Archiv der Kategorie: Radfahren

Ab heute in Pink

Von Ettenheim nach Iffezheim

Ich bin wieder dicht,  und das verdanke ich der Schwägerin,  die mir ihre neue Regenjacke für meine Tour überlässt. Die Farbe passt nicht in mein übliches Farbschema,  aber sie hält Regen ab und hält sogar ein bisschen warm.  Und sie leuchtet. Zusammen mit meinem neongelben Helmüberzieher komme ich mir vor,  wie eine rollende Leuchtreklame.

Der Schwager begleitet mich morgens zur Fähre,  denn ich will wieder in Frankreich radeln.  Blöd nur,  dass die Fähre nicht fährt  wegen Hochwasser.  Also wieder zurück in den letzten Ort und dort trennen sich unsere Wege.  Der Schwager fährt heim in die warme Wohnung,  und ich fahre gen Norden in die nächste Regenwand bei gefühlten Minusgraden.  Meine Packtaschen sind so leer,  dass ich schon Angst hatte,  die Hälfte vergessen zu haben.  Dabei habe ich nur einfach sehr viel des Gepäcks an.

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In Begleitung

Von Neuenburg (Rhein) nach Ettenheim

Tag drei beginnt gemütlich. Der Schwager kommt erst gegen halb elf am Bahnhof an, so habe ich Zeit, Zeit zu haben. Mit dem hoteleigenen Gartenschlauch brause ich den Sand vom Rad, striegel und öle es. Trotzdem dar fich noch eine halbe Stunde am Bahnhof herum lungern, und zwar in der Sonne!
Der Schwager kommt an, und wir machen uns gleich auf nach Frankreich. Dort sollen die Radwege asphaltiert sein. Ich will mir und meiner Kette ein wenig Ruhe gönnen. In Begleitung weiterlesen

Freitag, der dreizehnte

Von St. Gallen nach Schaffhausen

Das war er also, der lang erwartete Freitag, der dreizehnte Mai. Seit Monaten hingefiebert, heiß ersehnt. Die letzten Tage davor war mir auch dauernd flau im Magen, ach was, regelrecht schlecht war’s mir bei dem Gedanken an die Fahrt. Von Vorfreude keine Spur mehr. Auch angesichts der Wetteraussichten. Die waren ja nicht so toll. Und was soll ich sagen? In echt waren sie noch viel schlechter. Es hat, Entschuldigung, gepisst wie blöd. Den ganzen Tag von St. Gallen bis Neuhausen am Rheinfall. Der einzige Unterschied im Wetter bestand in der Stärke des Windes, äh, Sturmes.

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Muss das denn sein?

Die Vorzeichen waren gut: avisierte fünfzehn Grad, bewölkt und Regen erst am Vormittag. Also bin ich zuversichtlich, packe meine Radtaschen, montiere mein neues Ventillichtlein und bereite mich innerlich auf die Fahrt vor. Und das war der Fehler. Die Vorbereitung dauerte zu lange und gab dem Regentief genug Zeit sich von Westen in meine Richtung zu schieben.

Als ich endlich soweit bin, regnet es. Noch nicht richtig satt. Ich pule mich in die Regenhose und bin immer noch wild entschlossen. Der Mann auch. Er ist in Laufklamotten und empfindet den Regen als Herausforderung.

Ventillicht muss auf die Einweihung warten
Ventillicht muss auf die Einweihung warten

Als ich endlich in der Regenhose drin bin, gießt es ordentlich. Ich fluche ein bisschen, ziehe die Regenhose wieder aus, parke das Rad in der Garage und fahre mit dem Auto in die Arbeit.

Man muss es ja nicht übertreiben.

 

 

Münchner Momente

Dies ist eine Premiere: Ich folge einer Blogparade. Aufgerufen hat muenchen.de über unsere schönsten Münchner Momente zu bloggen. Seit einiger Zeit überlege ich schon hin über meinen schönsten Münchner Moment, aber Bier oder Fußball gehören nur peripher dazu.  Über den Föhn schreibe ich sowieso. Also was dann?

Wirre Wegführung
Wirre Wegführung

Seit es abends so früh dunkel wird, fahre ich ungern durch den unbeleuchteten Park, sondern nehme die Wasserburger Landstraße, eine große Ein-/Ausfallstraße. Der Fahrradweg dort entlang war bislang eine Katastrophe. Schmal und total kaputt. Baumwurzeln haben sich nach oben durchgebohrt. Schlecht reparierte Löcher sind zu Hügeln geworden. Kein Spaß. Insbesondere nicht, wenn es dunkel ist und die Beleuchtung nur auf Straße und Fußweg ausgerichtet ist. Und neulich dann das Aha-Erlebnis. Auf langen Strecken wird der Weg jetzt erneuert. Fast durch ganz Trudering haben wir RadlerInnen schon eine glatte Bahn. Das ist schön und hat mich ehrlich gefreut. Münchner Momente weiterlesen

Radfahren im Dezember

Zweiter Advent. Leichter Schneefall hat über Nacht die Tannenspitzen überzuckert. Auf unserem Sonntagsspaziergang beobachten wir, wie der See beginnt an den Rändern zuzufrieren. Die Nasen sind von der Kälte rot und ein Tröpfchen hat sich hartnäckig festgesetzt. Bei Einbruch der Dunkelheit erreichen wir einen Weihnachtsmarkt und wärmen uns Hände und Bauch mit einem heißen Glühwein.
Soweit die Theorie. In der Praxis sind es draußen gut zehn Grad, und die Sonne knallt. Die Familie verweigert gemeinsames weihnachtliches Plätzchenbacken, und so sehe ich zu, dass ich diesen Tag bestmöglich ausnutze. Mein Rennrad hatte bisher noch keine Jahresabschlussfahrt und fühlte sich überhaupt ganz schön vernachlässigt in den letzten Monaten. Das will ich heute gut machen.
Ich präpariere mich also mit Thermoradhose und Merino-Shirt unter der Windjacke, eine Entscheidung, die ich recht schnell bereue. Ich schwitze mich fast tot, mag aber nicht umdrehen, weil das Radeln wieder so wahnsinnig Spaß macht. Wieso habe ich das Rennrad eigentlich so lange nicht mehr gefahren?
Ich rase dahin und schaffe auf den ersten zehn Kilometern tatsächlich einen Schnitt von um die 27 km/h. Und das mit Ampeln und Kreuzungen, und ohne Rückenwind und Windschatten. Ich bin begeistert.
Meine Runde wird immer größer, weil ich einfach nicht umdrehen mag. Immer weiter in eine Richtung. So wird es auf meiner großen Radtour 2016 auch sein. Darauf freue ich mich.
Heute geht das aber nicht. Irgendwann muss ich abbiegen, um den Bogen heim hinzukriegen. Als ich nach gut drei Stunden daheim ankomme, zeigt der Tacho 75 km an. Mein Gesicht ist rot wie nach einem Tag am Strand und meine Laune bestens. Ich glaube, dem Rad hat unsere Jahresabschlussfahrt auch gefallen. Radfahren im Dezember weiterlesen

Radpolitik

Noch ein Ausflug in ungewohntes Terrain. Diesmal die Verkehrspolitik. Jochen und sein Fahrrad bringen es immer besser auf jeden Punkt als das ich das je könnte, deshalb überlasse ich die Feinheiten ihm und reiche hier nur den Link weiter:

https://formularserver.bayern.de/intelliform/forms/rzsued/stmi/stmi/Radverkehrsplan/index

Das bayerische Innenministerium möchte dort gerne wissen, ob und wie die Untertanen so zum Rad und zum Radfahren stehen. Ein paar Fragen, die schnell beantwortet sind und, da muss ich Jochen recht geben, recht naiv daherkommen:

Wie wichtig sind mir “Informationen rund ums Fahrrad und Fahrradfahren”? Hm, lassen Sie mich mal überlegen. Ja, sehr wichtig. Aber dafür brauche ich nicht das Innenministerium. Die Infos, die ich haben will, bekomme ich anderweitig besser. Aber vielleicht wären die Hauptsächlich-Autofahrenden oder die Hundehalter-ohne-Leine an Informationen rund ums Fahrradfahren interessiert? Radpolitik weiterlesen

Der Zopf ist ab

Also jetzt mal nicht erschrecken, aber ich schneide heute ein ganz anderes Thema an.  Fremdes Terrain sozusagen.  Natürlich nicht, ohne mich vorher ausgiebig umgesehen zu haben in der Welt der …. Beauty-Blogs. Ganz schön spannend, was die dort spannend finden.

Colli bespricht in ihrem Blog tobeyoutiful.com (genialer Name) diverse Nagellack-Farben und ich frage mich, wann sie die Zeit hat, dauernd neue Farben aufzutragen. Überhaupt muss sie ein Warenlager voll mit Beauty-Kram und Klamotten haben, wenn sie das alles zu Hause testet.  Und dann lerne ich von Julia über den Nude Look, dass er sich nicht nur  auf Make-Up sondern auch Maniküre und Kleidung bezieht. Ich stelle fest, dass das meinen Look beschreibt, nur mit deutlich weniger Aufwand und weniger Hilfsmitteln, und bis auf das mit der Kleidung, da wirke ich doch lieber angezogen. Der Zopf ist ab weiterlesen

Frau vor Flussradwegen

Beim Planungsträumen meiner großen Tour lerne ich,  dass man kreuz und quer durch Deutschland kommen kann, wenn man nur den Flüssen folgt. Ich finde das ganz spannend und stelle mir vor, wie die Menschen in präautobahnischen Zeiten durch die Lande gereist sind. Entweder auf Pfaden, die römische Legionen schon runtergetrampelt hatten, oder eben entlang der Flüsse. Diese hatten sich freundlicherweise schon viele Jahre vor den Menschen durch Hügel und Berge gefräst und uns so die Wege geebnet.

Unglaublich viele Flüsse und Flusstäler sind (radweg-)technisch erschlossen, benannt und entsprechend ausgeschildert. Das war im Mittelalter etc. bestimmt nicht so. Da stelle ich mir zwischendurch mal krankheitsübertragende Sumpfgebiete oder unpassierbare Felseneinschnitte vor. Oder Hochwasser, plötzlich entstehende Seitenarme und geänderte Flussläufe, weil die Flüsse damals noch eher konnten wie sie wollten. Radwandern auf asphaltierten Wegen ist dagegen ein Kindergeburtstag.

Meine Google Map, die ich für die Planung verwende, enthielt am Anfang nur drei Wege: Lindau – Xanten am Rhein, Xanten – Cuxhaven gerade rüber und Cuxhaven – Dresden an der Elbe.

Mittlerweiler sind viele Flussradwege, ehemalige Bahntrassen und anderweitige benannte Radwege hinzugekommen. So ist es inzwischen durchaus eine Option für mich, von Xanten ein Stück an der Lippe, dann über Münster und Telgte an die Ems, diese südlich bis Gütersloh, von dort weiter nach Bad Oeynhausen an der Weser, und die Weser weiter entlang nach Norden bis zur Wümme zu fahren, und die weiter Richtung Hamburg zu nehmen.  Frau vor Flussradwegen weiterlesen

Karten und Ideen

Die Planung der Großen Tour geht weiter. So bin ich. Wenn ich mir was in den Kopf setze, möchte ich das am liebsten gleich und jetzt alles machen. Aber jetzt geht nicht und wäre auch nicht so schön. Jetzt wird es kalt und ungemütlich.

Nebel am Riemer See
Nebel am Riemer See

Musste ich erst gestern merken, als ich morgens bei ganz wenig Graden über Null in die Arbeit geradelt bin. Vollkommen unangemessen angezogen, weil ich dachte mir, wird schon warm, wenn ich ordentlich reintrete, und am Nachmittag sollte ja eh die Sonne scheinen, und bisher hieß Sonne ja auch warm. Außer einem stimmungsvollen Foto mit Nebelschwaden über dem See hat mir das noch eine Unpässlichkeit eingebracht, die mich heute bei Fenchelkümmelanistee ans Sofa fesselt.

Lippe-Römer-Weg
Lippe-Römer-Weg vorm Kamin

So habe ich endlich wieder Zeit, mich um die Planung meiner Großen Tour zu kümmern. Fremdenverkehrsvereine an Ruhr, Lippe, Weser und Elbe haben mich netterweise mit Material versorgt, und ich träume bei den Bildern und Beschreibungen, studiere die Karten und stelle mir vor, wie das dereinst sein wird, wenn ich dort entlang radel, in sechs oder sieben Monaten.

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