast geschafft. Tag 21 ist morgen und ich bin tatsächlich jeden dieser Tage auf dem Rad gesessen. OK, Tag 13 waren nur ein paar hundert Alibimeter, dafür waren auch ein paar richtig lange Touren dabei.

Bis jetzt macht das 660 Kilometer, allein im April, mit durchschnittlich 33 Kilometer pro Tag. Zwischendurch dachte ich ja, ich schaffe die 1.000 Kilometer, aber Wetter und Termine machen mir es schwer. Mal sehen.

Hier sind übrigens die Bilder meiner Motivationsseite auf Facebook (inzwischen gelöscht). Allein dafür hat es sich schon gelohnt, denn Fahrrad-Bilder machen Spaß. Und bei der Gelegenheit erwähne ich nochmal so am Rande meine Spendenaktion für World Bicycle Relief. Vielleicht gibt es ja doch jemanden, der/die ein paar Euros dafür übrig haben. Das würde mich freuen und mehr wahrscheinlich, das Mädchen, was das neue Rad dann bekommt.

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Dahme, Gurken und Bergbau

Ostern = Feiertage = freie Tage = Kurzurlaub. Mich hat die Radreiselust schon lange im Griff, insbesondere seit ich auf Instagram den Fernreisenden folge,  und der Mann hat auch mal wieder Lust auf ein Türchen/Tourchen. Weil wir am Karfreitag Termine in Berlin haben, beginnen wir unsere Tour halt dort. Angedacht ist Dresden als Ziel, weil wir von da einigermaßen zuverlässig wieder mit dem Zug heim kommen. Der ADFC empfiehlt für Berlin-Dresden eine gut ausgeschilderte Tour, der wir folgen wollen.

Tag 1: Köpenick bis Lübbenau

In Köpenick beginnt unsere Reise mit dem Dahmeradweg, der dort endet. Er führt uns durch so noblige Gegenden wie Grünau oder Schmöckwitz. Immer wassernah und rudersportgeprägt. Dann durch Königs Wusterhausen und bis Märkisch Buchholz. Meist geradeaus, gut ausgeschildert und ohne großen Kopfeinsatz zu fahren. In größeren Orten leitet uns der Radweg ab und zu weg von der Hauptstraße, was unweigerlich zu Kopfsteinpflasterreiten führt. Ich stelle mir Paris-Roubaix vor und alles ist nicht mehr so schlimm. 

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Geschlaucht

Rennradsaisonauftaktfahrt in der Sonne! Das war der Plan für Samstag. Und? Was soll ich sagen: Vorgenommen, geplant und durchgeführt. Schnell noch die Familie mit Mittagessen versorgen, umziehen und los geht es. Geplant waren 70 Kilometer in den Münchner Osten: Ebersberg, Markt Schwaben, Speichersee und  zurück.

Gleich die ersten Kilometer machen solchen Spaß zu fahren, dass der direkte Weg nach Ebersberg gleich mal einen Knick über Purfing bekommt.  Auf den geraden Strecken bin ich für meine Verhältnisse richtig schnell unterwegs mit über 25 km/h. Der Schnitt wird in den Ortschaften heruntergezogen, weil ich mich da oft nicht so schnell traue, oder weil der Radweg unerwartet endet und auf der anderen Straßenseite weitergeht. Und natürlich die Hügel, die ziehen ihn auch runter, obwohl sie ja für das genauer Gegenteil stehen (sorry, schlechter Kalauer).  Aber sonst flutscht es richtig gut, und  ich habe langsam das Gefühl, dass die inzwischen gut eintausend Kilometer, die ich in diesem Jahr schon abgestrampelt habe, langsam Wirkung zeigen. Und es hilft sicher auch, vorher nicht ein paar Stunden in Sauna und Schwitzbad gehockt zu haben.

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Ein Familiendings

Der Sohn hat die Liebe zum Radeln entdeckt.  Das liegt vielleicht auch an seinem neuen Rad. Nachdem er sich jahrelang auf einem geerbten Mountainbike, das inzwischen auch ein wenig zu klein war, abmühte, haben wir ihm jetzt mal ein gutes Rad gegönnt. Er wollte ausdrücklich kein Mountainbike, sondern ein Rennrad. Der Kompromiss zwischen schnell und alltagstauglich ist ein Cyclocrosser.  Und jetzt macht es uns Eltern auch tatsächlich mehr Freude mit ihm zu fahren. Kein Genörgel mehr und wir kommen gut voran. Allein deswegen hat sich die Investition schon gelohnt.

Sohn auf Rad im Stadtwald

Aber auch, weil der Sohn und ich in den Pfingstferien Großes vorhaben. Wir wollen eine größere und längere Radtour machen, mit Tagesetappen von 40 bis 60 Kilometern. Für mich ist das jetzt nicht sooo die Herausforderung, aber für einen Zwölfjährigen, der bis jetzt keine großen Touren gefahren ist, schon. Deshalb fing am Samstag das “Langstrecken”-Training an. Ich sage dreißig Kilometer an. Der Sohn fällt erstmal in Ohnmacht und wird ein bisschen hysterisch, merkt aber dann schnell, dass mit seinem Rad diese Distanz easy zu machen ist.  Am Ende waren es 33 Kilometer in knapp zwei Stunden, und der Sohn platzte vor Stolz. Ein Familiendings weiterlesen

Saunen und Sausen

Heute hat es den Mann dann auch erwischt. Er ist “im Club”, in der zweiten Hälfte angekommen, oder ein Rüstiger Fünfziger.  Er hat sich den Tag freigenommen und sich ein richtiges Männergeburtstagsprogramm zusammengestellt, und ich bin eingeladen mitzumachen: Morgens will er mit dem Rad in die Berge nach Tegernsee radeln, um in der dortigen Seesauna zu wellnessen und nachmittags mit dem Zug heimfahren.

Blick über den See, Berge am anderen Ufer, Holzbank und Tisch im Vordergrund
Der Tegernsee ist schön

Ich schlage eine winzigkleine Änderung vor, nämlich morgens mit dem Zug hin und heimwärts radeln, weil es doch morgens noch so kalt ist (sagt eine mit amtlichem Winterradeldiplom). Denn eigentlich geht es mir nur um die Höhenmeter, die sind nämlich von Süd nach Nord deutlich angenehmer als anders herum. Das will ich aber nicht so laut sagen.  Der Mann lässt sich darauf ein und so sitzen wir heute um neun im Zug Richtung Tegernsee, und checken eine gute Stunde später ein. Der Mann als Geburtstagskind hat sogar freien Eintritt. Saunen und Sausen weiterlesen