Lebensgefahr und Aus. Alpe-Adria 3

Sonne in Mallnitz. Vor uns liegt eine Mordsabfahrt. Serpentinen und insgesamt 700 Höhenmeter auf fünf Kilometer. Wir freuen uns darauf. Aber stell dir vor, du fährst bergab, und deine Bremsen machen nicht mit. Vorne zieht die Bremse so gut wie gar nicht, und die hintere schafft es nicht, mein Gewicht und das des Gepäcks bei dieser Geschwindigkeit abzubremsen. Ein ganz übles Gefühl. Ganz übel. Hinter mir juchzt der Sohn, der mit seinen hydraulischen Bremsen den Spaß seines Lebens hat. 

 

Der Sohn tritt wacker.

Bevor es ganz schlimm wird, erreichen wir das Tal. Jetzt geht es hauptsächlich flach, theoretisch. Meine Bremsen bremsen immer weniger, und so wird jeder Abhang zur Herausforderung.

 

Da. Dahinten waren wir vorhin noch.

Nach gut vierzig Kilometern erreichen wir Spittal an der Drau, eine Stadt, von der ich mir einen hilfreichen Fahrradladen erhoffe. Im Hotel empfehlen sie uns einen, der andere existiert nicht mehr. Allerdings haben sie dort überhaupt kein Mitleid, keine Zeit und offensichtlich auch keine Lust zu helfen.

Entspanntes Fahren im Mölltal

Ich könnte heulen, und auch der Sohn ist traurig. Er hat richtig Spaß am Radfahren gefunden und sich auf Italien gefreut. Am Bahnhof erkundige ich mich nach diversen Optionen, letztendlich entscheiden wir uns für die Heimreise morgen.

Und dann sehen wir, was wir mit dem Rest der Ferien anfangen. Und ich obduziere meine Bremsen, denn die Bremsbeläge sind brandneu und das Rad war vor einer Woche noch im Rundum-Service.

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12 Gedanken zu „Lebensgefahr und Aus. Alpe-Adria 3“

  1. Hallo Ihr beiden!

    An erster Stelle möchte ich Respekt bekunden für die — möglicherweise doch recht unpopuläre — Entscheidung, die Tour abzubrechen. Eine Faustformel, die mir schon beim Segelfliegen gute Dienste geleistet hat, lautet schlicht: “Lieber feig’ als tot!”.

    Allerdings muss ich an zweiter Stelle mein Bedauern ausdrücken, da ich die tagesaktuellen Etappenberichte mit großem Vergnügen verfolgt habe. Zum Bedauern gesellt sich aber auch Mitleid mit den “ausgebremsten” (darf man das so schreiben?) Protagonisten. Sehr schade, aber auch sehr ärgerlich hinsichtlich des Service — hier wie dort. 🙁

    Hoffentlich färben sich die Gläser der “Rückschau-Brille” baldestmöglich rosa, so dass eine gute Erinnerung im Stile von “Weißt Du noch, damals ..?” bleiben möge.

    1. Hallo Stephan, ‘lieber feig als tot’ würde ich lieber umdichten zu ‘lieber vorsichtig als tot’, dann wird es zu meinem Lebensmotto. Es tut mir außerordentlich leid, dass das jetzt schon das Season Finale der Serie war. Aber wenn du gerne Fortsetzungen ansiehst, könntest du es mal mit GZSZ versuchen 🙂 Oder auf die nächste Staffel auf diesem Kanal warten, die kommt bestimmt.

      1. Ich bleib lieber hier. Ich wüsste gar nicht, in welchem Programm “GZSZ” auf meinem Fernseher zu finden wäre …

    2. Inzwischen habe ich aus Andras weiteren Ausführungen entnehmen können, dass der Service — hier wie dort — gar nicht so beklagenswert gewesen sei. Daher möchte ich meine diesbezügliche obige Äußerung relativieren und möchte die Betonung nur noch auf “ärgerlich” legen, was Probleme mit dem “Material” nun einmal sind.

  2. Liebe Alexandra,
    oh wie schade 😐
    Blöd, das die Bremse kurz nach der Durchsicht versagt. Und noch blöder, das die Werkstatt vor Ort so doof ist, das die dir nicht weiter helfen wollten. Sehr ärgerlich.
    Gar nicht nett.
    Ich hoffe, ihr seid nicht allzu traurig und findet für den Urlaub noch eine Alternative.
    Liebe Grüße
    Helge

    1. Liebe Helge, Anschlussurlaub ist schon in Planung. Und der Mann leiht mir sein Rad mit ordentlichen Bremsen. Dann kann nichts mehr schief gehen 🙂

  3. Liebe Alexandra,
    das geht ja gar nicht!!! Ich glaube, ich hätte die Fahrt schon unterwegs abgebrochen und mich keinen Meter mehr fahren getraut! Ist das die Bremse, an der der Fachmann gerüttelt hat??? 😯
    Das tut mir echt leid für euch, dass so ein Schmarrn eure Reise beendet hat und die Werkstattmenschen dort so unbrauchbar sind. 🙁

    1. So mitten am Berg aufhören, ist aber auch schwierig, oder? Von wegen dem Weiterkommen. Aber egal. Jetzt kümmer ich mich um eine Reparatur und einer Aktivität für die restliche Urlaubswoche. Ideen gibt es schon.

  4. Ach menno, wie blöd 🙁

    Aber sehr vernünftig, die Heimreise anzutreten, ehe noch etwas passiert. Nicht auszudenken … *haare rauf* … und so eine Frechheit von der Fahrradwerkstatt, dass es sehr nett von dir ist, den Namen nicht zu nennen. Grmpfff …

    1. … ehe noch etwas passiert. Genau. Und selbst wenn ich eine Reparatur bekommen hätte, hätte ich kein Vertrauen mehr in diese Mechanik. Und die Berge, die noch zwischen Spittal und der Adria lauern, sind auch nicht ohne. Es ist jetzt schon gut so und wird bald noch besser!

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