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Bammel

Heute Abend ist ja wieder Lauftraining – das zweite. Mein Muskelkater hat inzwischen Fahrt aufgenommen, und ich eier ganz schön durch die Gegend. War trotzdem gestern auf dem Crosstrainer und das ging sogar ganz gut. Waren wohl andere Muskeln beteiligt.
Mehr Angst als vor dem Muskelkater habe ich eigentlich vor dem Blamage-Faktor: wieder die letzte, wieder die, die am meisten schnauft und der das Wasser runterläuft. Könnte mir egal sein, weil ich ja dort niemanden kenne, aber ist es doch nicht.

Wirklich enttäuscht war ich beim letzten Mal von meiner Kondition. Ich dachte, ich hätte viel getan in der letzten Zeit. Endomondo, mein Sportstracker, verzeichnet für den Juni 277 Rad-Kilometer und im Juli waren es sogar knapp über 400 Kilometer. Ich geb zu, da waren auch gemütliche Stadtfahrten dabei, aber bewegt habe ich mich doch; im Juli wurden 26 Stunden getrackt.

Da kommt dann die Frage: Was ist genug? Eine Stunden pro Tag – durchschnittlich oder wirklich? Ich glaube, in diesem Sommer mache ich einfach mal so weiter. Radfahren was/wenn’s geht. Den Laufkurs überleben und dann vielleicht noch einen im Anschluss. Und im Winter wollte ich dann wieder mit dem Schwimmen weitermachen, zunächst noch allein. Und dann sehe ich mal im nächsten Frühjahr, wo ich stehe. Und wie es weitergehen kann mit dem Training.

1. Lauftraining

Heute war mein erstes Lauftraining: Sowas wie “Laufen für Dummies”. Aber die anderen Teilnehmer sahen gar nicht so aus wie ich. Alle stramme Wadln, keine Speckwurst um den Bauch. Aber egal.
Nach diversen Vorreden ging es los: Zwei Minuten Laufen. OK, dachte ich, schaff ich. Zumindest ein Mal. Oh Mann, unglaublich, wie lang zwei Minuten sein können, und was alles in dieser Zeit passieren kann: Schienbeinmuskel verkrampfen, Lunge pfeift, Oberschenkel fangen das Brennen an. Und das alles in Z-W-E-I Minuten. Natürlich war ich die letzte der Gruppe, beim Ausruhgehen habe ich mich dann wieder gefangen. Aber dann nochmal das gleiche und nochmal. Mir lief das Wasser runter und ich schnaufte, aber ich bin nicht zusammengebrochen. Die Dehn- und Laufübungen auf (sehr) kurzer Strecke habe ich gut hingekriegt. Und dann wieder diese Zwei-Minuten-Dinger. Aber, hey, ich hab’s geschafft, drei Mal zwei Minuten laufen. Als ich schon schlapp machen wollte, kam der Trainer von hinten: “Noch 30 Sekunden”. Hat geholfen. Ich hab durchgehalten. Und dann bin ich geplatzt – vor Stolz. Das Heimradeln habe ich dann auch ganz gut geschafft. Mit kuschelig warmen Oberschenkeln, schwer wie Blei.
Ab in die Badewanne – kaum mehr rausgekommen – im Bett gelegen, bewegungsunfähig aber glücklich. Freu ich mich etwa auf Donnerstag?!