Archiv der Kategorie: Touren

Berichte von Tagesauflügen, Radausfahrten und mehrtägigen Radreisen, vergangene wie geplante.

Packprobe

Weil ich in der letzten Zeit öfter mal verwunderte Anmerkungen gehört habe: “Wie? Du hast noch keine Packprobe gemacht?” oder “Deine Packliste ist aber ganz schön lang. Wie lange willst du denn weg sein?”, mache ich mich heute mal an die Packprobe.

Und damit der Sohn auch was davon hat, gestalten wir es multimedial. Um es vorweg zu nehmen. Es passt alles auf der Liste rein und ich könnte sogar noch eine Jeans mitnehmen.

Kein Kindergeburtstag

Nach der kleinen Rundfahrt mit dem Rennrad gestern, halte ich es heute für eine gute Idee, wieder das Giant auszufahren. Weil ich die neue Packtasche ausprobieren möchte und weil ich meinen Po etc. bestmöglich an das Rad gewöhnen möchte.

Soweit so vernünftig. Allerdings weiß ich nicht, was mich geritten hat, als ich beschloss mal die Isar hochwärts, also südlich Richtung Berge zu fahren. Isarradweg abhaken? Gefälle am Ende als Belohnung für Schinderei am Anfang? Ein bissel offroad als Test, was auf meiner Tour noch geht und was nicht mehr? Oder einfach nur zuviel Morgensonne aufs Hirn?  Kein Kindergeburtstag weiterlesen

Packliste und Packkiste

Diese Packliste war ein laufendes Projekt für meine Flüsse-Radtour in 2016. Inzwischen hat sie sich schon mehrfach bewährt, weil ich nicht mehr groß nachdenken muss, was alles mit muss.

Für Rückmeldungen, Tipps etc. bin ich dankbar. Neben dieser virtuellen Liste habe ich auch noch eine Packkiste, in die ich schon mal Zeug reinwerfe, was ich bis dahin nicht brauchen werde. Sie wird täglich voller.

Bike-Material
  • Giant Anyroad 2, mit Sonderausstattung: Gepäckträger und Schutzblechen
  • Ortlieb Backroller Plus Hinterradtaschen in Grün
  • Evtl. Ortliebsack für hinten drauf und/oder Spannnetz, zeigt sich dann bei der ersten Packprobe
  • Lenkertasche ist dran , wird schwierig, weil das Giant Anyroad so voll um den Lenker herum ist
  • Evtl. Satteltäschchen für Werkzeug (ist jetzt in der Lenkertasche)
  • Licht vorne
  • Luftpumpe, Werkzeug, Ersatzschlauch, Expander
  • Halterung für meine FinePix
  • Fahrradschloss
  • Gummihandschuhe für Pannen, damit ich mir die Finger nicht schmutzig machen muss, und ein Lappen, wenn das Bike zu schmutzig ist

Packliste und Packkiste weiterlesen

Fakten schaffen

Nachdem ich mich zwei Tage offline und online über einen moralischen Aspekt meiner Radtour habe beraten lassen, bin ich zu dem Entschluss gekommen, doch keine Spendenaktion aus meiner Urlaubsreise zu machen. Ein ander Mal und dann gezielt und mit Bezug. So dann ist das geklärt.

Geklärt ist jetzt auch der Beginn. Ich besitze jetzt nämlich eine Fahrkarte nach St. Gallen für mich und mein Rad. Das Rad bekam sogar noch zusätzlich irgendein Zolldings, weil wir eine Grenze überqueren müssen. War ja auch so eine Frage, ob ich Nord- oder Südseite vom  Bodensee fahren will, und weil kein ordentlicher Input kam, warf ich eine Münze. Innerlich. Erste Nacht ist in Schaffhausen, die zweite in Basel, die dritte in Ettenheim bei Verwandtschaft. Ab dann wird es vage. Fakten schaffen weiterlesen

Sommerabschlussfahrt

Der Sommer neigt sich jetzt wirklich dem Ende entgegen. Zeit wird’s für eine letzte große Ausfahrt. Das Wochenende habe ich frei, also suche ich mir einen schönen Weg zusammen. Nach Landshut wollte ich schon lange mal, Niederbayern finde ich schön. Also abgemacht. Samstag schnall ich meine Tasche ans Rad, zieh mich warm an und radel los in den Nebel.

Herbst an der Isar
Herbst an der Isar

Ich schleiche mich hintenrum zur Isar und treffe sie dank meines tollen Orientierungssinns erst in Ismaning. Ab hier also Isarradweg. Der Weg ist nicht asphaltiert und führt durch den Wald. Das bedeutet um diese Jahreszeit ein Haufen Vertrauen, denn wer weiß denn schon, was unter der dichten Schicht Blätter ist. Könnte ja ein Krater versteckt sein. Ich lese den Weg wie so ein Winnetou und fahre nur da, wo schon Spuren zu sehen sind. So komme ich ganz gut voran und akkurat bei Kilometer vierzig in Freising kommt die Sonne raus. Na also, geht doch. Ab jetzt wird’s toll.  Und ab jetzt befahre ich mir unbekanntes Terrain. Sommerabschlussfahrt weiterlesen

Niederbayern im November

Zum passenden Beitrag hier im Blog

Frau vor Flussradwegen

Beim Planungsträumen meiner großen Tour lerne ich,  dass man kreuz und quer durch Deutschland kommen kann, wenn man nur den Flüssen folgt. Ich finde das ganz spannend und stelle mir vor, wie die Menschen in präautobahnischen Zeiten durch die Lande gereist sind. Entweder auf Pfaden, die römische Legionen schon runtergetrampelt hatten, oder eben entlang der Flüsse. Diese hatten sich freundlicherweise schon viele Jahre vor den Menschen durch Hügel und Berge gefräst und uns so die Wege geebnet.

Unglaublich viele Flüsse und Flusstäler sind (radweg-)technisch erschlossen, benannt und entsprechend ausgeschildert. Das war im Mittelalter etc. bestimmt nicht so. Da stelle ich mir zwischendurch mal krankheitsübertragende Sumpfgebiete oder unpassierbare Felseneinschnitte vor. Oder Hochwasser, plötzlich entstehende Seitenarme und geänderte Flussläufe, weil die Flüsse damals noch eher konnten wie sie wollten. Radwandern auf asphaltierten Wegen ist dagegen ein Kindergeburtstag.

Meine Google Map, die ich für die Planung verwende, enthielt am Anfang nur drei Wege: Lindau – Xanten am Rhein, Xanten – Cuxhaven gerade rüber und Cuxhaven – Dresden an der Elbe.

Mittlerweiler sind viele Flussradwege, ehemalige Bahntrassen und anderweitige benannte Radwege hinzugekommen. So ist es inzwischen durchaus eine Option für mich, von Xanten ein Stück an der Lippe, dann über Münster und Telgte an die Ems, diese südlich bis Gütersloh, von dort weiter nach Bad Oeynhausen an der Weser, und die Weser weiter entlang nach Norden bis zur Wümme zu fahren, und die weiter Richtung Hamburg zu nehmen.  Frau vor Flussradwegen weiterlesen

Karten und Ideen

Die Planung der Großen Tour geht weiter. So bin ich. Wenn ich mir was in den Kopf setze, möchte ich das am liebsten gleich und jetzt alles machen. Aber jetzt geht nicht und wäre auch nicht so schön. Jetzt wird es kalt und ungemütlich.

Nebel am Riemer See
Nebel am Riemer See

Musste ich erst gestern merken, als ich morgens bei ganz wenig Graden über Null in die Arbeit geradelt bin. Vollkommen unangemessen angezogen, weil ich dachte mir, wird schon warm, wenn ich ordentlich reintrete, und am Nachmittag sollte ja eh die Sonne scheinen, und bisher hieß Sonne ja auch warm. Außer einem stimmungsvollen Foto mit Nebelschwaden über dem See hat mir das noch eine Unpässlichkeit eingebracht, die mich heute bei Fenchelkümmelanistee ans Sofa fesselt.

Lippe-Römer-Weg
Lippe-Römer-Weg vorm Kamin

So habe ich endlich wieder Zeit, mich um die Planung meiner Großen Tour zu kümmern. Fremdenverkehrsvereine an Ruhr, Lippe, Weser und Elbe haben mich netterweise mit Material versorgt, und ich träume bei den Bildern und Beschreibungen, studiere die Karten und stelle mir vor, wie das dereinst sein wird, wenn ich dort entlang radel, in sechs oder sieben Monaten.

Karten und Ideen weiterlesen

Flüsse in Deutschland

Seit den drei Tagen entlang der Donau: Erst ein kleines Flüstern im Kopf, dann immer lauter bis es jetzt schon fast spruchreif ist und nun hier ausgesprochen werden soll.

Nächstes Jahr möchte ich eine längere Radtour machen. So um Pfingsten rum, etwa drei Wochen. Die Strecke am Rhein von Lindau bis Xanten ist gesetzt. Alles andere ergibt sich. Vielleicht Ruhr oder Ems oder Weser, und dann Elbe und Saale. Flüsse gibt es viele. Die Planung ist in vollem Gange, obwohl es eher nur eine hypothetische ist. So richtig planen und Betten vorbuchen will ich eigentlich nicht.

Also male ich mir bei Google Maps Karten, suche und importiere GPX-Tracks, lese Erfahrungsberichte und Reiseanleitungen. Dabei stolpere ich auch über die Reisen von Suzanne und Janos, die mal eben von München nach Frankreich radeln, und zwar via Berlin und Hamburg. Oder der Blog von Markus, der für einen Kaffee nach Togo radelt, und dafür ein Jahr braucht. Das hatte ich jetzt nicht vor. Ich back da erstmal kleinere Brötchen, bleibe lieber in der Zivilisation mit allen ihren Annehmlichkeiten.

Neben der mentalen Vorbereitung muss ich natürlich zusehen, dass ich einigermaßen fit durch den Winter komme. Das wird wahrscheinlich das schwierigere. Ich berichte – natürlich und natürlich hier!

Donauradweg IV: Tulln – Wien (und wieder ganz heim)

Donnerstag morgen, Tulln, Regen, dem Haar ist es egal. Aber mir nicht. Auch ist mir nicht egal, dass meine Radelhose nach der gestrigen Handwäsche noch nicht ganz trocken ist. Toller Anfang: Oben nass, unten nass und kalt überall. Ich ziehe erstmal alles an, was ich dabei habe, zum warm werden.

Zunächst müssen wir zum Bahnhof die Rückfahrkarte kaufen. Die ÖBB-Angestellte am Schalter ist entweder selten doof oder selten schlau. Auf jeden Fall verkauft sie uns Karten und Platzreservierungen für einen Zug, der gar nicht fährt. Auf unserem persönlichen Fahrplan-Ausdruck sehen wir, leider erst  am nächsten Tag, den Hinweis, dass genau dieser Zug, der uns von Salzburg nach München bringen soll, wegen des Bahnstreiks nicht fährt. Grmpf.
Aber weil wir das erst am nächsten Tag bemerken, habe ich jetzt auf der letzten Etappe keine Ablenkung: Der Weg geht schnurgerade. Alles ist grau. Ich habe keinen Bock und muss alle fünfzehn Kilometer eine Pause machen. Macht nix. Wir haben es ja nicht eilig. Bis Wien sind es nur vierzig Kilometer und weil wir nicht genau wissen, ab wann wir ins Hotel dürfen, trödeln wir halt auf dem Weg herum.

Donauradweg IV: Tulln – Wien (und wieder ganz heim) weiterlesen