Archiv der Kategorie: Ausflüge

Mal für einen Tag oder etwas mehr weg von daheim. In die Berge oder nicht.

Saunen und Sausen

Heute hat es den Mann dann auch erwischt. Er ist “im Club”, in der zweiten Hälfte angekommen, oder ein Rüstiger Fünfziger.  Er hat sich den Tag freigenommen und sich ein richtiges Männergeburtstagsprogramm zusammengestellt, und ich bin eingeladen mitzumachen: Morgens will er mit dem Rad in die Berge nach Tegernsee radeln, um in der dortigen Seesauna zu wellnessen und nachmittags mit dem Zug heimfahren.

Blick über den See, Berge am anderen Ufer, Holzbank und Tisch im Vordergrund
Der Tegernsee ist schön

Ich schlage eine winzigkleine Änderung vor, nämlich morgens mit dem Zug hin und heimwärts radeln, weil es doch morgens noch so kalt ist (sagt eine mit amtlichem Winterradeldiplom). Denn eigentlich geht es mir nur um die Höhenmeter, die sind nämlich von Süd nach Nord deutlich angenehmer als anders herum. Das will ich aber nicht so laut sagen.  Der Mann lässt sich darauf ein und so sitzen wir heute um neun im Zug Richtung Tegernsee, und checken eine gute Stunde später ein. Der Mann als Geburtstagskind hat sogar freien Eintritt. Saunen und Sausen weiterlesen

Berlin und Berliner Fahrradschau 

Zwei Tage Urlaub und einen Grund in Berlin zu sein. Wetter soll einigermaßen werden. Also Fahrrad bepackt, Zug gebucht und Donnerstag angekommen. Für die Fahrt vom Bahnhof Südkreuz zu meinem Domizil in Köpenick überlasse ich das Denken komoot. Kopfhörer rein, Orientierungshirn ausschalten (besser: ausgeschaltet lassen) und der Fahrt hingeben. Eine gute Stunde später bin ich am Ziel. Vollkommen entspannt und der Meinung, dass die ganzen Horrormeldungen über die schlimmen Radfahrverhältnisse in Berlin nicht stimmen können. Die Radwege sind sehr breit, kaum zugeparkt und die Ausschilderung auch OK. Na gut, ab und zu gibt es ein paar sehr verfallene Abschnitte, bei denen es sich lohnt auf die Straße auszuweichen. Aber im Großen und Ganzen, nix zu meckern.

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Lost in Nordost

Violett glasierte Plätzchen auf einem Backbrett
Muss ja nicht immer alles Rot an Weihnachten sein

Tagelang schon versprach Wetteronline Sonne. Mittwoch, Donnerstag, Freitag. Immer hieß es “Morgen wird es schön.” Haha, alles gelogen. War aber egal, weil ich eh nicht aus dem Haus konnte. Aber heute dann. Dieser Samstag ist ein wahrer Sonnentag. Gegen Mittag  wird es sogar schon fast warm. Noch schnell ein paar Plätzchen glasiert, dann ab in die Thermohose, doppelt Socken, Fleece-Pulli, warmes Wasser in die Flasche. Reifendruck prüfen. Los.

Ich bin mutig und fahre mal nicht wie üblich nach Osten raus sondern nach Norden. Da waren wir schon mal mit dem Marathon-Mann unterwegs. Lost in Nordost weiterlesen

3 Touren, 2 Flüsse und 1 Fest

Dieses Jahr wird eingehen in meine Geschichte als das Jahr der Urlaube. Kaum zwei Wochen zuhause und schon wieder auf Achse.

Premium-Radweg
Premium-Radweg

Diesmal vier Tage in der Moseleifel, wie ein rühriger Tourismusverband die Region zwischen Eifel und Mittelmosel neuerdings nennt. Vor mehr als dreißig Jahren machte ich in Wittlich Abitur und das soll gefeiert werden. Also spendiere ich ein paar meiner zahlreichen Überstunden, verlängere das Wochenende um zwei Tage und nehme mein Radel mit.

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Härtetest gleich zu Anfang

Hier sind meine neuesten (und auch letzten) Teile Equipment für die Tour: Eine Sonnenbrille. Vor zwei Wochen rang ich mich durch und zwang mich so lange im Brillenladen zu bleiben, bis ich was gefunden haben würde. Es war schnell klar, dass es die typische Rad- bzw. Sportbrille nicht werden würde. Da käme ich mir einfach zu affig vor, die Brille zu tragen, ohne auf einem Rad zu sitzen. Am Ende wurde es dann ein recht stark gebogenes Gestell, was auch fast ganz abschließt. Was die geschliffenen Gläser wegen der starken Krümmung kosteten, mag ich gar nicht sagen. Naja, so hat jede ihr Handicap.

Wetteronline.de ist am pessimistischsten
Wetteronline.de ist am pessimistischsten

Die zweite Errungenschaft sind wind- und wasserdichte Socken. Die sehen auf dem Foto nicht so aus als würden sie passen, tun sie aber.  Meine Radschuhe sind natürlich nicht wasserdicht und die Überziehdinger, die ich noch hatte, taugen einfach nichts, und außerdem sind sie schwer und sperrig. Also suchte ich und fand im Internet den Hinweis auf diese Socken.

Und ich freu mich so, denn wie es aussieht, werde ich sie gleich am ersten Tag meiner Tour so richtig ausgiebig testen können. Je nach Wetterdienst, .de, .com, oder .ch, schwanken die Vorhersagen zwischen “ergiebigem Regen”, “Dauerregen” oder einfach nur “Regen” dafür aber mit “sehr frischem Westwind in Böen stürmisch”.  Oder eine Mischung aus allem.

Wir werden sehen, ob die Socken halten, was sie versprechen. Die Sonnenbrille muss sich erst später beweisen.

Packprobe

Weil ich in der letzten Zeit öfter mal verwunderte Anmerkungen gehört habe: “Wie? Du hast noch keine Packprobe gemacht?” oder “Deine Packliste ist aber ganz schön lang. Wie lange willst du denn weg sein?”, mache ich mich heute mal an die Packprobe.

Und damit der Sohn auch was davon hat, gestalten wir es multimedial. Um es vorweg zu nehmen. Es passt alles auf der Liste rein und ich könnte sogar noch eine Jeans mitnehmen.

Kein Kindergeburtstag

Nach der kleinen Rundfahrt mit dem Rennrad gestern, halte ich es heute für eine gute Idee, wieder das Giant auszufahren. Weil ich die neue Packtasche ausprobieren möchte und weil ich meinen Po etc. bestmöglich an das Rad gewöhnen möchte.

Soweit so vernünftig. Allerdings weiß ich nicht, was mich geritten hat, als ich beschloss mal die Isar hochwärts, also südlich Richtung Berge zu fahren. Isarradweg abhaken? Gefälle am Ende als Belohnung für Schinderei am Anfang? Ein bissel offroad als Test, was auf meiner Tour noch geht und was nicht mehr? Oder einfach nur zuviel Morgensonne aufs Hirn?  Kein Kindergeburtstag weiterlesen

Neue Wasserwege

Irgendwie kommt immer alles anders als wie man denken tut. Den März hatte ich mir ja vorgestellt hauptsächlich auf dem Rad. Kilometerüben, Rücken trainieren, zwischendurch ein wenig Krafttraining und auch mal den einen oder anderen Kilometer schwimmen. Tja, dachte ich, wie gesagt, dachte ich. Jetzt ist der März vorbei und nix war’s. Der März bestand aus außergewöhnlich viel Arbeit, durchsetzt mit insgesamt zwei ordentlichen Erkältungen mit entsprechender Rekonvaleszenz und einer Reise nach Berlin. Neue Wasserwege weiterlesen

Radfahren im Dezember

Zweiter Advent. Leichter Schneefall hat über Nacht die Tannenspitzen überzuckert. Auf unserem Sonntagsspaziergang beobachten wir, wie der See beginnt an den Rändern zuzufrieren. Die Nasen sind von der Kälte rot und ein Tröpfchen hat sich hartnäckig festgesetzt. Bei Einbruch der Dunkelheit erreichen wir einen Weihnachtsmarkt und wärmen uns Hände und Bauch mit einem heißen Glühwein.
Soweit die Theorie. In der Praxis sind es draußen gut zehn Grad, und die Sonne knallt. Die Familie verweigert gemeinsames weihnachtliches Plätzchenbacken, und so sehe ich zu, dass ich diesen Tag bestmöglich ausnutze. Mein Rennrad hatte bisher noch keine Jahresabschlussfahrt und fühlte sich überhaupt ganz schön vernachlässigt in den letzten Monaten. Das will ich heute gut machen.
Ich präpariere mich also mit Thermoradhose und Merino-Shirt unter der Windjacke, eine Entscheidung, die ich recht schnell bereue. Ich schwitze mich fast tot, mag aber nicht umdrehen, weil das Radeln wieder so wahnsinnig Spaß macht. Wieso habe ich das Rennrad eigentlich so lange nicht mehr gefahren?
Ich rase dahin und schaffe auf den ersten zehn Kilometern tatsächlich einen Schnitt von um die 27 km/h. Und das mit Ampeln und Kreuzungen, und ohne Rückenwind und Windschatten. Ich bin begeistert.
Meine Runde wird immer größer, weil ich einfach nicht umdrehen mag. Immer weiter in eine Richtung. So wird es auf meiner großen Radtour 2016 auch sein. Darauf freue ich mich.
Heute geht das aber nicht. Irgendwann muss ich abbiegen, um den Bogen heim hinzukriegen. Als ich nach gut drei Stunden daheim ankomme, zeigt der Tacho 75 km an. Mein Gesicht ist rot wie nach einem Tag am Strand und meine Laune bestens. Ich glaube, dem Rad hat unsere Jahresabschlussfahrt auch gefallen. Radfahren im Dezember weiterlesen

Abseits ins Mittelalter

Ein Wochenende auf der Straße: Der Sohn muss von seiner Landverschickung in der Rhön abgeholt werden, denn die Ferien sind vorbei. Ich fahre mit dem Auto, weil ich auf dem Rückweg Äpfel und Apfelmost in größeren Mengen mitnehmen soll. Auch noch ein letztes Eimerchen Honig, das entstand, bevor der Schwiegervater seine Imkerei abgab. Wir werden ihn mit ausreichend Andacht verzehren, den Honig.

Sommer am See im November
Sommer am See im November

Auf jeden Fall langweilt mich der Gedanke an die 350 Kilometer, die ich schon so oft gefahren bin. Ich suche nach Abwechslung und beschließe einen kleinen Abstecher zu machen: Wolframs-Eschenbach. Im Kreis Ansbach in Franken. Irgendwie ist mir dieser Name in den letzten Tagen in den Kopf gepoppt und lässt mich nicht mehr los. Wir waren vor vielen Jahren schon mal da und ich will meine Erinnerung auffrischen.

Gegenlichtaufnahmen: Altes Rathaus
Gegenlichtaufnahmen: Altes Rathaus

Wolframs-Eschenbach hieß die meisten seiner Jahre nur Eschenbach. Seit dem dreizehnten Jahrhundert mit Stadtrechten versehen, gibt es den Ort natürlich schon ein gutes Stück länger. Vor gut hundert Jahren haben die Stadtoberen beschlossen, dass ihr Eschenbach das Eschenbach von Wolfram von Eschenbach sei. Konnte keiner was dagegen sagen, weil keiner genau weiß, wo Wolfram her ist, und er selbst hat sich auch nicht dazu geäußert. Abseits ins Mittelalter weiterlesen