Schlagwort-Archive: Radfahren

Münchner Momente

Dies ist eine Premiere: Ich folge einer Blogparade. Aufgerufen hat muenchen.de über unsere schönsten Münchner Momente zu bloggen. Seit einiger Zeit überlege ich schon hin über meinen schönsten Münchner Moment, aber Bier oder Fußball gehören nur peripher dazu.  Über den Föhn schreibe ich sowieso. Also was dann?

Wirre Wegführung
Wirre Wegführung

Seit es abends so früh dunkel wird, fahre ich ungern durch den unbeleuchteten Park, sondern nehme die Wasserburger Landstraße, eine große Ein-/Ausfallstraße. Der Fahrradweg dort entlang war bislang eine Katastrophe. Schmal und total kaputt. Baumwurzeln haben sich nach oben durchgebohrt. Schlecht reparierte Löcher sind zu Hügeln geworden. Kein Spaß. Insbesondere nicht, wenn es dunkel ist und die Beleuchtung nur auf Straße und Fußweg ausgerichtet ist. Und neulich dann das Aha-Erlebnis. Auf langen Strecken wird der Weg jetzt erneuert. Fast durch ganz Trudering haben wir RadlerInnen schon eine glatte Bahn. Das ist schön und hat mich ehrlich gefreut. Münchner Momente weiterlesen

Radfahren im Dezember

Zweiter Advent. Leichter Schneefall hat über Nacht die Tannenspitzen überzuckert. Auf unserem Sonntagsspaziergang beobachten wir, wie der See beginnt an den Rändern zuzufrieren. Die Nasen sind von der Kälte rot und ein Tröpfchen hat sich hartnäckig festgesetzt. Bei Einbruch der Dunkelheit erreichen wir einen Weihnachtsmarkt und wärmen uns Hände und Bauch mit einem heißen Glühwein.
Soweit die Theorie. In der Praxis sind es draußen gut zehn Grad, und die Sonne knallt. Die Familie verweigert gemeinsames weihnachtliches Plätzchenbacken, und so sehe ich zu, dass ich diesen Tag bestmöglich ausnutze. Mein Rennrad hatte bisher noch keine Jahresabschlussfahrt und fühlte sich überhaupt ganz schön vernachlässigt in den letzten Monaten. Das will ich heute gut machen.
Ich präpariere mich also mit Thermoradhose und Merino-Shirt unter der Windjacke, eine Entscheidung, die ich recht schnell bereue. Ich schwitze mich fast tot, mag aber nicht umdrehen, weil das Radeln wieder so wahnsinnig Spaß macht. Wieso habe ich das Rennrad eigentlich so lange nicht mehr gefahren?
Ich rase dahin und schaffe auf den ersten zehn Kilometern tatsächlich einen Schnitt von um die 27 km/h. Und das mit Ampeln und Kreuzungen, und ohne Rückenwind und Windschatten. Ich bin begeistert.
Meine Runde wird immer größer, weil ich einfach nicht umdrehen mag. Immer weiter in eine Richtung. So wird es auf meiner großen Radtour 2016 auch sein. Darauf freue ich mich.
Heute geht das aber nicht. Irgendwann muss ich abbiegen, um den Bogen heim hinzukriegen. Als ich nach gut drei Stunden daheim ankomme, zeigt der Tacho 75 km an. Mein Gesicht ist rot wie nach einem Tag am Strand und meine Laune bestens. Ich glaube, dem Rad hat unsere Jahresabschlussfahrt auch gefallen. Radfahren im Dezember weiterlesen

Radpolitik

Noch ein Ausflug in ungewohntes Terrain. Diesmal die Verkehrspolitik. Jochen und sein Fahrrad bringen es immer besser auf jeden Punkt als das ich das je könnte, deshalb überlasse ich die Feinheiten ihm und reiche hier nur den Link weiter:

https://formularserver.bayern.de/intelliform/forms/rzsued/stmi/stmi/Radverkehrsplan/index

Das bayerische Innenministerium möchte dort gerne wissen, ob und wie die Untertanen so zum Rad und zum Radfahren stehen. Ein paar Fragen, die schnell beantwortet sind und, da muss ich Jochen recht geben, recht naiv daherkommen:

Wie wichtig sind mir “Informationen rund ums Fahrrad und Fahrradfahren”? Hm, lassen Sie mich mal überlegen. Ja, sehr wichtig. Aber dafür brauche ich nicht das Innenministerium. Die Infos, die ich haben will, bekomme ich anderweitig besser. Aber vielleicht wären die Hauptsächlich-Autofahrenden oder die Hundehalter-ohne-Leine an Informationen rund ums Fahrradfahren interessiert? Radpolitik weiterlesen

Heini schiebt von hinten

Heute war die Fahrt in die Arbeit die reine Freude. Sturmtief Heini kommt von Westen und will nach Osten, genau wie ich. Die meiste Zeit bin ich genau in seiner Richtung.  Dann ist es schön leise, ich höre den Wind nicht, spüre ihn kaum und sehe ihn nur an den sturmgebeutelten Bäumen und Sträuchern neben mir. So stelle ich mir Ballonfahren vor.

Das wilde Wetter erkennt man auch an der Brandung, die den sonst so langweilig-ruhigen See im Park aufpeitscht, und an der Skulptur aus Wäschespinnen, die laute Lieder singt. Überhaupt pfeift der Wind an allen Geländern und Pfosten entlang. Heini schiebt von hinten weiterlesen

Sommerabschlussfahrt

Der Sommer neigt sich jetzt wirklich dem Ende entgegen. Zeit wird’s für eine letzte große Ausfahrt. Das Wochenende habe ich frei, also suche ich mir einen schönen Weg zusammen. Nach Landshut wollte ich schon lange mal, Niederbayern finde ich schön. Also abgemacht. Samstag schnall ich meine Tasche ans Rad, zieh mich warm an und radel los in den Nebel.

Herbst an der Isar
Herbst an der Isar

Ich schleiche mich hintenrum zur Isar und treffe sie dank meines tollen Orientierungssinns erst in Ismaning. Ab hier also Isarradweg. Der Weg ist nicht asphaltiert und führt durch den Wald. Das bedeutet um diese Jahreszeit ein Haufen Vertrauen, denn wer weiß denn schon, was unter der dichten Schicht Blätter ist. Könnte ja ein Krater versteckt sein. Ich lese den Weg wie so ein Winnetou und fahre nur da, wo schon Spuren zu sehen sind. So komme ich ganz gut voran und akkurat bei Kilometer vierzig in Freising kommt die Sonne raus. Na also, geht doch. Ab jetzt wird’s toll.  Und ab jetzt befahre ich mir unbekanntes Terrain. Sommerabschlussfahrt weiterlesen

Karten und Ideen

Die Planung der Großen Tour geht weiter. So bin ich. Wenn ich mir was in den Kopf setze, möchte ich das am liebsten gleich und jetzt alles machen. Aber jetzt geht nicht und wäre auch nicht so schön. Jetzt wird es kalt und ungemütlich.

Nebel am Riemer See
Nebel am Riemer See

Musste ich erst gestern merken, als ich morgens bei ganz wenig Graden über Null in die Arbeit geradelt bin. Vollkommen unangemessen angezogen, weil ich dachte mir, wird schon warm, wenn ich ordentlich reintrete, und am Nachmittag sollte ja eh die Sonne scheinen, und bisher hieß Sonne ja auch warm. Außer einem stimmungsvollen Foto mit Nebelschwaden über dem See hat mir das noch eine Unpässlichkeit eingebracht, die mich heute bei Fenchelkümmelanistee ans Sofa fesselt.

Lippe-Römer-Weg
Lippe-Römer-Weg vorm Kamin

So habe ich endlich wieder Zeit, mich um die Planung meiner Großen Tour zu kümmern. Fremdenverkehrsvereine an Ruhr, Lippe, Weser und Elbe haben mich netterweise mit Material versorgt, und ich träume bei den Bildern und Beschreibungen, studiere die Karten und stelle mir vor, wie das dereinst sein wird, wenn ich dort entlang radel, in sechs oder sieben Monaten.

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Offiziell vorbei

Hier kommen meine elf Punkte, an denen ich merke, dass der Sommer offiziell vorbei ist.

  1. Am Morgen ist es so zapfig kalt, dass ich in der Radlhose frieren würde. Also fahre ich in Zivil nur in Jeans, T-Shirt und Fleecejacke. Damit spare ich mir auch das Mitschleppen der Wechselklamotten und das Umziehen in der Arbeit. Das hat leider aber auch zur Folge, dass ich am Nachmittag beim heimfahren manchmal noch ganz ordentlich ins Schwitzen komme. Fünfundzwanzig Grad schafft der Planet doch noch ab und an.
  2. Morgens steht ebendieser Planet noch so tief, dass ich oft nichts sehe und in Blindflug gern Osten radeln. Am Abend dann da gleiche Spiel nochmal, nur diesmal gen Westen. Sonnenbrille?
  3. Die abendliche Walkingrunde endet unerwartet im Dunkeln. Jetzt dämmert es tatsächlich um halb acht schon ganz ordentlich.
  4. Der Himmel ist so unglaublich blau und klar und weit, dass mir die Adjektive fehlen.
  5. Morgens gibt es jetzt wieder wunderschöne Bergpanoramen an Horizont zu bewundern.
  6. Sonst eigentlich ganz normale Leute laufen auf einmal wieder in Dirndl bzw. Lederhosen herum, und die Stadt ist unerträglich voll. Es ist Oktoberfest.
  7. In Supermarkt gibt es endlich wieder Weihnachtsgebäck, diesmal sogar schon zwei Tage vor Wiesnanstich. Wer braucht jetzt schon Spekulatius?
  8. In der Arbeit sind alle aus dem Urlaub zurück und Hektik bricht aus.
  9. Die beiden Eichhörnchen haben es endlich geschafft, unseren Walnussbaum leer zu räumen und die ganze Ernte zu verstecken. Ich finde sie dann im Laufe des nächsten Jahres in Form von Schösslingen.
  10. Im Garten stehen Paletten mit vier Ster Brennholz, die darauf warten umgeschichtet zu werden.
  11. Die Federbetten sind auf einmal nicht mehr todbringend heiß sondern schön kuschelig.

Andere Städte, andere Räder

Hamburg ist die nächste Station unseres diesjährigen Urlaubs. Neben dem touristischen Pflichtprogramm betreibe ich soziokulturelle Studien. Einfacher ausgedrückt: mir fällt auf, dass es hier andere Fahrräder gibt als bei uns. Erster Eindruck: Viel mehr Alltagsrennradler und – innen. Das finde ich bemerkenswert, weil die Straßen und Wege das nicht unbedingt nahe legen. Auf der anderen Seite gibt es in Hamburg seit zwanzig Jahren ein großes Radrennen, in München versuchen sie seit Jahren vergeblich was zu organisieren.
Zweitens gibt es quasi keine Mountainbikes. Die wenigen, die ich sehe, sind auf bayerischen Autos oder in der Nähe touristischer Attraktionen festgemacht.
Drittens sind sie hier recht genügsam, was die Lenkerbreite angeht. Während ich in München schon so breite Lenker gesehen habe, dass ich dachte, wir passen nicht aneinander vorbei auf den Radweg, gibt es hier Lenker, die so schmal sind, dass die Daumen sich fast in der Mitte berühren. Wird gerne von jungen Männern mit Vollbart und Haarknoten gefahren, manchmal auch an Fixies.
Ansonsten sind viele Gemütlich-Commuter mit Holland- und ähnlichen Rädern unterwegs. Andere Städte, andere Räder weiterlesen

Auf neuen Trails

So, nachdem Tourberichte ja nicht mehr so gewünscht sind …

Nein, halt, das hat keine gesagt, …

Ja, schon gut. Du hältst dich jetzt erstmal wieder eine Weile zurück. OK. Also nochmal und diesmal ehrlich: In der letzten Zeit gab es wenig zu berichten, weil Touren und anderer Sport rar waren. Einfach zu viel Hitze und zu wenig Lust. Eine Runde im Erdinger Land, aber auch mehr aus Pflichtbewusstsein, denn vor einiger Zeit habe ich bei Facebook irgendwem, wahrscheinlich mir, versprochen am 26. Juli hundert Kilometer Rad zu fahren. Immerhin siebzig habe ich geschafft. Kam auch unserem Team von Stadtradeln.de zugute. Ich habe in der Arbeit ein Team für diese Klimaradelaktion auf die Räder gestellt. An die dreißig KollegInnen haben in drei Wochen ganz knapp 10.000 Kilometer zusammengeradelt. Das war ordentlich und hat uns einen der vorderen Plätze eingebracht. Gegen die 1200 Postler der Stadt kamen wir aber nicht an. Auf neuen Trails weiterlesen

Heiß auf die Berge

Irgendwann musste es ja mal passieren, nämlich, dass ich in die Berge muss. An diesem Wochenende bietet es sich an. Ein Freund feiert seinen Geburtstag auf einem Campingplatz in hinter Fischbachau. 70 km südlich meiner Homebase auf 771 m ü. N. Komoot sagt eine “schwierige Rennradtour” mit 640 hm voraus. Ich will schon wieder verzagen, aber der Mann bietet an, mich abzuholen, wo immer ich zusammenbreche. Mit diesem Notfallplan im Hinterkopf mache ich mich bei fast dreißig Grad auf Richtung Südsüdost. Ich bin schon gespannt auf die Gegend um Miesbach, weil mich gerade die Miesbach-Krimis über Wallner und Kreuthner amüsieren, und ich mir endlich ein Bild machen kann.

Moooment. Was soll das denn jetzt werden? Schon wieder ein Tourbericht? So wie jede Woche einer? Laaaangweilig!

Ja, schon. Warum nicht?

Weil in der letzten Zeit von dir nur solche Berichte kommen. Und sonst nichts anderes.  Heiß auf die Berge weiterlesen