Archiv der Kategorie: Schwimmen

Mit Plan

Jetzt war ich schon ein paar Mal zum Schwimmen, aber immer mit ohne Plan. Was erwartungsgemäß zur Folge hat, dass ich a) immer hübsch in der Komfortzone bleibe, b) mich recht schnell langweile und c) dann auch bald wieder aus dem Wasser steige.
Weil ich weiß, dass es mit Plan besser geht, schreibe ich mir halt wieder einen. Hübsch ambitioniert, damit die Komfortzone auch möglichst klein bleibt. Inspirieren lasse ich mich dabei gerne von den Plänen der Website medhealthetlichs.de und aus den Kursunterlagen meiner diversen Kraulkurse. Mit Plan weiterlesen

Eine kleine große Freude

Schon ewig vorgehabt und heute endlich geschafft: Nach der Arbeit in den See springen und eine Runde schwimmen. Der Wetterbericht ist nicht soo prickelnd, aber als ich losfahre ist es noch warm und trocken, und deshalb packe ich Schwimmsachen ein. Ich frage den Mann, ob er auch Lust hat, abends zum See zu kommen . Er überrascht mich und sagt zu.

Kaum komme ich in der Arbeit an, fängt es an zu regnen und hört lange nicht mehr auf. Kein Badewetter. Egal. Wir brauchen nur Schwimmwetter. Kurz vor sieben steigen wir ins Wasser. Spiegelglatt, dunkle Wolken rings herum, kaum Leute und über uns ein gigantischer Regenbogen. Dreiviertel rum und recht hell. Sehr schön!

Das ist eine kleine Sache, die große Freude macht und in Erinnerung bleibt.

Samstag ist Badetag

Die Isländer, oder Wikinger, wie wir sie manchmal liebevoll nennen, mögen Wasser und sie mögen das Baden. Das kann man erstmal so festhalten. Im Großraum Reykjavik gibt es siebzehn öffentliche Schwimmbäder, für etwa hundertsechzigtausend Menschen. Macht etwa ein Bad für zehntausend Menschen. Zum Vergleich: In München teilen sich hundertausend Menschen ein öffentliches Schwimmbad.

Das Fotografieren ist verboten in diesen Bädern und das ist auch gut so
Bis 1966 der einzige mit 50-Meter-Bahnen

Die Bäder, überwiegend Freibäder (beheizt), haben meist ein Schwimmbecken, nicht selten mit Fünfzigmeterbahnen. Und den  Fun Pool mit oder ohne Rutschen, mit oder ohne Schwimmbretter, Bälle und Schwimmnudeln. Und dann noch zusätzliche Heißkochtöpfe von 38 bis zu 44 Grad, für die ganz harten. Auf unseren Fahrten über Land haben wir in fast jedem Kaff ein Bad gesehen, und seien es auch nur ein paar Bahnen und ein Becken zum Abhängen und Sozialisieren.  Es ist übrigens Usus, sich vor dem Baden richtig zu waschen, ohne Badeanzug an und mit Seife. Ein großes Plakat am Eingang markiert die fünf wichtigen Stellen, die auf jeden Fall gewaschen werden müssen. In den Duschen gibt es dafür Seifenspender und Wachpersonal. Fun Fact am Rande: Bei TripAdvisor haben wir folgende schlechte Bewertung eines Bades diesbezüglich von einer US-amerikanischen Familie gefunden: …too many naked adults in and out of the showers that freaked out our teenage children. Und mich hat eine amerikanische Touristin gefragt, ob sie denn nach dem Baden schon wieder nackig duschen müsse. Ich war nett und habe es ihr erlassen, allerdings darauf hingewiesen, dass die Algen aus dem Naturbad schon nicht so schön auf der Haut sind, wenn sie mal trocknen. Samstag ist Badetag weiterlesen

Aktivitätssonntag

Das war doch mal ein aktiver Sonntag, und wer hätte das erwartet nach einem Grill-Abend zuvor. Er beginnt mit Frühstück auf der Terrasse, schwitzend. Wir sind zu spät dran, es ist schon heiß. Aber um den großen Sonnenschirm aus dem Schuppen zu holen und aufzustellen, bin ich dann doch zu schwach. Wir beschließen jetzt dann gleich zum nächstgelegenen See zu laufen (der Mann) beziehungsweise zu radeln (der Sohn et moi) und uns dort zum Schwimmen zu treffen. Das Timing klappt super und wir kommen fast gleichzeitig an und sind auch fast gleichzeitig im Wasser.  Aktivitätssonntag weiterlesen

Planmäßig

Heute steht mal wieder eine Schwimmstunde an. Schon unterwegs merke ich, dass ich mein Schwimmbrett und mein Bahnenzählwerk vergessen habe. Es regnet, der Bus fährt nur alle zwanzig Minuten, ich habe keine Lust nochmal zurück zugehen. Also muss es ohne gehen. In der Umkleide fällt mir dann auch noch ein, dass ich ja eigentlich mal mit Plan schwimmen wollte. Zum Glück findet sich in meiner Tasche immer allerlei Nützliches, so auch ein Stift und ein Zettel (der Wellness-Plan vom Wochenende), und ich schmiere mir einen Trainingsplan zusammen.
Mit Plan zu schwimmen hat Vorteile:
a) ich muss nicht groß nachdenken, was ich jetzt so machen will im Wasser b) ich mache Übungen, die ich normalerweise eher vermeide (sprinten) c) die einzelnen Abschnitte sind kurz genug, dass ich Bahnen zählen kann ohne mich zu verzetteln, den Rest rechne ich halbschriftlich aus d) ich bin schneller als wenn ich nur spazierenschwimme e) die Zeit geht viel schneller rum f) es sieht cool aus, einen Trainingsplan am Beckenrand liegen zu haben, wenn man schon kein Pullbuoy oder Paddles zum Angeben hat (auch wenn es nur ein durchweichter Schmierzettel ist).
Der Saisonwechsel hat sich übrigens auch im Schwimmbad bemerkbar gemacht. Keine Rede mehr von einer eigenen Bahn. Selbst als die Aqua-TurnerInnen fertig waren, ist das Bad noch gut frequentiert. Ich teile mir mit einem die Schnellschwimmerbahn, bis dann noch zwei Jünglinge mit Personal Trainer kommen. Da wird es mir zu stressig und ich ziehe mich auf die andere Seite der Leine zurück, auf die Frauenseite. Die restlichen paar hundert Meter versuche ich, die Spazierschwimmerinnen und ihre Frisuren nicht zu sehr nasszuspritzen. Ist auch eine schöne Übung: Lautlos schwimmen. Gut für die B-Note.

Flotter Dreier

 Wochenlang habe ich mir das Gehirn zermartert, wie ich meine Gratifikation, die mich im August ereilte, am sinnvollsten investiere. Eigentlich wollte ich sie nicht mit Kruschkram verplempern. Irgendwann kam mir dann die Idee noch einmal ein Schwimmseminar zu buchen. Letztes Jahr hatte ich ja das erste gemacht, was mir außerordentlich gut gefallen hatte. Kurz entschlossen buchte ich also das erste, was triathlon.de in dieser Saison anbot.

Nach fünf Kilometern Irrfahrt mit den Rad (manche Stadtviertel liegen mir einfach nicht) und vollkommen fertig (oh je, wie soll ich bloß den Tag überstehen?) stand ich vor dem Bad. Und dann die Überraschung, wir sind nur zu dritt. Auweia, das wird anstrengend, denk ich. Die anderen beiden gut fünfzehn Jahre jünger als ich und deutlich fitter, allein schon von der Statur her. Also Augen zu und durch.
Das Aufwärmen am Beckenrand war – wie zu erwarten – blamabel. Mir reichten fünf der zwanzig Übungen, um warm zu werden.
Im Wasser sah es dann zum Glück ganz anders aus. Wir drei hatten alle das gleiche Niveau.
Jede(r) mit anderem Handicap, aber wir kamen immer ungefähr gleichzeitig an.
Das heißt: außer bei den Gleitübungen. Da war der Mann eindeutig im Nachteil. Wir haben jedoch gelernt, dass er eigentlich nichts dafür kann. Ihm fehlen naturbedingt die Gegengewichte im Brustbereich, die den Schwerpunkt nach vorne verlagern und dadurch die Beine heben. Wir haben dann gemeinsam überlegt, wie er das ausgleichen kann. Uns fielen aber leider keine guten und alltagstauglichen Lösungen ein. Flotter Dreier weiterlesen

Fremde Federn

Jetzt ist es passiert. Ich bin ertappt worden. Und war mir das peinlich. Eigentlich war es ja absehbar, und ich hätte mich auf die Situation vorbereiten können, hat mich aber trotzdem kalt erwischt.
Ich schwimme nämlich seit ein paar Monaten mit der rosa Badekappe vom Karlsfelder Triathlon. Der Triathlet, der mit meiner Startnummer gewonnen hat, überließ sie mir freundlicherweise. Rosa ist wohl nicht so seine Farbe und dieser Wettkampf war wohl auch nicht sein wichtigster.
Ich schwimme jedenfalls seither mit meiner rosa Motivationskappe und denke daran, dass ich irgendwann auch mal meine eigene gewinnen werden.
Neulich im Studio mach ich mich gerade bereit ins Wasser zu steigen.
Da steht einer neben mir, grinst mich so halb an und pult aus seiner Tasche eine schwarze Kappe mit dem selben Logo drauf.
Kleinlaut muss ich zugeben, dass ich meine gar nicht selbst erkämpft habe. Aber ich freue mich mit ihm über sein.

Kinderkram

Heute will ich mal zum Nur-Schwimmen ins Studio. Ohne das ganze Programm vorneweg. Ich kruschel also mein Zeug zusammen und vergesse doch die Hälfte. Mein neuer wasserdichter MP3-Player bleibt zu Hause (davon also später mehr), genauso wie mein Schwimmbrett und die Bürste (ärgerlich). Das ist schon ganz schön viel Demenz auf einen Haufen. Aber weil ich ja weiß, dass ich vergesslich bin, besonders was das Bahnenzählen angeht, habe ich hierfür einige Hilfsmittel eingepackt. Kinderkram weiterlesen

Happy first anniversary to AndrAktiv

Ein Jahr ist vorbei. Ein Jahr des Sports. Ein Jahr der Bloggerei. Ein Jahr der Veränderungen. Und zur Feier des Tages ist dies der 100. Beitrag in diesem Blog. Extra so getimet.
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, in diesem Beitrag ein Resümee der philosophischen Art zu ziehen. Mit Einblicken und Tiefgang und so.
Aber das will nicht so recht kommen. Fang ich also mal mit den Fakten an.

Vor einem Jahr begann ich den Laufkurs aus dem Wunsch heraus laufen zu lernen. Weil ich das gerne wollte, weil ich das noch nie konnte, auch nicht früher.
Dieses Ziel ist erreicht: ich bin neulich den 6.4 km Firmenlauf gelaufen. Ich lief auch irgendwann in diesem Jahr schon mal fast neun Kilometer.  Am Anfang tat es weh, viel Muskelkater, die Knie verlangten regelmäßig nach Quarkwickeln. Aber irgendwann ging es dann. Jetzt nutze ich das nächste Jahr, um schneller laufen zu lernen.
Summe: 250 km

Im März bekam ich mein neues Rennradl. Dazu habe ich ja schon viel gebloggt. Viel Spaß, viele Kilometer, und auch mit dem alten Rad verbrachte und verbringe ich viel Zeit. Fahrradfahren macht Spaß, insbesondere wenn der Radius immer größer wird. In den nächsten Wochen möchte ich meine erste Hundert-Kilometer-Tour machen. Im nächsten Jahr sollen auch ein paar Höhenmeter dazu kommen. Vor denen habe ich mich ja bisher immer gedrückt.
Summe: 1543 km (Trecking) + 1167 km (Rennrad)  = 2.710 km

Im Schwimmen kann ich nicht so viele Kilometer vorweisen. Dafür aber die beste Leistungssteigerung. Hier habe ich im Betrachtungszeitraum meine Geschwindigkeit auf 500m fast verdoppelt. Das liegt zum einen an der besseren Kondition, zum anderen aber auch an der Technik. Die beiden Kraulkurse halfen, aber auch der Technik-Tag von Triathlon.de und mein stetes Üben. Im nächsten Jahr möchte ich für die 500m unter die zehn Minuten kommen.

Neben meinen Sportaktivitäten ist auch dieser Blog jetzt ein Jahr alt. Zu Beginn nur für mich, ausschließlich. Erst nach zwei drei Monaten weihte ich mein Umfeld ein und so langsam fand er auch LeserInnen im Internet. Vor ein paar Tagen knackten wir die Marke von 5.000 Hits. Und im Moment boomt es – für meine Verhältnisse.

Herzlichen Dank an die “KollegInnen”, die mich in ihre Blogroll aufgenommen haben. Susan als erstes. Und dann irgendwann Helge und Karina. Letzteres freut mich besonders, zum einen, weil die beiden in einer ganz anderen Liga spielen und sich seit gestern Ironwomen nennen dürfen (Herzlichen Glückwunsch!), zum anderen weil es mir als Ex-Wittlicherin virtuellen Kontakt zur alten Heimat beschert. Was mich auch freut: MeinSportplatz.de hat meinen Blog auch als Linktipp gelistet. Habe ich jemanden vergessen? Bitte melden!
Und natürlich freue ich mich jederzeit über Kommentare! Sie halfen mir in diesem Jahr immer mal wieder über Krisen hinweg. Komisch eigentlich, was ein paar nette Worte von fremden Leuten bewirken können.
So, das war das Jahr. Ich mach dann mal weiter so.

Fünfsterneschwimmen

Endlich hat es gepasst und ich habe das Schwimmbad in meinem neuen Studio nicht nur besichtigt sondern auch ausprobiert. Vorher habe ich brav mein anderes Programm abgewickelt: Laufen und Geräte und mich dabei die ganze Zeit auf die Belohnung gefreut.

Zehn vor fünf war ich dann endlich so weit und durfte ins Bad: Ein Traum. Ehrlich. Spiegelglatte Oberfläche auf Augenhöhe, wenn man durch die Tür kommt. Fenster mit Blick über die Stadt, sogar ein paar Berge zu sehen im Hintergrund. Ein paar vereinzelte Menschen im Becken, ein paar schwammen stehend und ein paar standen schwimmend. Eine breite Bahn war abgetrennt. Ein einzelner Schwimmer darin. Ich geselle mich dazu und nach einer Bahn geht er. Ich bin also allein auf der Bahn. Fast zehn Minuten lang.
Aus dem Augenwinkel beobachte ich Aktivität am Beckenrand, auch trudeln immer mehr Menschen ein. Aber weil meine Bahn leer ist und ich mich freue, beachte ich das nicht weiter.
Aber dann, Punkt fünf, wummert auf einmal das Bose Soundsystem (= fünf Sterne) los mit der unvermeidlichen Ich-mache-Sport-und-bin-gut-drauf-Gute-Laune-Musik. Und jetzt verstehe ich auch, warum sich alle Schwimmbadsteher strategisch im Becken verteilt haben: It’s Aqua Aerobic time!
Da hopsen sie also im Wasser umher, angetrieben von den Beats und den bellenden Anweisungen der Trainerin.
Mit meiner Schwimmbrille mit Sehstärkengläsern konnte ich gut beobachten, was für Übungen gerade unter Wasser angesagt waren, und habe dadurch den Kopf schön unten gehalten.
Leider gab es auch zwei Herren, die nicht Wasserturnen machen wollten. Die sind dann in die Schnellschwimmerbahn gekommen. Ich betone “Schnellschwimmerbahn”, weil der stellvertretende Irgendwas, der mir die Führung gegeben hat, das so betonte. Diese Bahn sei wirklich nur für schnelle Schwimmer, weil da trainieren die Profis. Aha, dachte ich mir damals; soso, dachte ich mir diesmal. Diese beiden Herren waren jedenfalls keine Profis. Mehr so der Typ Spazierenschwimmer. Eine halbe Stunde lang haben wir uns zu dritt arrangiert bis ich meine dreiviertel Stunde voll hatte. Das ging auch. Und alle mal besser, als das Kreuz-und-Querschwimmen ganz ohne Bahn im städtischen Hallenbad.