Archiv der Kategorie: Triathlon

Hitzeschlacht

35 °C, in Worten fünfunddreißig Grad Celsius. Das ist heiß. Sehr heiß. Zu heiß, um zum Beispiel die RTF im Münchner Voralpenland mitzumachen. Jedenfalls für mich. Also stelle ich mir den Wecker nicht. Trotzdem werde ich um halb sieben wach. Der Mann kruschelt rum und macht sich für einen Lauf bereit. Tapfertapfer, denke ich und dreh mich wieder um. Kurz darauf meldet sich doch meine Wecker-App, weil die Übertragung des Frankfurter Ironman gleich beginnt. OK, wenn ich mir die schon so gestellt habe, dann versuch ich halt nicht nochmal einzuschlafen. Ist eh sinnlos bei der Hitze jetzt schon. Ich mach also den Rechner an und lass mich von hr-online informieren. Und tatsächlich kommt schon gleich wieder das Gänsehautgefühl, das ich immer bei Großveranstaltungen habe. Muss ich scheinbar gar nicht vor Ort sein. Hitzeschlacht weiterlesen

Fremde Federn

Jetzt ist es passiert. Ich bin ertappt worden. Und war mir das peinlich. Eigentlich war es ja absehbar, und ich hätte mich auf die Situation vorbereiten können, hat mich aber trotzdem kalt erwischt.
Ich schwimme nämlich seit ein paar Monaten mit der rosa Badekappe vom Karlsfelder Triathlon. Der Triathlet, der mit meiner Startnummer gewonnen hat, überließ sie mir freundlicherweise. Rosa ist wohl nicht so seine Farbe und dieser Wettkampf war wohl auch nicht sein wichtigster.
Ich schwimme jedenfalls seither mit meiner rosa Motivationskappe und denke daran, dass ich irgendwann auch mal meine eigene gewinnen werden.
Neulich im Studio mach ich mich gerade bereit ins Wasser zu steigen.
Da steht einer neben mir, grinst mich so halb an und pult aus seiner Tasche eine schwarze Kappe mit dem selben Logo drauf.
Kleinlaut muss ich zugeben, dass ich meine gar nicht selbst erkämpft habe. Aber ich freue mich mit ihm über sein.

Übrigens

Der Triathlet,  der neulich den Karlsfelder Volkstriathlon mit meiner Startnummer gewann,  ist gestern bei der Ironman 70.3 Europameisterschaft in Wiesbaden Fünfter in seiner Altersklasse geworden. Herzlichen Glückwunsch, Markus!

Happy first anniversary to AndrAktiv

Ein Jahr ist vorbei. Ein Jahr des Sports. Ein Jahr der Bloggerei. Ein Jahr der Veränderungen. Und zur Feier des Tages ist dies der 100. Beitrag in diesem Blog. Extra so getimet.
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, in diesem Beitrag ein Resümee der philosophischen Art zu ziehen. Mit Einblicken und Tiefgang und so.
Aber das will nicht so recht kommen. Fang ich also mal mit den Fakten an.

Vor einem Jahr begann ich den Laufkurs aus dem Wunsch heraus laufen zu lernen. Weil ich das gerne wollte, weil ich das noch nie konnte, auch nicht früher.
Dieses Ziel ist erreicht: ich bin neulich den 6.4 km Firmenlauf gelaufen. Ich lief auch irgendwann in diesem Jahr schon mal fast neun Kilometer.  Am Anfang tat es weh, viel Muskelkater, die Knie verlangten regelmäßig nach Quarkwickeln. Aber irgendwann ging es dann. Jetzt nutze ich das nächste Jahr, um schneller laufen zu lernen.
Summe: 250 km

Im März bekam ich mein neues Rennradl. Dazu habe ich ja schon viel gebloggt. Viel Spaß, viele Kilometer, und auch mit dem alten Rad verbrachte und verbringe ich viel Zeit. Fahrradfahren macht Spaß, insbesondere wenn der Radius immer größer wird. In den nächsten Wochen möchte ich meine erste Hundert-Kilometer-Tour machen. Im nächsten Jahr sollen auch ein paar Höhenmeter dazu kommen. Vor denen habe ich mich ja bisher immer gedrückt.
Summe: 1543 km (Trecking) + 1167 km (Rennrad)  = 2.710 km

Im Schwimmen kann ich nicht so viele Kilometer vorweisen. Dafür aber die beste Leistungssteigerung. Hier habe ich im Betrachtungszeitraum meine Geschwindigkeit auf 500m fast verdoppelt. Das liegt zum einen an der besseren Kondition, zum anderen aber auch an der Technik. Die beiden Kraulkurse halfen, aber auch der Technik-Tag von Triathlon.de und mein stetes Üben. Im nächsten Jahr möchte ich für die 500m unter die zehn Minuten kommen.

Neben meinen Sportaktivitäten ist auch dieser Blog jetzt ein Jahr alt. Zu Beginn nur für mich, ausschließlich. Erst nach zwei drei Monaten weihte ich mein Umfeld ein und so langsam fand er auch LeserInnen im Internet. Vor ein paar Tagen knackten wir die Marke von 5.000 Hits. Und im Moment boomt es – für meine Verhältnisse.

Herzlichen Dank an die “KollegInnen”, die mich in ihre Blogroll aufgenommen haben. Susan als erstes. Und dann irgendwann Helge und Karina. Letzteres freut mich besonders, zum einen, weil die beiden in einer ganz anderen Liga spielen und sich seit gestern Ironwomen nennen dürfen (Herzlichen Glückwunsch!), zum anderen weil es mir als Ex-Wittlicherin virtuellen Kontakt zur alten Heimat beschert. Was mich auch freut: MeinSportplatz.de hat meinen Blog auch als Linktipp gelistet. Habe ich jemanden vergessen? Bitte melden!
Und natürlich freue ich mich jederzeit über Kommentare! Sie halfen mir in diesem Jahr immer mal wieder über Krisen hinweg. Komisch eigentlich, was ein paar nette Worte von fremden Leuten bewirken können.
So, das war das Jahr. Ich mach dann mal weiter so.

Wir sind Erster!

Karlsfeld-Triathlon. Endlich. Wieder ein Gänsehauterlebnis für mich. Das Gejohle und Gepfeife und Anfeuern geht mir echt unter die Haut. Und das Grinsen der AthletInnen, die vollkommen stolz aus dem Wasser steigen, ist Gold wert. Da vertrag ich sogar Helene Fischer und Rammstein, die aus den Boxen plärren.
Ich war hin und hergerissen, ob es jetzt eine gute oder nicht so gute Entscheidung war zu kneifen. Das Volk, was beim Volkstriathlon mitgemacht hat, war schon recht durchmischt und ich hätte da ganz gut reingepasst. Hätte hätte Fahrradkette.
Das Hadern hilft jetzt nix mehr. Nächstes Jahr gibt es wieder Veranstaltungen und bis dahin bin ich noch ein Stückchen fitter. Kann dann auch noch besser laufen, und habe auch keine Angst mehr vor der Gesamtsituation. Und vielleicht finde ich bis dahin auch eine(n) MitstreiterIn.

Meine Startnummer und ihr neuer Besitzer haben übrigens grandios mit einem ersten Platz gefinisht. Was hab ich mich gefreut! Herzlichen Glückwunsch.

Achja, und die deutschen Fußball-Männer sind auch endlich mal wieder Erster geworden.

 

Wie klein ist die Welt?

Heute morgen fand die Übergabe der Startunterlagen für den Karlsfelder Triathlon statt: Geld gegen Übergabeformular. Der Triathlet, und ein solcher ist er wirklich, erinnerte mich an Philipp Lahm. Wir ratschen noch ein bisschen. Er erzählt, dass er an dem Wochenende gleich zwei Wettkämpfe bestreitet, jeweils Sprints – für die Geschwindigkeit. Normalerweise eher Mitteldistanz, und dass er am Sonntag ganz vorne dabei sein will. Ich freue mich, dass mein Startplatz Chancen hat, ein Siegplatz zu werden.

Als er weg ist, meint der Mann aus dem Hintergrund, dass er den Triathleten schon mal irgendwo gesehen hat. Ein paar WhatsApps später ist es gewiss. Der Triathlet ist ein Kollege von einer, die der Mann vor einem Jahr mitten in der spanischen Wildnis beim Pilgern auf dem Camino kennengelernt hat. Getroffen haben sie sich, der Mann und der Triathlet, beim Umzug eben jener Pilgerin.

Wie klein ist die Welt? Sehr klein!

Verkauft

So, jetzt ist es amtlich. Der Karlsfelder Triathlon wird ohne mich stattfinden, zumindest ohne mich als Teilnehmerin. Ich habe meinen Startplatz verkauft. Die letzten Wochen war ich noch hin und her und hin und her gerissen, ob nicht oder doch. War mal ein Tag gut und lief bzw. schwamm sich gut, dachte ich, warum nicht? Irgendwas geht da schon. Aber dann hatte ich doch wieder Angst vor dem Gechecke und der Orga.

Und ausgerechnet, kurz nachdem ich den Verkauf ausgemacht hatte, sehe ich durch Zufall, dass Lizzy zum zweiten Mal beim Stadttriathlon mitgemacht, auch unvorbereitet, nach eigenem Bekunden. Aber superfit beim Laufen, (im Unterschied zu mir). Ihr Bericht vom letzten Jahr hatte mich ja ermutigt, es selbst zu versuchen.
Sei’s drum. Es ist jetzt halt so. Nächstes Jahr bin ich dabei. Und natürlich werde ich am Sonntag hingehen und mir das mal anschauen, wegen Feeling und Fortbildung und so. Denn heute ist nicht alle Tage, ich mach weiter, keine Frage!

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

Nach der Entscheidung gegen einen Triathlon-Start in dieser Saison, musste ich entscheiden, wie es weitergehen soll. Denn an einem Triathlon möchte ich unbedingt teilnehmen, bevor ich fünfzig bin, sonst passt ja das Motto dieses Blogs nicht mehr, und das geht ja gaaar nicht. Also erstmal analysieren, was nicht so gelaufen ist, wie ich mir das vor ein paar Monaten vorgestellt hatte. Ich glaube, das Training allein, also ich für mich, hat nicht geklappt. Ich bin nicht sportfanatisch und diszipliniert genug, um das Pensum allein zu definieren, zu schaffen und durchzuhalten. Mein Mann und andere haben mich schon immer mal wieder angetrieben, aber letztendlich war ich doch allein unterwegs.

Zwischendurch hatte ich ja schon mal die Idee, mich einem Verein mit Triathlongruppe anzuschließen, bin aber davon abgekommen, weil ich a) keinen Verein mit räumlich passenden Trainingslocations gefunden habe und mich auch b) nicht gut genug fand und erst mit besseren Trainingswerten dort vorstellig werden wollte.

Nachdem der BMI sich langsam wieder in die Höhe und die Motivation entsprechend gegenläufig bewegte, beschloss ich mich nach einem Fitness-Studio umzusehen. Und weil mein Arbeitgeber sich um mein körperliches Wohl sorgt und mir einen ordentlichen Zuschuss gibt, habe ich mich in der Preisklasse oberhalb McSport, FitKing etc. umgesehen – und bin fündig geworden. Strategisch gut gelegen gibt es ein Studio, das mir empfohlen wurde und das, tatah, über ein 25-Meter-Trainingsbecken verfügt. Das Totschlag-Argument.
Ich habe also einen Beratungstermin vereinbart, um mir die Anlage nochmal offiziell zeigen zu lassen. Der stellvertretende Irgendwas hat mich persönlich herumgeführt und dabei so einen Enthusiasmus versprüht, dass ich fortwährend das Gefühl hatte, ihn langweilt der Termin tödlich. In seiner Anpreisung hat er dauernd Buzz words wie “Premium”, “Fünf Sterne” und “Exclusiv” eingestreut, dass ich auch ja kapiere, wie edel der Laden ist. Ich habe mich aber nicht abschrecken lassen, zumal ich bereit bin, für Sauberkeit, umfangreiches Trainingsangebot und vor allem den quasi uneingeschränkten Zugang zu einem Schwimmbad (mit Sauerstoff-Reinigungsanlage=fünf Sterne) ein paar Euro mehr zu bezahlen. Die Lounge mit Kamin, die fünf verschiedenen Saunen, die Computerterminals und den anderen Schnickschnack brauche ich dann nicht unbedingt.
Ich habe also unterschrieben und glücklicherweise auch sofort einen Termin bei einer Trainerin erhalten, die mir einen ersten Plan zusammengestellt hat, nach ausführlicher Anamnese, versteht sich. Dazu gehörte auch eine Vermessung diverser Fitnesswerte, die natürlich alle zu hoch oder zu niedrig waren, je nachdem was in diesem Bereich ungesund ist. Ich habe jetzt wenige Übungen für den Anfang, damit ich mir alles merken kann und richtig mache, aber genug für eine Stunde Workout. Laufband “fürs Cardio” am Anfang, danach Geräte: Beindrücken, auch einzeln, für meine unterschiedlich ausgeprägten Beinmuskeln rechts und links. Die Trainerin konnte mir ganz gut erklären, warum mein eigentlich starkes Bein doch immer als erstes schwächelt und was ich dagegen tun kann. Dann noch was für Rücken, Bauch und Adduktoren (wegen meiner Patella). Nächste Woche habe ich den nächsten Termin. Bin schon gespannt. Und ich freue mich auf die Trainings dort.

Noch zwölf Wochen

Heute beginnt der ernsthafte Countdown: Noch zwölf Wochen.
Zwölf Wochen sind der Zeitraum, der für eine effektive Vorbereitung benötigt wird, behaupten diverse Quellen. Also beginne ich heute mit meinen zwölf Wochen.
Ich muss den Plan, den mir übrigens Garmin Connect bereitstellt, umbauen, damit er besser in meinen Alltag passt. So werde ich mittwochs zum Lauftraining gehen und donnerstags wieder zum Kraulkurs bei den Wasserfreunden.

Ich werde versuchen, meine Trainings so familien- und sozialverträglich wie möglich zu gestalten. Heute gehen wir ins Spaßbad, das auch ein 25-Meter-Becken hat, damit ich meine planmäßigen tausend Meter schwimmen kann.
Ansonsten findet ja viel abends statt. Oder mal morgens vor der Arbeit. Ich habe ja den riesen Luxus einer 30-Stunden-Woche. Das lässt mir ja viel Luft für Training.
Nach wie vor am meisten Sorgen macht mir das Laufen. Das geht einfach noch gar nicht, und wenn ich “gar nicht” schreibe, meine ich “gar nicht”. Ich setze da viel Hoffnung auf das Lauftraining der Running Company.

Superzellen

Was ist das nur mit uns Endsechzigern? Gibt es doch sowas wie Midlife Crisis? Warum rennen und radeln wir alle los?
Marathon, Triathlon, Sonstwaslon mit siebentausend Höhenmetern an einem Tag. 17, 20, 30
Kilo durch Sport abnehmen.
Lauter Beispiele aus meinem engeren Bekanntenkreis.
Oder hat sich nur meine Wahrnehmung geändert und ich registriere nur solche Fälle?
Da muss ich noch ein wenig weiter sinnieren, vor allem brauche ich eine ordentliche Tastatur zum Denken (nicht nur mein Mickerhandy).
Anlass meiner Überlegungen ist der heutige Kontakt mit einem Bekannten, den ich eigentlich aus einem ganz anderen Kontext kenne.
Stellt sich raus, dass er auch einer dieser Typen mit Superzellen in den Beinen ist, die mal eben 180 km für ein geweihtes Bier fahren. Und das hat der auch erst vor zwei Jahren angefangen.
Vielleicht wachsen einem ab 45 Superzellen? Oder kann man die sich hormonell züchten.

Heute Abend bin ich erstmal vor anderen Superzellen davongelaufen, nämlich die, die sich am
Horizont zusammen brauten.