Ohne Berge ist auch doof. Amper-Donau 2

Nach einem göttlichen Frühstück machen wir uns weiter auf unserem Weg gen Norden. Ingolstadt ist nach wie vor unser Ziel. Ich schmiere uns dick mit Sonnenmilch ein, besonders die rückwärtigen Körperpartien, weil wir ja nach Norden fahren. Ein bisschen habe ich schon gelernt aus meinen diversen Sonnenbränden und tan lines.

Der Bürgerpark in Pfaffenhofen ist gerade Gartenschau.

Der Weg aus Pfaffenhofen heraus gestaltet sich schwierig, zum einen weil der Bürgerpark an der Ilm derzeit Gartenausstellung, kostenpflichtig und somit abgesperrt ist. Zum anderen folge ich nicht dem Navigator, wie ich sollte. Ich sehe das Umleitungsschild und biege flink links ab, während der Navigator rechts navigiert. Wir verlieren uns für etwa fünf Minuten aus den Augen, was den Navigator komplett aus der Bahn wirft. Nachdem wir uns wieder beruhigt haben, geht es weiter.

Dieser Hopfen hat noch was vor sich

Eine meine Lieblingsgegenden Deutschlands ist ja die Holledau. Die wellige Gegend, die Hopfengärten, die hellen Betonstraßen dazwischen, riesige weißgetünchte Höfe mit roten Dächern gehören zu meinen Kindheitserinnerungen, die ich auch als Erwachsene schön finde.  

Zwei Fahrräder liegen in einer Böschung mit Mohn
Die Räder legen sich ab im Mohn

Ich genieße die Fahrt. Das Tempo ist OK, es ist schön warm und für mich gibt es immer was zu sehen, und sei es auch nur die “neue” ICE-Bahnlinine oder die A9, die wir immer mal wieder kreuzen. Dem Sohn reicht das leider nicht. Zu langweilig. Die Wege sind ihm zu flach und die Anhöhen zu hoch. Der Wind ist zu warm und Ingolstadt zu weit weg. Und dann fängt auch noch sein Rad an, blöde Geräusche zu machen. Nichts Schlimmes, so eine (überflüssige) Plastikscheibe zwischen Kassette und Rad schleift im Leerlauf.

Der Heidesee bei Ingolstadt

Langeweile macht das Kind unkonzentriert: er hüpft zwischen den Spuren hin und her (und fährt mir vors Rad), vergisst zu navigieren (und verfährt uns) und überhaupt ist er ziemlich fertig. Die Pausen werden immer öfter und länger, und endlich kommen wir mal wieder an einen Badesee. Der Sohn hat den See so nötig, dass er sogar in seinen Boxershorts reinspringt, das macht er sonst nie. Mir ist diesmal zuviel Volk anwesend, so dass ich auf den Schwimm verzichte und derweil Plastikscheiben biege.

Endlich kommen wir in Ingolstadt an. Der Sohn ist platt. Auf dem Weg in die Altstadt liegt der Bahnhof breit und einladend da. Wir checken die Verbindungen und machen uns trotzdem nochmal auf in die Altstadt. Ein Abschiedseis muss schon sein. Dann sitzen wir im Zug und fahren die gesamte Strecke wieder retour.

Fazit: Der Sohn hat seine Feuertaufe als Radreisender bestanden. Ich will ihn beim ersten Mal nicht gleich überfordern, aber ich freue mich definitiv auf weitere Reisen, vielleicht mit der gesamten Familie.

P.S.: Warum nun gerade Ingolstadt. Keine Antwort erhalten. Das nächste Wunschziel wäre übrigens Japan.

3 Gedanken zu „Ohne Berge ist auch doof. Amper-Donau 2“

  1. Das sieht nach einer beachtlichen Strecke für den jungen Mann aus! Cool, dass er die mitgemacht hat. Ich bin auf den Reisebericht von Japan gespannt. 🙂
    Viele Grüße,
    Claudi

  2. Respekt vor dem Sohn, große Leistung bravourös gemeistert. Jetzt kann Japan kommen.

    Warum Ingolstadt? Nun, vielleicht gibt es dort – und nur dort – ein ganz seltenes Pokemon o. ä. 🙂

  3. Liebe Alexandra,
    ich sehe schon die nächste Überschrift: “Von Ingolstadt nach Japan!” 😉
    Schön, dass ihr den restlichen Urlaub noch radelnd verbringen konntet, wenn auch ohne Italien und Meer, so zumindest mit Hopfen, Badeseen und viel Zeit für die eigenen Gedanken!
    Hut ab vor dem Sohn, in seinem Alter wäre ich für eine Radtour nicht zu gebrauchen gewesen! 🙂

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