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Blogparade: Winterradeln – geht das?

Dies ist die Einladung zu einer Blogparade. Details weiter unten und die Mitparadierenden

Giant Anyroad mit verpackten Fahrradlichtern auf dem Gepäckträger. Umwuchert von Knöterich
Lichter noch originalverpackt

Nachdem es heute schon lange und sichtbar schneite, beschließe ich, dass der Sommer offiziell vorbei ist. Und weil es auch schon früh recht finster ist, hab ich mich dann doch mal um ordentliche Beleuchtung fürs Giant Anyroad gekümmert. Die vordere Lampe hat ja den Dauerregen auf der Großen Tour nicht überstanden, und die Rückleuchte habe ich neulich auf meiner Moseltour verloren. Ich habe das schwere Fahrradschloss in Verdacht,  das so unglücklich auf dem Gepäckträger hing und so die Rückleuchte aus der Halterung hebelte. Nun ist aber alles wieder da und leuchtet ordnungsgemäß. Blogparade: Winterradeln – geht das? weiterlesen

Handwerke

Mein Beruf ist kein handwerklicher. Ich arbeite am Rechner, also nur mit Fingern und Kopf. Das Ergebnis sind jeweils nur ein paar Dateien, die irgendwo in den Wolken herumfliegen. Umso mehr packt mich immer öfter die Lust, auch einmal ein greifbares Werk zu schaffen.
Und das ging ich in den letzten Tagen an: Vor einem Jahr kaufte ich mir bei eBay eine Trainingsrolle. Mein neues Rennrad war damals schon beschlossene Sache, aber noch nicht da, deshalb kramte ich mein vorletztes Rad aus dem Schuppen und spannte es auf die Rolle. Dort musste ich leider feststellen, dass das Tretlager kaputt ist und das Teil so nicht zu gebrauchen war. So standen Rad und Rolle vereint ein Jahr lang im Keller – unbenutzt und nur beachtet, wenn wer im Keller etwas brauchte und die Gerätschaft im Weg stand. Natürlich hätte ich in der Zwischenzeit auch mal mein Rennrad einspannen können, habe ich aber nicht.

Kurz vor dem letzten Weihnachten ist es mir dann durch einen glücklichen Zufall gelungen, die Rolle zu verkaufen, ohne Verpackungs- und Versendeaufwand. Und so steht das Rad jetzt allein, aber immer noch vollkommen zwecklos im Keller herum. Was ich nach wie vor schade finde. Ich mag das Rad. Es war mein erstes gutes. Damals, als als Studentin, verkaufte ich mein Auto, legte noch hundert Mark drauf und erstand das A-Modell der Fahrradmanufaktur. Das ist jetzt bald fünfundzwanzig Jahre her.
Mein ursprünglicher Plan war, aus dem Trecking- ein Rennrad zu machen. Ein Randonneur eigentlich. Ein Rad also, das aussieht wie ein Rennrad, aber so nützliche Accessoires wie Schutzbleche und Gepäckträger hat.
Vorläufiges Ende der Schrauberei

Aber da bewegt sich gar nichts. In meiner Not rufe ich meinen Fahrradfreund C. Der ist hoch erfreut, an einem Rad herumpruckeln zu dürfen und kommt auch auch gleich.
Am  Tretlager scheitert auch er, aber er lässt sich meine Pläne erklären und wir diskutieren. Sein Punkt zusammengefasst: Aus der Mühle machst du nie ein Rad, mit dem wer fahren will. Das will ich natürlich nicht hören. Auch sein Vorschlag, ein gebrauchtes Rennrad zu kaufen und herzurichten, verfehlt zumindest das Ziel, ein ungebrauchtes Rad weniger im Schuppen stehen zu haben. Von guten Argumenten überzeugt (“Du brauchst eine neue Kette/Kassette/Schaltung/Bremse/Vorbau/Lenker und das kostet mehr als das Teil jemals wert sein kann.”), verabschiede ich mich innerlich vom Randonneur und denke wieder an ein Treckingrad. Dann lass ich es halt so wie es ist im Aufbau, und mache es hübsch und fahrtauglich. Jochen hat es vorgemacht. Ob ich den Rahmen entlackiere, weiß ich noch nicht. Jetzt muss erstmal das Tretlager heraus operiert werden. Wenn das gelingt, sehen wir weiter.

Wieder vereint

Da bin ich also wieder. 2500 Kilometer im Norden. Gestern nur Regen, damit keine falschen Hoffnungen aufkommen. Heute wieder in der Arbeit und Business as usual.
Am Abend packt es mich dann doch. Die Wolken sehen zwar so aus, als ob sie es nicht mehr lange halten können, doch ich beschließe, wetteronline zu vertrauen und schwinge mich auf’s Rad. Eine Stunde vor Sonnenuntergang, also montiere ich meine Lichtlein. Und los. Meine Beine wissen gleich, was sie zu tun haben, so als wären sie keine drei Wochen radfrei gewesen.
Aber: Boah, ist das kalt! Besonders an meinen kurzbehosten Beinen. Ich trete ordentlich in die Pedale, dass mir endlich warm wird. Das dauert leider ganz schön lange, fast den halben Weg.
Dieser ist wieder meine übliche 30k-Runde übers platte Land. Hier hat sich ordentlich was getan. Der hundertste Obi im Großraum ist fast fertig (und ich frage mich zum wiederholten Male: Wie viele Obis pro Einwohner braucht eine Stadt?). Der neue Autobahnzubringer ist auch fast fertig, und der Radweg in diesem Zusammenhang zerstört. Hoffentlich wird das wieder gerichtet.
Ab und an fällt mein Blick auf meine sonnengebräunten Extremitäten, die mich erinnern, dass ich eigentlich als gefüllter Sonnenspeicher heimkommen wollte. Alles nur leere Sprüche. Sonnenenergie wird total überschätzt.
Aber immerhin weiß ich jetzt, in was ich die Gratifikation, die mich während meines Urlaubs ereilt hat, investiere: In warme Radklamotten. So für den Bereich zwischen null und zehn Grad.
Frage an die Erfahrenen in der Leserschaft: irgendwelche Tipps diesbezüglich? Lange Hose oder Beinlinge? Mit Trägern oder ohne? Eine oder Zwiebelschichten? Thermo, Softshell? Ach, Entscheidungen über Entscheidungen.

Auskuriert

Eine Woche habe ich jetzt vor mich hingekränkelt und quasi nicht gesportelt. Sogar Schwimmen habe ich ausfallen lassen, weil ich so schlapp war. Aber jetzt ist der Husten weg und ich bin auf die Piste.
Erst hatte ich Sorgen, dass es ganz furchtbar wird – fitnesstechnisch. War aber dann gar nicht so schlimm. Im Gegenteil. Ich bin lustig drauf los gelaufen und habe sogar ein “personal best” geschafft, eines, von dem mein Freund Endo Mondo nichts mit gekriegt hat: 30 Minuten ohne Gehpause.
Angezogen war ich viel zu warm, weil die im Radio immer was von “Winter is coming.”  und Schneeregen erzählen. Da habe ich noch kein Gefühl für, was gut für welche Temperatur ist. Eine 3/4-Leggings und die kurze Laufhose drüber, Unterhemd, Sweatshirt und ein Windbreaker sind eindeutig zu viel für 7°C. Bisher bin ich materialtechnisch noch nicht auf dem neuesten Stand der Technik. Laufschuhe, klar, die habe ich mir neu gekauft. Dazu habe ich mir Laufsocken aufschwatzen lassen. Die sind schön und laufen auch gut, aber es geht auch mit den Tschibo-Socken. Ansonsten habe ich eine Funktionslaufhose (knielang) und eine kurze aus Baumwolle. Eine Softshell-Jacke und ein ganz dünnes neongelbes Etwas, das ich mir mal für’s Radeln gekauft habe. War damals noch verfrüht, aber ein Schnäppchen. Alles andere ist Bestand aus dem Schrank. Das soll auch noch eine Weile so bleiben, bis ich das Gefühl habe, dass die Kleidung eine Verbesserung oder wenigstens einen Unterschied bringt.