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Cruising im Erdinger Moos

Bevor morgen der Winter wieder hereinbricht, beschließe ich meine Heimfahrt von dreizehn auf ein paar mehr Kilometer auszudehnen. Schließlich muss ich in der Übung bleiben. Ich bin mit dem Reiserad unterwegs und in Zivil, also in Jeans und T-Shirt. Es ist warm, ich habe zuwenig getrunken, mein Nacken ist verspannt und das Thermopflaster darauf ist noch mal extra warm, meine Knie haben heute den ganzen Tag weh getan. Insgesamt keine guten Voraussetzungen für Rekorde. Cruising im Erdinger Moos weiterlesen

Schau mal, Glitzer!

Die Wettervorhersage für das Wochenende ist zweigeteilt: Samstag schön, Sonntag nicht. Der Sohn will Skifahren. Also machen wir das und zwar am Samstag. Wir wollen ins Sudelfeld, weil das kennen wir noch nicht.
Wir kommen früh los. Der Stau auf der Autobahn hält sich noch in Grenzen und betrifft uns nicht lange. Es sind in der Hauptsache Sachsen, Sachsen-Anhaltiner, Thüringer und Dänen, die sich gen Süden in die österreichischen und italienischen Berge quälen. Die Armen.
Auch im Skigebiet haben wir Glück und ergattern den drittletzten Parkplatz in Liftnähe. Inzwischen ist es fünf vor elf und wir dürfen die ermäßigte Ab-Elf-Uhr-Karte erwerben. Schon wieder Glück.
Und los geht es in den ersten Lift und in den zweiten und zwischendurch fragen wir uns, was jetzt mit der Sonne ist. Denn die sehen  wir hinter dem Nebel nicht. Erst gegen zwölf und am höchsten Liftausstieg ist sie da und zwar sowas von grandios. Im Tal noch dicker Nebel und oben blauer Himmel mit Glitzerstaub. Es ist nämlich so kalt, dass der restliche Hochnebel in der Luft gefriert und leise zu Boden rieselt. Ein kleines Mädchen, das sich nach Kinderart einfach in den Schnee geschmissen hat und nach oben blickte, rief verzückt: “Mamamama, lauter Glitzer in der Luft! Schau mal! Wie schööön!”

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Über den Wolken

Skifahren ging übrigens besser als erwartet. Dafür, dass ich es eh nicht gut kann, weil erst vor sieben Jahren angefangen, und letztes Jahr ganz ausfiel wegen Knie.
Meine Technik ist eine Katastrophe. Das merke ich an den schmerzenden Gliedmaßen. Die Oberschenkel brennen wie Feuer, die Knie tun weh, und ich fahre recht einseitig. Rechtsschwung geht gut, links gar nicht. Das bringt mich mitunter in die Bredouille, beispielsweise wenn Tiefschnee oder etwas anderes im Weg ist, und ein Linksschwung die Rettung wäre.
Irgendwann kann ich dann nicht mehr, brauche eine Pause. Ich lasse Sohn und Mann ziehen und mache es mir mit einem Bierchen auf der sonnigen Terrasse der Sonnenalm gemütlich. Das entspannt ungemein.
Mit Bier im und Sonne auf dem Bauch mache ich mich dann nochmal auf in die letzten Stunden, in denen die Lifte laufen. Die Technik ist immer noch nicht besser geworden. Nur manchmal traue ich mir auch etwas mehr Geschwindigkeit zu und muss feststellen, dass das vieles einfacher macht. Und schneller.
Gegen vier bin ich dann wirklich am Ende. Geographisch wie konditionell. Ich suche mir eine windgeschützte Stelle und warte, bis die Lifte endgültig zumachen und meine Männer auch ein Ende finden müssen.
Fazit: Unglaublich schöner Tag mit herzergreifenden Panoramen. Große Schmerzen in den Beinen und Knien und wenig Freude am Fahren. Es war eine gute Entscheidung, den Skiurlaub dieses Jahr ausfallen zu lassen.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

Nach der Entscheidung gegen einen Triathlon-Start in dieser Saison, musste ich entscheiden, wie es weitergehen soll. Denn an einem Triathlon möchte ich unbedingt teilnehmen, bevor ich fünfzig bin, sonst passt ja das Motto dieses Blogs nicht mehr, und das geht ja gaaar nicht. Also erstmal analysieren, was nicht so gelaufen ist, wie ich mir das vor ein paar Monaten vorgestellt hatte. Ich glaube, das Training allein, also ich für mich, hat nicht geklappt. Ich bin nicht sportfanatisch und diszipliniert genug, um das Pensum allein zu definieren, zu schaffen und durchzuhalten. Mein Mann und andere haben mich schon immer mal wieder angetrieben, aber letztendlich war ich doch allein unterwegs.

Zwischendurch hatte ich ja schon mal die Idee, mich einem Verein mit Triathlongruppe anzuschließen, bin aber davon abgekommen, weil ich a) keinen Verein mit räumlich passenden Trainingslocations gefunden habe und mich auch b) nicht gut genug fand und erst mit besseren Trainingswerten dort vorstellig werden wollte.

Nachdem der BMI sich langsam wieder in die Höhe und die Motivation entsprechend gegenläufig bewegte, beschloss ich mich nach einem Fitness-Studio umzusehen. Und weil mein Arbeitgeber sich um mein körperliches Wohl sorgt und mir einen ordentlichen Zuschuss gibt, habe ich mich in der Preisklasse oberhalb McSport, FitKing etc. umgesehen – und bin fündig geworden. Strategisch gut gelegen gibt es ein Studio, das mir empfohlen wurde und das, tatah, über ein 25-Meter-Trainingsbecken verfügt. Das Totschlag-Argument.
Ich habe also einen Beratungstermin vereinbart, um mir die Anlage nochmal offiziell zeigen zu lassen. Der stellvertretende Irgendwas hat mich persönlich herumgeführt und dabei so einen Enthusiasmus versprüht, dass ich fortwährend das Gefühl hatte, ihn langweilt der Termin tödlich. In seiner Anpreisung hat er dauernd Buzz words wie “Premium”, “Fünf Sterne” und “Exclusiv” eingestreut, dass ich auch ja kapiere, wie edel der Laden ist. Ich habe mich aber nicht abschrecken lassen, zumal ich bereit bin, für Sauberkeit, umfangreiches Trainingsangebot und vor allem den quasi uneingeschränkten Zugang zu einem Schwimmbad (mit Sauerstoff-Reinigungsanlage=fünf Sterne) ein paar Euro mehr zu bezahlen. Die Lounge mit Kamin, die fünf verschiedenen Saunen, die Computerterminals und den anderen Schnickschnack brauche ich dann nicht unbedingt.
Ich habe also unterschrieben und glücklicherweise auch sofort einen Termin bei einer Trainerin erhalten, die mir einen ersten Plan zusammengestellt hat, nach ausführlicher Anamnese, versteht sich. Dazu gehörte auch eine Vermessung diverser Fitnesswerte, die natürlich alle zu hoch oder zu niedrig waren, je nachdem was in diesem Bereich ungesund ist. Ich habe jetzt wenige Übungen für den Anfang, damit ich mir alles merken kann und richtig mache, aber genug für eine Stunde Workout. Laufband “fürs Cardio” am Anfang, danach Geräte: Beindrücken, auch einzeln, für meine unterschiedlich ausgeprägten Beinmuskeln rechts und links. Die Trainerin konnte mir ganz gut erklären, warum mein eigentlich starkes Bein doch immer als erstes schwächelt und was ich dagegen tun kann. Dann noch was für Rücken, Bauch und Adduktoren (wegen meiner Patella). Nächste Woche habe ich den nächsten Termin. Bin schon gespannt. Und ich freue mich auf die Trainings dort.

Langsam schmerzfrei

Die letzten beiden Wochen habe ich ein bissel langsamer gemacht und auch weniger mit dem schönen Resultat, dass ich seit Ewigkeiten mal wieder schmerzfrei bin in den Knien.
Per CT habe ich es ja amtlich, dass meinen Knien nichts fehlt, und die Schmerzen im linken Knie nur eine Reizung war. Allerdings eine unangenehme, die sich hauptsächlich nach langem Schreibtischsitzen bemerkbar gemacht hat und mich wie eine alte Frau aufstehen ließ. Mit Quarkwickeln und Schonung ist das jetzt auch weg.
Die Heilung meiner Knie ist ja fast ein Wunder. Seit den frühen Neunzigern mache ich jetzt schon mit den Knien rum. Nach einer erfolglosen Operation im rechten Knie ist es eigentlich nie gut gewesen. In diesem Sommer war ich dann mal bei einer Osteopathin, deren Behandlung wirklich sehr wohltuend war. Und diese Osteopathin meinte auch, dass ich ruhig laufen lernen könnte. Und das habe ich dann auch gemacht. Ich bin einfach gelaufen und, wie schon berichtet, waren die Knieprobleme die kleineren meiner Probleme. Während des Laufens waren die Schmerzen eher weniger, was es leichter gemacht hat. Und bei den Schmerzen beim Nicht-Laufen habe ich einfach die Zähne zusammengebissen und weitergemacht. Und das scheint sich ausgezahlt zu haben . Die Muskeln sind jetzt ausreichend stark, um die Kniescheibe da zu halten, wo sie hingehört.
Das ist ein schönes Gefühl, sowohl in den Knien als auch im Kopf.
P.S.: Das Foto hat nichts mit diesem Eintrag zu tun. Es war einfach nur sehr schön heute morgen, mild und sonnig und ruhig.