Archiv der Kategorie: Radfahren

Schafe, Hühner und ein Rekord 

Am schönsten finde ich es, ein offizielles Ziel für eine Radtour zu haben anstatt nur einfach in der Gegend herum zu fahren. Und das war gestern gegeben und zwar so:

Der Sohn verbringt in diesem und im nächsten Schuljahr ziemlich viel Zeit auf einem Bauernhof. Achtmal fünf Tage, in denen die Kinder außerschulisch lernen, wie es heißt. Die Kochgruppe kümmert sich um fünf Mahlzeiten für die Arbeitsgruppen. Die Tierversorgungsgruppe versorgt die Schafe und sammelt die Eier aus dem Hühnermobil. Sie werken und werkeln, sie lernen über Landwirtschaft und Gemüse und lauter Zeug, was das typische Stadtkind nicht automatisch mitbekommt. Und Kinder kommen weg von daheim und lernen Selbständigkeit. In den ersten beiden Wochen hat sich jeder auch noch einen sensationell schönen Grünholzhocker gezimmert, was uns Eltern wirklich stolz machte. Damit wir Eltern sehen, wo unsere Kinder sind und  was sie machen, während wir daheim die sturmfreie Bude genießen, gab es ein Hoffest.

Siebzig Kilometer von daheim Richtung Berge am Kochelsee. Perfekte Strecke für das Rad. Der Sohn organisiert sich eine Mitfahrgelegenheit, ich backe noch schnell den obligatorischen Elternkuchen, packe ihn zusammen mit ein paar Zivilklamotten dem Sohn zum Mitnehmen ein, und dann fahren der Mann und ich los. Drei Stunden haben wir Zeit. Die halbe Stunde Puffer ist leider schon verpufft bevor wir wegkommen. Schafe, Hühner und ein Rekord  weiterlesen

Following

Seit Freitag Abend hänge ich gespannt am Internet, um kleinen blauen Fähnchen zuzusehen, wie sie sich langsam auf einer Landkarte von Frankfurt/Main nach Berlin bewegen. Dahinter stecken etwas 70 Radfahrer und – fahrerinnen, die mit dieser Fahrt dem Flug der Rosinenbomber während der Luftbrücke huldigen. Die Fahrt nennt sich Candy B. Graveller und beginnt beim Luftbrückendenkmal in Frankfurt und endet bei seinem Pendant am Tempelhofer Feld.

Candy B. Graveller 2017. Luftbrücke nachempfunden im Track

Und dazwischen liegen 660 Kilometer Herausforderung, denn wie der Flugkorridor ist die Streckenführung auch eher geradlinig. Ohne Rücksicht auf Berge und ohne Berücksichtigung eventuell einfacher zu fahrenden Umwege, wie mir manchmal scheint. Die meisten Fahrer haben einen Chip implantiert, der sie auf einer Landkarte immer sichtbar macht. Namentlich verfolge ich Jochen , den ich schon aus dem RL kenne, bevor wir zu Bloggern wurden. Und Joas, den Kettenpeitscher, dessen Blog ich gerne lese, und der eine oder andere Name kam mir auch sonst noch bekannt vor.

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Einundzwanzig von dreißig – fast geschafft!

30 Tage im April. 30 Days of Biking. Fast geschafft. Tag 21 ist morgen und ich bin tatsächlich jeden dieser Tage auf dem Rad gesessen. OK, Tag 13 waren nur ein paar hundert Alibimeter, dafür waren auch ein paar richtig lange Touren dabei.

Bis jetzt macht das 660 Kilometer, allein im April, mit durchschnittlich 33 Kilometer pro Tag. Zwischendurch dachte ich ja, ich schaffe die 1.000 Kilometer, aber Wetter und Termine machen mir es schwer. Mal sehen.

Hier sind übrigens die Bilder meiner Motivationsseite auf Facebook (inzwischen gelöscht). Allein dafür hat es sich schon gelohnt, denn Fahrrad-Bilder machen Spaß. Und bei der Gelegenheit erwähne ich nochmal so am Rande meine Spendenaktion für World Bicycle Relief. Vielleicht gibt es ja doch jemanden, der/die ein paar Euros dafür übrig haben. Das würde mich freuen und mehr wahrscheinlich, das Mädchen, was das neue Rad dann bekommt.

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Saunen und Sausen

Heute hat es den Mann dann auch erwischt. Er ist “im Club”, in der zweiten Hälfte angekommen, oder ein Rüstiger Fünfziger.  Er hat sich den Tag freigenommen und sich ein richtiges Männergeburtstagsprogramm zusammengestellt, und ich bin eingeladen mitzumachen: Morgens will er mit dem Rad in die Berge nach Tegernsee radeln, um in der dortigen Seesauna zu wellnessen und nachmittags mit dem Zug heimfahren.

Blick über den See, Berge am anderen Ufer, Holzbank und Tisch im Vordergrund
Der Tegernsee ist schön

Ich schlage eine winzigkleine Änderung vor, nämlich morgens mit dem Zug hin und heimwärts radeln, weil es doch morgens noch so kalt ist (sagt eine mit amtlichem Winterradeldiplom). Denn eigentlich geht es mir nur um die Höhenmeter, die sind nämlich von Süd nach Nord deutlich angenehmer als anders herum. Das will ich aber nicht so laut sagen.  Der Mann lässt sich darauf ein und so sitzen wir heute um neun im Zug Richtung Tegernsee, und checken eine gute Stunde später ein. Der Mann als Geburtstagskind hat sogar freien Eintritt. Saunen und Sausen weiterlesen

2017 wird gut

MeinTriathlon.de fragt: Was ist dein sportliches Ziel in diesem Jahr? Ich antworte hiermit.

Mein sportliches Ziel 2017 ist die erfolgreiche Teilnahme an den Euroeyes Cyclassics in Hamburg. Und erfolgreich heißt, dass ich die 120-Kilometer-Runde in den geforderten Mindestzeit von gut viereinhalb Stunden schaffe.

Das ist das Ziel. Der Weg dahin ist auch schon einigermaßen ausgelegt und in Excel gegossen. Soviel Radfahren wir möglich. Zur Arbeit und zurück, auch mal mit Umweg. Und am Wochenende und am Abend. Insgesamt möchte ich bis zum Rennen Ende August 4.000 Kilometer in den Beinen haben (seit Dezember 16). Das ist wahrscheinlich die größere Herausforderung. Auch vom Zeitmanagement her.

Direkt an mein sportliches Ziel habe ich noch ein anderes geknüpft: Meine Spendenaktion für World Bicycle Relief. 2017 wird gut weiterlesen

Winterradeln vom Feinsten

Samstag und Sonne. Und warm. Seit langem mal wieder sind positive Temperaturen vorhergesagt. Das schreit nach Outdoor. Meine Männer zieht es in die Berge. Sie wollen eine Skitour machen. Für den Sohn wird es eine Premiere, Initiation sozusagen. (Als ich dies hier schreibe, sind sie noch nicht zurück, daher weiß ich nicht, ob das Vorhaben geglückt ist.)

Selfie einer Frau mit Sonnenbrille und Radhelm vor einem Schneefeld, in der Sonne
Alexandra in der Sonne

Berge und Skier sind nichts für mich, meine Knie und meine Psyche. Daher bleibe ich im Flachen und mache mich für eine kleine Radlrunde fertig. Ich entscheide mich fürs Mountainbike, weil doch noch ordentlich Schnee rumliegt und nicht alle Seitenwege gut geräumt sind. Wissend, dass ich mit diesem Rad keinen ganz tollen Schnitt und damit nur einen kleinen Radius habe, nehme ich mir nicht viel vor, dreißig Kilometer so etwa. Auf und los.

Nach fünf Kilometern muss ich mich gleich mal entblättern. Viel zu warm angezogen. Diese hohen Außentemperaturen bin ich einfach nicht mehr gewohnt. Winterradeln vom Feinsten weiterlesen

93 Kilometer bei minus 63 Grad Celsius

93 Kilometer bei minus 63 Grad Celsius. Das ist die Bilanz meiner ersten richtigen Winterradelwoche in diesem Jahr, wenn man alles zusammenzählt. Am ersten Januar war ich schon bisschen mit dem Rennrad unterwegs. Dann eine Woche nur Indoor-Strampeling und dann war ja das Problem mit der Louise gelöst und ich konnte los.

Mountainbike for Schneefeld
So schön kann der Winter sein

Vier Tage hintereinander. Am ersten Tag noch im frischen Schnee plus seit langem mal wieder auf dem Mountainbike plus arschkalt plus morgens bin ich eh immer langsamer plus es geht bergauf brachten einen Schnitt von bisschen über zwölf kah-em-ha auf zehn Kilometern. 93 Kilometer bei minus 63 Grad Celsius weiterlesen

Lost in Nordost

Violett glasierte Plätzchen auf einem Backbrett
Muss ja nicht immer alles Rot an Weihnachten sein

Tagelang schon versprach Wetteronline Sonne. Mittwoch, Donnerstag, Freitag. Immer hieß es “Morgen wird es schön.” Haha, alles gelogen. War aber egal, weil ich eh nicht aus dem Haus konnte. Aber heute dann. Dieser Samstag ist ein wahrer Sonnentag. Gegen Mittag  wird es sogar schon fast warm. Noch schnell ein paar Plätzchen glasiert, dann ab in die Thermohose, doppelt Socken, Fleece-Pulli, warmes Wasser in die Flasche. Reifendruck prüfen. Los.

Ich bin mutig und fahre mal nicht wie üblich nach Osten raus sondern nach Norden. Da waren wir schon mal mit dem Marathon-Mann unterwegs. Lost in Nordost weiterlesen

Zuviel Licht

Hell wird es gegen acht, und um halb fünf ist es schon wieder fast dunkel. Nicht viel helle Zeit zum Radfahren, wenn der Arbeitgeber auch noch tagsüber Anwesenheit erwünscht. Ich versuche es zu vermeiden, aber es kann schon mal passieren, dass ich mit dem Rad in die Dunkelheit gerate. An sich ist das kein Problem. Mein Radl hat ordentlich Licht, und ich kleide mich auffällig (#Neonkasperl), um gut gesehen zu werden. Zuviel Licht weiterlesen

Beziehungskrise

Das Rennrad Müsing und ich. In diesem Sommer war gar nicht viel zwischen uns. Gerade einmal 780 Kilometer haben wir zusammen verbracht. Ich an seiner Stelle wäre in diesem Jahr schon öfter mal eifersüchtig gewesen. Den großen Radurlaub und auch sonst fast alle Touren war ich ja mit dem Giant Anyroad unterwegs. Weil ich aber nächsten Sommer ein Rennradrennen machen will, muss ich natürlich trainieren. Mit Müsing. Beziehungskrise weiterlesen