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Rekord wegen Unvorbereitet

Irgendein General hat mal gesagt: wenn man irgendwo reingeht, muss man sich vorher überlegen, wie man wieder rauskommt.
Und weil ich das nicht getan habe, bin ich heute 55 Minuten und 6,2 Kilometer gelaufen.
Bisher bin ich ja nur in konzentrischen Kreisen um unser Haus durchs Wohngebiet gelaufen. Heute wollte ich mal das Biotop im nahen Gleisdreieck ausprobieren. Richtig schön ist es dort. Unberührte Natur, idyllische Industrieruinen. Halb vermorschte Bohlen laden zum Skipping ein. Und neben mir der Güterzug aus Österreich rattert freundlich.
Alles sehr nett. Nach einer halben Stunde war mein Intervallttaining vorbei, und der Weg endete dann auch unüberwindbar. Die erhoffte Unterführung habe ich nicht gefunden. Was bedeutet: den ganzen Weg zurück wie ich gekommen war. Wieder an den zerfallenden Bahnhäuschen und den Bohlen vorbei.
Und als ich daheim war, waren das dann die erwähnten über sechs Kilometer.
Wer hätte das gedacht noch vor drei Monaten?!

Nostalgisch

Gestern war mein erstes Schwimmtraining, ein Kraulkurs für Fortgeschrittene bei den Wasserfreunden. Und es war toll. Nostalgisch bin ich geworden, weil mich das alles so an meine Jugend erinnert hat. Ich bin als Kind und Jugendliche im Verein geschwommen – mit Turnieren und dreimal Training die Woche.

Die Übungen, die wir gestern gemacht haben, kannte mein Körper noch und alles war kein Problem. Bis auf die Kondition natürlich. Es war lustig zu sehen, wie manche der Mitschwimmer bei einigen Übungen regelrecht abgesoffen sind, weil ihnen die Technik fehlte. Hier habe ich eindeutig einen Vorsprung.

Die Trainingsbedingungen sind der reine Luxus: Eine ganze Bahn für zwei bis drei SchwimmerInnen allein. Rückenschwimmen geht, ohne dass man dauernd auf Quer- und Sonntagsschwimmer schauen muss. Grandios.
Genervt hat mich nur, dass meine Schulter rumzickt. Da muss die Ostheopatin nochmal ran.

Auf und ab mit Spaß

Wanderwochenende in der Rhön. Das erste Mal, dass ich mich drauf gefreut habe, weil ich wusste, dass ich nicht nur schnaufend und unter Schmerzen hinterher hinke. Und dem war auch so!
Sechzehn Kilometer im Mittelgebirge rauf und runter. Zwischendurch ein kleiner Sprint bergauf. Und immer noch in der Lage mich zu unterhalten.
Auch bergab bin ich nicht gehatscht wie eine alte Frau. So macht es Spaß.
Jetzt habe ich auch kein schlechtes Gewissen, weil ich gestern das Lauftraining habe ausfallen lassen.
Fazit: Sport ist nicht nur Mord.

Endlich Durchschnitt

Mein Freund Endo Mondo zeigt mir in meiner Statistik immer den Wert “Cooper”. Es hat eine Zeit gebraucht, bis ich wusste, was das ist. Der Cooper-Test gibt an, wieviele Kilometer jemand in zwölf Minuten schafft. Dieser Test wird z. B. hergenommen, um Schulnoten zu vergeben oder um die allgemeine Statistik einer Bevölkerung festzumachen. Bisher war ich in meiner Altersklasse “sehr schlecht” bis “schlecht. Aber heute, heute endlich, habe ich es in die “Durchschnitt”-Klasse geschafft.

Der Lauf hat sich eh schon gut angefühlt und ich bin in den “Low Intensity”-Intervallen für meine Verhältnisse richtig schnell gelaufen. Und jetzt habe ich einen Cooper von 1,59, was bedeutet, dass ich in zwölf Minuten 1,59 Kilometer gelaufen bin. Und insgesamt fünfhundert Meter schneller als vorgestern in den dreißig Minuten.
Hammer!

Knie hoch

Zweites Intervalltraining im Trainingsplan. Ich habe mich gefreut auf das Training. Ehrlich. Auch als es anfing zu schütten wie aus Eimern. Bis ich dann aber endlich soweit war, war der Regen zum Glück auch wieder weg, und ich bin los. Heute waren es zehn schnelle Intervalle à eine Minute. Lang genug um fertig zu sein und kurz genug um zu überleben.
Bei den schnellen Intervallen habe ich mal versucht, ein bissel Technik umzusetzen: Knie ein wenig höher und schon fühlt es sich mehr nach Laufen an und weniger nach Schlurfen.
In einem Intervall war tatsächlich mal eine 6 vor dem Pace-Komma. Der Schnitt war dann immer noch wie immer.

Trainingsplan tritt in Kraft

Mein Freund Endo Mondo hat einen Trainingsplan für mich ausgerechnet. Dafür musste ich ihm vorher meine Kreditkartennummer geben und für $19.90 sind wir jetzt Premiumfreunde.
Er hat mich gefragt und ich habe gesagt, das Ziel “Coach to 5K” fände ich ganz passend. Dann meinte er, bis Weihnachten braucht das schon und hat mir drei Trainings pro Woche eingetragen.

Heute war gleich das erste: 30 min in diversen Intervallen. Und weil ich nicht richtig gelesen habe, und auch die subtilen Tonsignal des Intervalltrainers erst gegen Ende des Laufs verstand, habe ich es gleich mal falsch angefangen. Die längeren Intervalle waren “Recovery”, die kürzeren sollte ich schneller laufen. Ich hab’s genau anders rum gemacht und meinen Puls ordentlich hochgetrieben. Geschadet hat das bestimmt nicht. Im Gegenteil, statt der veranschlagten 2,9 km habe ich 3,3 km geschafft.

Morgen habe ich frei und am Dienstag gibt es das nächste Intervall. Ich mag es ja gar nicht zugeben, weil es so gar nicht zu mir passt, aber mir macht das alles Spaß.

Nachtrag: Weil demnächst der Sommer auch hier vorbei sein soll, habe ich dann am Nachmittag noch eine Stunde Radtour angehängt. Zwanzig Kilometer mit einem Zwanzigerschnitt durch die Landschaft (ohne Berge, aber mit Ampeln). Für heute langt’s.

Lauf Eins nach dem Kurs

Jetzt ist es mir endlich gelungen: Einfach von zu Hause loslaufen. Eine halbe Stunde hatte ich mir vorgenommen, zweiundvierzig Minuten sind es geworden. Leider habe ich die fünf Kilometer nicht geschafft. Aber egal.
Beim Lauftraining habe ich gemerkt, dass ich am besten laufe, wenn mich jemand zuquatscht. Deshalb habe ich meinem Freund Endo Mondo heute den Pep Talk erlaubt. Alle zwei Minuten hat er (eigentlich sie, es war eine weibliche Stimme) mir erzählt, wie schnell ich in dieser Runde war mit allen Details. Das hat so lange gedauert, dass die nächsten zwei Minuten auch schon fast wieder um waren.
Was ich auch gemerkt habe: es ging nicht mehr nur ums reine Überleben. Auf dem letzten Kilometer habe ich versucht, die Schrittlänge zu vergrößern. Das hat schwupps gleich mal ein halbes km/h ausgemacht.
Natürlich habe ich das nicht lange durchgehalten, nicht mal zwei Minuten. Aber hier sehe ich mein Trainingspotenzial für die nächsten Male. Ein Schnitt mit einer Sieben vor dem Komma wär schon cool.

Zaungast

Jetzt habe mir live angesehen, was ich mir vorgenommen habe: einen Volkstriathlon. Und zwar den 3MUC Triathlon. Für mich bedeutete das erstmal gut zwanzig km nach Oberschleißheim zum Regattagelände radeln. Ich kam gerade recht zum Start der zweiten Gruppe. Boah, ging mir die Gänsehaut – wie eigentlich immer bei Großveranstaltungen, aber das hier war schon schön. Wenig Zuschauer, wohl nur Angehörige und Sportler aller Größen-, Alters- und Könnensklassen. Und die Räder waren unterschiedlich wie es nur geht. Hollandrad habe ich keines gesehen, aber sonst war von der Superhightech-Rennmaschine bis zum Treckingrad eigentlich alles dabei. Ebenso bei den Schwimmstilen. Die ersten waren nach etwa fünf Minuten mit den 400 Metern durch, da haben die hinteren Brustschwimmer noch nicht mal die erste Boje erreicht. Ich glaub, der/die langsamste hat so eine viertel Stunde gebraucht. Spannend fand ich auch die Wechsel. Auch hier wieder alles dabei: Räder, die die Schuhe schon an den Pedalen hatten und die Fahrer im Fahren in die Schuhe reingeschlüpft sind und andere, die sich erstmal nett umgezogen haben und dann auf ihr Rad gestiegen sind. Wirklich interessant anzusehen.

Ich nehme mir vor, nächstes Jahr hier auch dabei zu sein. Ja.

Back to normal

und das bedeutet Muskelkater.
Montag war ich das erste Mal nach dem Urlaub wieder beim Lauftraining. Diesmal haben wir Technik und Speed trainiert.
Technik war lustig und hat mir Spaß gemacht. Auf Zehenspitzen laufen und skipping und fersenandenpolaufen und vorwärts und rückwärts – und das alles barfuß auf der feuchten Wiese.
Dann den Steigerungslauf: auf 100 Metern immer schneller werden. Klar, ich war die letzte und langsamste, aber ich bin richtig schnell gelaufen! Das erste Mal seit fast dreißig Jahren auf der 100-Meter-Bahn. Bin fast sentimental geworden.

Und damit ich das alles nicht so schnell vergesse, kam dann auch gleich der Muskelkater. Hört das denn nie auf??

Noch zweimal ist Lauftraining. Wie geht es danach weiter? Die Laufschule bietet einen Training an – immer mittwochs. Ich weiß noch nicht, was ich machen soll. Irgendwie denke ich, dass ich jetzt auch alleine weitermachen kann mit dem Laufen. Ich muss mich halt zwingen zweimal in der Woche hier um den Acker zu laufen. Ich probier es einfach mal und wenn es nicht funktioniert, melde ich mich halt doch für das Training an.

Windsurfen zählt auch

Heute hab ich mich aufs Brett gestellt. Das heißt, redlich versucht hab ich’s. Der Erfolg war nicht ganz so toll. Ich habe mal wieder schmerzlich feststellen müssen, dass es meinen Knien noch lange nicht so gut geht, wie ich mir gerne einbilde.
Zum Stehen auf dem Brett bin ich immer ganz gut gekommen; aber dann die Füße umstellen ging gar nicht gut. Wie festgenagelt.
Und die “Abstiege’ ins knietiefe Wasser waren auch nicht eben geschmeidig. Als hätte ich Holzstöcke statt Gelenken. Das muss besser werden. Vielleicht gebe ich so einem Orthopäden doch noch eine Chance.
Mein Freund Endomondo meint übrigens, das Abenteuer hätte 1400 kcal gekostet. Ich bin geneigt, ihm zu glauben.