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Es gibt solche und solche

Das Wochenende war faul. Naja, Garten aufräumen und dies und das war schon Bewegung, aber nix, was ich mit der Garmin hätte aufzeichnen wollen. Also muss heute was passieren.

Riemer Park - kurz vor sechsDas Auto muss in die Werkstatt und so treffe ich Vorkehrungen, dass ich von dort nach Hause gehe, also walke. Um halb fünf komme ich los und anstelle des direkten Weges drehe ich noch eine Runde um den See im Park. Das heißt “Runde” wäre schön, denn es geht sich irgendwie unrund. Ich bin viel zu langsam, komme in keinen guten Rhythmus, die Beine zwicken an verschiedenen Stellen. Und wenn ich versuche, schneller zu gehen, schaufel ich mir nur den Split in die Schuhe. Es gibt eben solche Tage und solche. Heute ist ein solcher.

Trotzdem genieße ich den Walk, denn die Sonne geht unter und malt kitschig-tolle Bilder in die Landschaft. Die Fotos, die ich mit meinem kleinen Apparat mache, werden der Grandezza dieser Stunde nicht mal annähernd gerecht.  Und als dann noch die Nebel aufsteigen ist es vollends schön. Seufz.

Feuer mit Feuer

Dass ich nicht laufen kann, habe ich ja schon ausgiebig beweint. Leider hilft das nicht und bringt mich nicht weiter, deshalb habe ich dieses Jahr dem Laufenlernen gewidmet. Und anfangen tue ich mit Beinmuskeltraining. Endomondo hat ein neues Feature “Commitments”. Das sind Wetten gegen einen selbst. Ich habe mir ein Commitment eingerichtet, das da lautet: Jede Woche 1000 Kalorien mit Gehen oder Laufen oder Wandern oder ähnlichem verbrauchen. Das sind etwa zweieinhalb Stunden in der jeweiligen Sportart. Und damit die Kondition auch was davon hat, fing ich vor ein paar Wochen mit dem Nordic Walking an. Stöckeschleudern, wie manche abfällig sagen. Am Anfang kam ich mir auch etwas affig vor, dann habe ich mich mal auf Youtube schlau gemacht, die Stöcke kürzer geschraubt und eine andere Technik ausprobiert (die richtige nämlich) und schon hat es Spaß gemacht und ging auch viel flotter voran. Ich bin mit Pulsuhr unterwegs und versuche konstant bei 135 zu bleiben. Da hab ich auch was zu tun und es wird nicht langweilig.
Gestern hat mich die senile Bettflucht schon recht früh aus dem Bett gescheucht. Ich nutze die Gelegenheit und bin schon vor acht auf der Strecke. Wieder in Richtung Riemer Park. Der Boden ist noch gefroren und die Pfützen haben schöne Eisdeckel. Ich kann meine Pudelmütze gut vertragen, die Handschuhe ziehe ich aber recht bald aus. Ich bin gut unterwegs und werde übermütig. Ich probiere einfach mal einen anderen Rückweg, den Joggingpfad des Mannes. Am Ende sind es 15k in 2,5 Stunden, zwei fette Blasen auf der Fußsohle, viel Sonne im Gesicht und eine ordentliche Zufriedenheit im Bauch.
Das war gestern. Heute merke ich deutlich, was ich bei Youtube auch noch gelernt habe. Nordic Walking beansprucht 90 Prozent der Muskeln. Das kann ich bestätigen. Und von diesen 90 Prozent haben mindestens 50 Prozent einen ordentlichen Kater. Mein ganzer Körper schmerzt. Naja, nicht direkt Schmerz, aber auch nicht ohne. Jedes Mal, wenn ich aufstehe vom Stuhl, entfährt mir ein Seufzer. So eine Art Schmerz.
Trotzdem will ich heute mein Rennrad-Jahr 2015 einläuten. Das Wetter ist unwiderstehlich. Ich muss einfach los. Mit was bekämpft man Feuer? Mit Feuer, genau. Also Zähne zusammenbeißen und los.
Und Oh Wunder. Überhaupt kein Problem, muskelschmerztechnisch. Es geht einfach so. Die erste Hälfte gegen den Wind und dann um so lockerer zurück. Einfach schön. Radfahren macht Spaß. Hatte ich das schon erwähnt? Und wenn es dann noch den Walking-Muskelkater nullifiziert, um so besser!

Spaziergang

 Am Tag nach meinen sagenhaften 9,9 gelaufenen Kilometern hatte ich keinen Muskelkater. Und deshalb sind wir am nächsten Tag auch gleich noch auf einen Spaziergang los durch die Rhön. Wir sind stramm marschiert (fand ich). Ich hatte mein neues Spielzeug dabei und habe meine Herzfrequenz mitgeschnitten. Ergebnis: Spazierengehen, auch mit knapp 6 km/h taugt nicht als Kardiotraining und schon gar nicht zum Fettverbrennen. Gut Dreiviertel der Zeit hat Garmin als “Pausieren” oder “Erholungsphase” eingestuft. Das fand ich jetzt ein bisschen streng. Schließlich habe ich mich doch bewegt. Muss ich doch wieder laufen…