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Paese bavarese con bellissime piste ciclabili

Urlaub vorbei, wieder daheim. Die Rückfahrt war etwas beschwerlich. Beschwerlicher als sie hätte sein müssen. Ich fand es nämlich eine gute Idee, schon am Freitag Abend heim zufahren und nicht den gesamten Samstag im vermeintlichen Stau zu stehen. Diese Idee war super, so super, dass sie etwa zwei Millionen andere Münchner, Münchner Umländer und Franken auch hatten. So einen grandiosen Stau habe ich noch nicht erlebt. Da ging zeitweise gar nichts zwischen Affi und Trento auf fünfundzwanzig Kilometern. Grobe Fehleinschätzung der Gesamtsituation und grobe Fehleinschätzung der durchschnittlichen Geschwindigkeit in einem Stau. Der Bruder ist nach uns losgefahren und profitiert von unserer Erkenntnis. Er nimmt die Landstaße, umfährt den Stau und spart so zwei Stunden.
Inmitten dieses Desasters beschließe ich zu forschen, ob wir im Sommer nicht komplett ohne Auto, sondern im Zug nach Norddänemark kommen und dort auch genug Bewegungshorizonte haben. Die Räder könnten wir ja trotzdem mitnehmen oder voraus schicken. Entspannter wäre das schon.

Punkt drei Uhr neunundfünfzig mache ich das Auto vor der Tür aus, der Horizont färbt sich schon leicht hell. Den ganzen Samstag hängen wir vollkommen übernächtigt herum. Immer wieder schaue ich nach, ob der Samstagsstau kommt, aber so richtig doll wird es nicht. OK. Wieder was gelernt. Für den Fall, dass wir nochmal in den Pfingstferien nach Gardasee fahren sollten.

Bevor mich der Alltag morgen wieder erwischt, beschließe ich noch eine Radtour am Sonntag. Auch, um meinem Radl und mir zu zeigen, dass es tatsächlich schönen Asphalt ohne metertiefe Schlaglöcher, dass es sowas wie Radwege, exklusiv für Zweiräder, und dass es auch in Bayern schön heiß sein kann.
Ich fühle mich gut und deshalb entscheide ich mich für eine Route gen Süden, also nach oben zu fahren. Auf halber Strecke mach ich ein Päuschen und lasse mir von meiner Nichte einen Bananen-Joghurt-Eis-Shake kredenzen. Sehr lecker und genau das richtige für die Zeit/Temperatur/Anstrengung.
Ich lasse mir vom Bruder seinen Lieblingsweg erklären, den ich natürlich wieder verpasse. Ich bin so schlecht im Routenmerken und -finden. In diesem Fall ist das zum Glück nicht weiter schlimm, weil ich noch fit bin und eh einen größeren Schlenkerer machen will.
Irgendwann sehe ich, dass ich einen Schnitt von knapp 25 km/h fahre, ich trete also nochmal kräftig rein und schaffe, bis kurz vor daheim tatsächlich einen Schnitt von genau 25,00 bei Garmin und 24,98 bei Endomondo. Zum Ausgleich für die unterschlagenen 0,02 km/h verleiht mir Endomondo einen Pokal für die schnellsten fünfzig Kilometer ever. Satte vier Minuten schneller als die vorherigen. Juchuh. Und knapp 300 Höhenmeter waren auch dabei.