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Wie klein ist die Welt?

Heute morgen fand die Übergabe der Startunterlagen für den Karlsfelder Triathlon statt: Geld gegen Übergabeformular. Der Triathlet, und ein solcher ist er wirklich, erinnerte mich an Philipp Lahm. Wir ratschen noch ein bisschen. Er erzählt, dass er an dem Wochenende gleich zwei Wettkämpfe bestreitet, jeweils Sprints – für die Geschwindigkeit. Normalerweise eher Mitteldistanz, und dass er am Sonntag ganz vorne dabei sein will. Ich freue mich, dass mein Startplatz Chancen hat, ein Siegplatz zu werden.

Als er weg ist, meint der Mann aus dem Hintergrund, dass er den Triathleten schon mal irgendwo gesehen hat. Ein paar WhatsApps später ist es gewiss. Der Triathlet ist ein Kollege von einer, die der Mann vor einem Jahr mitten in der spanischen Wildnis beim Pilgern auf dem Camino kennengelernt hat. Getroffen haben sie sich, der Mann und der Triathlet, beim Umzug eben jener Pilgerin.

Wie klein ist die Welt? Sehr klein!

Mein Denkarium

Seit mein Stahlrad und ich uns wieder angefreundet haben, cruisen wir öfters in gemütlicher Reisegeschwindigkeit zur Arbeit und zurück. Jeweils 11 km in einer guten halben Stunde. Da bleibt Zeit zu denken. Das fängt schon gleich nach der Abfahrt an: Mensch, ich wollte die Kette doch ölen. Wieder vergessen. Nach ein paar Ampeln, Kurven und der Unterführung, dann die Stelle an der die Garmin normalerweise den ersten Kilometer ansagt. In der Kurve vor dem beschrankten Bahnübergang: Schranke zu oder auf? Ich wette mit mir selbst.

Dann erreiche ich den Landschaftspark. Aufatmen. Erstmal keine Autos, Teerarbeiten auf der Straße und hoppelige Fahrradwege mehr. Ich mag den Park sehr gerne. Die weiten Flächen und die streng geometrischen Formen. Der Park scheidet die Geister, seit er 2005 als Bundesgartenschau vorgestellt wurde. Manche finden ihn langweilig, weil die langen Wege an Flugzeuglandebahnen erinnern.
Das liegt wahrscheinlich daran, dass das Gelände mal ein Flughafen war und die Gartenarchitekten das nicht vergessen lassen wollten. Ich mag ihn aber und ich habe meine Lieblingsstellen, an denen ich regelmäßig denke: Hübsch. Dieser Pfad durch den Hain ist hübsch. Die Magerwiese, die mich an eine norddeutsche Heidelandschaft erinnert, ist hübsch. Der See, wenn er spiegelglatt daliegt, und die bunten Sonnenschirme, die seit der BuGa dort stehen, sind hübsch. Einfach hübsch. Ich könnte mir noch andere Adjektive ausdenken, aber hübsch fällt mir immer als erstes ein.
Morgens ist der Park meistens recht leer. Hauptsächlich RadfahrerInnen, die von A nach B wollen, und Hunde. Vor denen habe ich ja Respekt, besonders vor den ganz großen. Da denke ich: Hoffentlich hält der Hund die Spur und ich kann ihn überholen. Hoffentlich fühlt er sich nicht plötzlich in seiner Privatsphäre gestört, wenn ich zu nah vorbei fahre, und will mich mit einem Biss erziehen. Hoffentlich sammeln die Herrchen und Frauchen die Kacke auch ein. Lustig wie das Zamperl und die Dogge miteinander spielen. Was da wohl für eine Promenadenmischung rauskommen würde?
Dann ist der Park vorbei, ich biege durch das Dorf. Blöd, dass der Bioladen hier zu gemacht hat, der war echt praktisch gelegen. Wieder eine Überlandfahrt: Hmm, lecker, Erdbeerfeld. Könnten wir eigentlich am Wochenende mal zum Pflücken gehen und Marmelade kochen. Rechts hinterm Roggenfeld oder Dinkel? überholt mich die S-Bahn. Der Anstieg nach der Unterführung: Bestimmt zwanzig Höhenmeter. Manchmal muss ich runterschalten. Unvorstellbar, dass Leute 4000 schaffen, und auch noch Leute, die ich kenne. Respekt und Ehrfurcht. Dann kommt ein Stückchen Wald. Die Vögel und meine Kette zwitschern gegen den Lärm der Bahnstrecke und der Autobahn an. Heute Abend öle ich die Kette aber echt. Der Fahrradweg hat eine eigene kleine Brücke über die Autobahn. Sehr fürsorglich. Wieder ein bisschen Wald. Links Bäume, rechts Bäume und dahinter: Ach, ein Sportplatz.
Wohngebiet. Einfamilienhäuser mit gepflegten Gärten. In einem steht ein gemauerter Grillkamin mit scharlachroten Lettern: ALESSANDRO. Heißt der Besitzer so, oder der Kamin? Namen auf der Bürotasse finde ich sinnvoll, auch auf dem Fußballtrikot. Auf dem Auto kann ich es verstehen. Aber auf einem Kamin? Da besteht ja weniger die Gefahr der Verwechslung und des aus Versehen Mitnehmens. Hier bin ich noch zu keinem guten Schluss gekommen. Das letzte Stück, der Weg ist eingepfercht zwischen Schallschutzwand und Bäumen. Und dann bin ich schon da. Das ging ja wieder schnell. Und heute Abend der Bericht retour. Nein, war nur Spaß. Ich muss ja die Kette ölen.

Bilanz und Ausblick

Der Slogan meines Blogs stimmt jetzt nicht mehr. Jetzt habe ich nämlich den 47. Geburtstag hinter mich gebracht und es ist Zeit Bilanz zu ziehen.
Im Juli habe ich mit dem Lauftraining angefangen und das soll mein Stichtag sein.
1.808 Kilometer geradelt, 202 Kilometer gelaufen und 20 Kilometer geschwommen. Insgesamt mit allem 165 Stunden Sport in neun Monaten aufgezeichnet, macht im Schnitt 18 Stunden pro Monat, etwas mehr als eine halbe Stunde pro Tag.
So – was mache ich jetzt mit dieser Erkenntnis? Gute Frage.
Mein Ziel war es ja, vor meinem fünfzigsten Geburtstag an einem Triathlon-Wettbewerb teilzunehmen. Bis dahin ist natürlich noch gut Zeit. Wenn ich es dieses Jahr noch machen will, wird es schon enger. Ganz konkret ist der 30. März der Stichtag. Da öffnet nämlich die Anmeldung für den Karlsfelder Triathlon im Juli. Im Prinzip der einzige in und um München, den ich machen kann. Der Triathlon Ende des Sommers, den ich eigentlich angepeilt hatte geht nicht, weil wir da in Urlaub sind.
Ich habe mir mal die Zeit angeschaut, die in Karlsfeld im letzten Jahr gebracht wurden, und zwar von der letzten Frau, die ins Ziel kam:
Schwimmen (500m): 13 Minuten
Radfahren (26,8 km): 1,26 Stunden
Laufen (5km): 38 Minuten

Nach aktuellem Stand sieht das bei mir so aus:
Schwimmen: 13 Minuten
Radfahren: 1,25 Stunden
Laufen: 48 Minuten
Ich wäre also mit zehn Minuten Abstand die letzte. Und das sind eigentlich auch nur Einzelwerte. Ich bin ja noch nie gelaufen, nachdem ich eine Stunde geradelt bin.
Auf der Website der Karlsfelder gibt es einen Countdown: Ab heute sind es noch 111 Tage bis zum Wettbewerb. Ich bin verzagt. Ich will mich eigentlich nicht öffentlich blamieren. Soll ich noch ein Jahr warten?
Ein anderes nettes Ziel wäre ja auch der Firmenlauf. Das sind sieben Kilometer durch den Olympiapark. Wäre auch eine ganz gute Leistung.
Noch sieben Tage.

Sieben Stunden und sieben Minuten

Diese Woche war ich echt fleißig sportmäßig. Mein Freund Endo Mondo hat für diese Woche sieben Stunden und sieben Minuten gut geschrieben. Das ist durchschnittlich eine Stunde am Tag. Allerdings waren vier Stunden davon allein am Donnerstag. Da bin ich erst zur Arbeit geradelt und zurück, macht anderthalb Stunden. Dann zum Schwimmen radeln und zurück, nochmal eine Stunde. Und die anderthalb Stunden Schwimmen.  An dem Abend hat es mir dann aber auch gereicht.
Gestern habe ich dann noch eine gute Stunde Laufen drauf gesetzt. Das war auch richtig gut und hat mir endlich mal wieder einen kleinen gelben Pokal von Endo Mondo eingebracht. Zeit wurd’s auch mal wieder.

Mein Freund Endo Mondo bietet ja für seine anderen Freunde Wettbewerbe an: Die meisten Kilometer gelaufen, oder die meisten Kalorien in einem Monat, oder so ähnlich. Da bin ich immer auf einem Platz zwischen 1.000 und 5.000. Weil es gibt natürlich immer Leute, die nicht dreizehn Kilometer am Tag radeln, sondern 250. Sollen sie machen, wenn sie wollen. Ich habe mir meinen eigenen Wettbewerb angelegt und nur meinen lieben Mann und meinen kleinen Bruder eingeladen. Die meisten Sportminuten im nächsten halben Jahr. Und hier bin ich auf Platz 1 mit sagenhaften fünfzehn Stunden schon in diesem Jahr. Die Jungs sind abgeschlagen auf Platz zwei und drei mit etwa sieben und acht Stunden.
Diese Statistiken freuen mich und erlauben mir heute einen Tag auf dem Sofa ohne schlechtes Gewissen.

Spaziergang

 Am Tag nach meinen sagenhaften 9,9 gelaufenen Kilometern hatte ich keinen Muskelkater. Und deshalb sind wir am nächsten Tag auch gleich noch auf einen Spaziergang los durch die Rhön. Wir sind stramm marschiert (fand ich). Ich hatte mein neues Spielzeug dabei und habe meine Herzfrequenz mitgeschnitten. Ergebnis: Spazierengehen, auch mit knapp 6 km/h taugt nicht als Kardiotraining und schon gar nicht zum Fettverbrennen. Gut Dreiviertel der Zeit hat Garmin als “Pausieren” oder “Erholungsphase” eingestuft. Das fand ich jetzt ein bisschen streng. Schließlich habe ich mich doch bewegt. Muss ich doch wieder laufen…

Midnight Run

Mein Trainingsplan ist seit zwei Wochen etwas durcheinander gekommen. Ursprünglich waren Dienstag, Freitag und Sonntag meine Lauftage. Wetter, Termine und andere Widrigkeiten haben das jedoch einmal sabotiert und schon ist alles anders.
Mein Freund Endo Mondo sieht das gelassen: Er markiert ein fälliges und überfälliges Training einfach rot und roter und wartet geduldig, bis ich es dann mal aufrufe und ablaufe.
Weil ich aber unser Planziel von 5 km in 30 min. vor Jahresende noch schaffen will, muss ich mich ranhalten. Ursprünglich steht das nämlich für den 28. Dezember im Plan. Das lässt nicht viel Spielraum.
Und das hat mich dann auch getrieben, heute nach einem Kneipentermin um kurz vor zehn noch in die Laufschuhe zu springen und vierzig Minuten durch die Nacht zu laufen. Und gar nicht mal schlecht. Mein Cooper hat sich um zehn Meter verbessert und hat jetzt offiziell eine sechs nach dem Komma. Sieht gleich viel schicker aus, find ich.

Enttäuscht

Ich muss gestehen, dass ich schon ein bissel stolz war auf das, was ich bisher bewegungstechnisch so geschafft habe. Und ich dachte auch, dass sich meine Kondition auch verbessert hätte.
Pustekuchen. Nix war. Dieser Berg war zuviel für mich. Eindeutig. Eine Stunde steilst bergauf. Alle warteten schon oberhalb der Baumgrenze, einschließlich der Kinder, als ich angeschnauft kam. Und dann wollten die anderen weiter zum Gipfel; und ich bekam einen Heulkrampf. Ich weiß nicht, was es war: die Erschöpfung, die Enttäuschung. Ich war jedenfalls verzweifelt, auch bei der Vorstellung, diesen matschigen steilen Pfad wieder runter zu müssen. Mein Mann war dann so nett, mich zu begleiten. Der Sohn geht mit den anderen weiter hoch.
Positives Fazit: der Berg war schön und die Aussicht auch. Und meine Knie hätten früher nach so einer Aktion mehr weh getan.

So müde

So ein schöner Herbsttag. Heute morgen sehr frische Luft, nebelig, das Laub schön bunt, und der örtliche Badesee dampft wie eine große Badewanne in der Wiese. Der Ostwind verspricht einen schönen Tag – und bringt mich fast um. Meine Beine sind sooo müde (ich auch, aber das liegt daran, dass ich nur fünf Stunden Schlaf hatte heute Nacht). Ich überlege bei der Autobahnüberführung ernsthaft, ob ich absteige und schiebe. Die dreizehn Kilometer übers Land ziehen sich endlos. Fast zehn Minuten bin ich langsamer als sonst.

Auf dem Rückweg scheint die Sonne wie versprochen und der Ostwind weht mich nach Hause, aber müde bin ich trotzdem endlos. Ich glaube, ich mach mal eine Trainingspause. Schwimmen fällt morgen eh aus wegen Feiertag.

Auf und ab mit Spaß

Wanderwochenende in der Rhön. Das erste Mal, dass ich mich drauf gefreut habe, weil ich wusste, dass ich nicht nur schnaufend und unter Schmerzen hinterher hinke. Und dem war auch so!
Sechzehn Kilometer im Mittelgebirge rauf und runter. Zwischendurch ein kleiner Sprint bergauf. Und immer noch in der Lage mich zu unterhalten.
Auch bergab bin ich nicht gehatscht wie eine alte Frau. So macht es Spaß.
Jetzt habe ich auch kein schlechtes Gewissen, weil ich gestern das Lauftraining habe ausfallen lassen.
Fazit: Sport ist nicht nur Mord.

Windsurfen zählt auch

Heute hab ich mich aufs Brett gestellt. Das heißt, redlich versucht hab ich’s. Der Erfolg war nicht ganz so toll. Ich habe mal wieder schmerzlich feststellen müssen, dass es meinen Knien noch lange nicht so gut geht, wie ich mir gerne einbilde.
Zum Stehen auf dem Brett bin ich immer ganz gut gekommen; aber dann die Füße umstellen ging gar nicht gut. Wie festgenagelt.
Und die “Abstiege’ ins knietiefe Wasser waren auch nicht eben geschmeidig. Als hätte ich Holzstöcke statt Gelenken. Das muss besser werden. Vielleicht gebe ich so einem Orthopäden doch noch eine Chance.
Mein Freund Endomondo meint übrigens, das Abenteuer hätte 1400 kcal gekostet. Ich bin geneigt, ihm zu glauben.