Schlagwort-Archive: Garmin 310XT

Tapetenwechsel

 Sommerabschluss, der Vierte. Nach einigen Getrennt-Urlauben in der letzten Zeit haben der Mann und ich uns ein Gemeinsam-Wochenende verordnet. Der Sohn lässt sich freundlicherweise bei der Oma in der Rhön abstellen, und der Mann und ich reisen weiter gen Norden. Nach Osthessen ins Zwischenland. Zwischen Rhön und Vogelsberg, zwischen Lauterbach und Fulda. Nach Bad Salzschlirf. Wegen des lustigen Ortsnamens natürlich. Im örtlichen Wellness-Hotel haben wir ein Schnell-Entspannt-Wochenende gebucht mit allerlei Massage- und Gutsein-Schnickschnack. Und Begrüßungsdrink.

Voller Enthusiasmus packe ich auch lauter Sportklamotten ein. Weil es gibt ja auch mindestens ein Schwimmbad. Zwölf Meter nur, aber ich stelle mir vor, dass man da schon schwimmen kann. Mit vielen Wenden halt.
Leider führt die Realität diese Vorstellung ganz schnell ad absurdum und ich sehe ein: Schwimmen in einem zwölf-Meter Wellness-Becken geht gar nicht. Als sich diese Erkenntnis gesetzt hat, ergebe ich mich der Passivwellness. War nicht weiter schwer.
Am Samstag beschließen wir allerdings eine Outdoor-Aktivität, weil das Wetter viel zu gut für Indoor ist, auch wenn es sich um präventiv-gesunde Solebäder handelt. Im Ort gehen wir einfach mal irgendwelchen hingemalten Zeichen hinterher und landen auf einem wunderbaren Rundweg. Durch sonnendurchflutete Wiesen und lichte Wälder. Mit grandiosen Blicken in die Landschaft. Vorbei an einem hohen Stück Mauer mitten im Feld, das vor neunhundert Jahren als Teil einer Burg erbaut und seit mehr als achthundert Jahren als Ruine herumsteht. Hartes Schicksal.
Auf dem ganzen Weg ist uns nicht einmal jemand begegnet. Nur ein paar Reiter am Horizont. Wir haben den Verdacht, dass dieser Teil von Osthessen eigentlich unbewohnt ist und nur von Kurgästen bevölkert wird, die sich aber hauptsächlich liegend im Moor- oder Solebad aufhalten.
Der Mann legt mit seinen Camino-trainierten Beinen ein gutes Tempo vor und ich versuche mitzuhalten. Auf der Ebene mit Wanderstöcken komme ich gut mit, aber sobald es ein wenig bergauf geht, ist mein Puls wieder durch die Decke. Langsam finde ich das wirklich bedenklich und nehme mir vor, endlich doch mal zum Doc deswegen zu gehen. Und wenn er mir nur sagt, dass ich abnehmen soll, ist das auch eine Diagnose.
Am Ende meldet die Garmin dreizehn Kilometer in drei Stunden. Leider habe ich unterwegs unsachkundig mit dem  Teil rumgespielt. Das heißt, ich habe unterwegs mal von Gehen auf Radfahren umgestellt, weil ich nicht gut im Kopfrechnen bin und mir von der Uhr die Umrechnung von min/km auf km/h abnehmen lassen wollte. Das ging ganz gut. Auch das Zurückstellen. Allerdings ist dieses Training jetzt als Multisport-Training bei Garmin Connect gespeichert und lässt sich von dort nicht als GPX- oder TCX-Datei herunterladen. Das brauche ich aber, um das Training wieder bei Endomondo zu importieren. Theoretisch kann Endomondo auch direkt von der Garmin Workouts auslesen. Praktisch hat das schon länger nicht mehr funktioniert. Schade eigentlich. So muss ich die FIT-Datei bei gpsies.de in GPX konvertieren (TCX funktioniert nicht) und in Endomondo importieren. Und schwupps sehe ich, dass wir tatsächlich fast fünfzehn Kilometer in vier Stunden geschafft haben. Die Herzfrequenzrate ist dabei auf der Strecke geblieben. Nicht schade drum.

Meine ganz persönliche Massenveranstaltung

Der krönende Abschluss meines ersten Läuferinnenjahres: B2Run gestern im Olympiapark. Fazit gleich zu Anfang: Aufregend zu Beginn, ruhig auf der Strecke und in endlicher Zeit gefinisht. Einlauf im Olympiastadion durch das Marathontor kurz vor zehn Abends. Das war ein schönes Gefühl.
Aber von Anfang an: Meine Kollegen sind alle schnell und wollten in einem der vorderen Starterblocks starten, der da hieß “unter 30 min” für die 6,4 Kilometer. Ehrlich wie ich bin, peile ich also den Ü50-Block an, was auch eine Wartezeit von über einer Stunde zwischen Startschuss und Überqueren der Startlinie bedeutet. Keine Eile also.
Da ich dadurch quasi firmenlos laufe und auch inkognito (mein Firmen-Shirt war durch einen dummen Vorfall abhanden gekommen), schließe ich mich meinem Bruder und seinen Kollegen an, die auch eher von hinten starten wollen. Der Bruder und ich verabreden die Anreise mit dem Rad, was uns am einfachsten schien. U-Bahn macht keinen Spaß, wenn über 30.000 Menschen zu einem Event anreisen, und Auto ist eh keine Option aus dem gleichen Grund. Für mich bedeutet das jedoch erstmal 25 Kilometer Anreise vor dem Lauf. Aber ganz entspannt und mit vielen Ampelpausen. Fand ich jetzt nicht so anstrengend.

Viel anstrengender war in der Tat das Stehen in der Masse, die auf den Start wartet. Da werden einem die Beine schon mal lahm und der Rücken meckert. Die Garmin hat die Zeit genutzt, sorgfältig die besten Satelliten auszusuchen.
Wenigstens gab es was zu lesen auf den T-Shirt-Rücken vor mir. Waren einige ganz lustige Sprüche dabei. Die Läufer von Sympatex haben komische Fotos hinter dem Rücken eines Gore-Läufers gemacht und sich dabei kringelig gelacht. Ein paar Herren von der Versicherungskammer hatten ihre Zeitung dabei. Übereifrige Doktoranden eines MPI glaubten, sich durch Vordrängeln Vorteile zu verschaffen. Die unvermeidliche Helene Fischer sang wieder atemlos. Und über allem hing eine Wolke von zigtausend mehr oder weniger frischen Hightech-Kunststoffshirts.
Fast anderthalb Stunden nach Startschuss ging es dann tatsächlich los. Mein Bruder flitzt los und ist weg, und ich mach mein Ding. Am Anfang zu schnell, so dass ich bald ein paar Verschnaufpausen einlegen muss. Irgendwann komme ich aber in Tritt und trabe so vor mich hin. Adele auf dem Ohr und immer noch interessiert die T-Shirts lesend. Immer mal wieder kommt ein Schneller von MAN, Siemens oder ProSieben (die sind wirklich viele an der Zahl) von hinten vorbeigeflitzt. Das schien Strategie zu sein, denn zu dieser Zeit war die Strecke schon schön leer und es ließ sich frei laufen. Von Herdenauftrieb keine Spur mehr. Allerdings auch nicht mehr viele Ansporner am Rand.
Als uns der Weg nochmal zwischen Olympiahalle und Olympiaschwimmhalle hindurch führt, schreit mir einer zu: “Da geht noch was.” Stimmt eigentlich, denke ich, und lege einen Zwischenspurt ein, der mir tatsächlich Szenenapplaus einträgt. Ich halte das schnelle Tempo durch, bis ich außer Sichtweite bin und reduziere dann abrupt. Mein Puls ist wieder bei 170 und den muss ich erst wieder runter bringen. Überhaupt finde ich meinen hohen Puls bei solchen Aktivitäten gar nicht gut. Ich geh jetzt doch mal zum Belastungs-EKG, nehme ich mir vor.
Im Stadion angekommen, superfertig aber superstolz, drehe ich eine kleine Runde um zu schauen. Die große Party war schon vorbei. Der Boden mit Bechern und anderem Müll übersät, Bananen waren schon aus, Erdinger Alkoholfrei mag ich nicht, die Kollegen schon weg. Der Bruder und ich sammeln unsere Medaillen ein und schwingen uns dann aufs Rad Richtung Heimat.
Nochmal zehn Kilometer. Dann Essen, Aktivitäten von der Garmin nach Endomondo laden, Duschen, ins Bett. Mehr weiß ich nicht mehr.
Heute Morgen im Büro sind die Resultate endlich online und werden schon eifrig diskutiert. Ich freue mich tierisch über den 8773. Platz. Ungefähr bis heute Mittag. Da fragte einer mal genauer nach und ich komme ins Zweifeln. Der 8773. Platz ist natürlich nur bei den Frauen. Männer mit der gleichen Zeit sind auf Platz 18.300 oder so. Also, um genau zu sein: Bei den Frauen Platz 8.773 von 9.294. Platz 27.120 von 27.980 über alles. Demnach habe ich mein Ziel unter den ersten 24.000 zu sein, nicht erreicht. Dazu wäre eine Zeit von 45 min. notwendig gewesen.

Und: Es ist mir egal! Ich habe es geschafft. Ich bin meine zweitbeste Zeit ever gelaufen und seit langem mal wieder einen Schnitt mit einer 8 vor dem min/km.
Und ich habe gemerkt, dass noch Luft nach oben ist, und dass es wirklich Spaß macht.

Balanceakt

 Heute mal wieder ein wenig Sport, mit Betonung des wenig. Der Sohn pennt neuerdings bis in die Puppen und deswegen sind wir erst gegen Mittag aufgebrochen zur Begehung der Groppensteinschlucht. Wildromantisch, aufregender Pfad, für den es viel Vertrauen in die österreichische Ingenieurkunst braucht, und ein unglaubliches Getöse, den der Bach unter uns macht. Die Wanderung an sich wäre in gut zwei Stunden zu erledigen gewesen, aber da der Mann seinen Fotoapparat dabei hatte und die Gegend wirklich sehr fotogen ist, haben wir etwas länger gebraucht, brutto.
Die Nettozeit habe ich versucht über meine Garmin herauszubekommen. Gar nicht so einfach, weil sie dauernd das GPS-Signal verloren hat (unter freiem Himmel?), und ich bei jeder Vorwärtsbewegung den Startknopf und bei jedem Stehenbleiben den Stopknopf gedrückt habe, oder es versucht habe. Das ist gar nicht so einfach, vom Kopf her.
Am Ende des wirklich sehr schönen Rundweges haben wir 434 Höhenmeter hoch und 434 Höhenmeter runter auf der Uhr. Wenigstens das hat die Garmin richtig ausgerechnet.
Erfreuliches Ergebnis dieser Wanderung: Den zwischen durch recht steilen Abstieg haben meine Knie gut mitgemacht. Hat sich das letzte Jahr Training doch gelohnt. Es gab Zeiten, da hätte ich das nicht geschafft.

Kreatives Freischwimmen

 Affenhitze, Feiertag, Besuch mit Kindern. Was gibt es in dieser Situation besseres als zum Baden zu fahren. Der übernächste Badesee ist zehn Kilometer weg, dafür aber ausreichend beschattet. Und die Strecke ist schön zu radeln. Zusätzlich habe ich mich dann noch eine Stunde weggestohlen und bin durch die flirrende Hitze gestrampelt. Ging eigentlich ganz gut und die Wege waren hübsch leer.
Danach endlich die Gelegenheit, meine Garmin 310 XT (sie, die Uhr) im Freiluftschwimmen auszuprobieren. Um es vorweg zu nehmen, das Ergebnis ist schon lustig.
Ich hatte die Uhr am Träger des Badeanzugs, zunächst vorne, festgemacht. Aber da kamen dauernd akustische Signale, dass das GPS-Signal nicht vorhanden war.
Dann schob ich die Garmin nach hinten, so dass sie quasi auf meinen Schultern lag. Da war dann wohl genug Signal zu empfangen. Aber das Ergebnis ist zum Lachen: Ich schwöre, ich war nicht betrunken, als ich diese Strecke geschwommen bin. Ich kann mich auch nicht erinnern, Schleifen geschwommen zu sein. Die Strecke, die mir Garmin noch in der Uhr angezeigt hat, sah einigermaßen gerade aus, fand ich.
Mit dieser Strecke hat mir Garmin aber einen neuen Geschwindigkeitsrekord errechnet und Endomondo hat mir einen neuen Pokal verliehen: 1000 Meter in 15 min. Ich dank recht schön, aber glauben kann ich es nicht. Auch die Höchstgeschwindigkeit von 149 km/h kommt mir unrealistisch vor. Insgesamt habe ich auch 64 Höhenmeter abwärts und 47 hoch bewältigt. An diesen Seegang kann ich mich auch gar nicht erinnern.
Ich weiß nicht, was schief gelaufen ist, aber so ist die Garmin für’s Schwimmtraining nicht zu gebrauchen. Hat jemand Erfahrung mit Sporttrackern im Wasser?

Spaziergang

 Am Tag nach meinen sagenhaften 9,9 gelaufenen Kilometern hatte ich keinen Muskelkater. Und deshalb sind wir am nächsten Tag auch gleich noch auf einen Spaziergang los durch die Rhön. Wir sind stramm marschiert (fand ich). Ich hatte mein neues Spielzeug dabei und habe meine Herzfrequenz mitgeschnitten. Ergebnis: Spazierengehen, auch mit knapp 6 km/h taugt nicht als Kardiotraining und schon gar nicht zum Fettverbrennen. Gut Dreiviertel der Zeit hat Garmin als “Pausieren” oder “Erholungsphase” eingestuft. Das fand ich jetzt ein bisschen streng. Schließlich habe ich mich doch bewegt. Muss ich doch wieder laufen…

Weihnachtsmann

Der Weihnachtsmann war nett zu mir und ich war heute nett zu ihm. Seit Monaten liebäugel ich ja schon mit so einem Handgelenk-Computer. Bei Ebay waren mir die Teile für einfach zwischendurch gebraucht auch noch zu teuer. Mein lieber Mann war dann so nett und hat mir den Garmin 310 XT geschenkt. Danke, Jürgen!

Über Weihnachten habe ich mir dann die Bedienungsanleitung verinnerlicht. Eigentlich gar nicht so schwer zu bedienen das Teil. Zumindest für den anfänglichen Gebrauch. Besonderheiten und Sportartwechsel habe ich ja noch nicht ausprobiert. Das Gewicht und der Umfang des Geräts sind schon beachtlich. Dadurch, dass es nicht schlackern sollte am Handgelenk, habe ich es recht fest zurren müssen; das hat dann zu beachtlicher Schweißbildung geführt. Nur gut, dass das Teil wasserdicht ist. Uhr und Herzfrequenzmesser haben sich auch auf Anhieb gut verstanden.

Na dann los: Meine übliche Rhönstrecke. Gut zwei Kilometer die Runde. Heue habe ich sie viermal geschafft. Hammer. Hat zwar über eine Stunde gedauert, aber am Ende waren neun Kilometer auf der Uhr.

Auf meinem Smartphone habe ich meinen Freund Endo Mondo zur Sicherheit mitlaufen lassen. Der hat sich sehr angestrengt und mir auch gleich dreihundert Meter und dreihundert Kalorien mehr gutgeschrieben. Aber an das Höhenprofil des Garmin kam er doch nicht ran. Der GPS-Sender meines Smartphones ist doch recht kreativ und wenig zuverlässig. Insbesondere, was die Höhenmessung angeht.
Nach dem Training kam das eigentlich Spannende: Über die Website von Endo Mondo kann ich ein Training direkt aus dem Handgelenk-Computer hochladen. Hört sich einfach an und ist sogar noch einfacher. Unglaublich. Ich bin begeistert. Und das hochgeladene Ergebnis war deutlich präziser und mit mehr Infos als die Endomondo-App. Ich bin immer begeistert, wenn Geräte das tun, was sie sollen, und das ohne vorheriges Studium. Ich bin alt genug, um mich noch an Zeiten zu erinnern, in denen das nicht so einfach war und die Computer – egal welcher Art – sich sehr schwer getan haben, miteinander zu kommunizieren.