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Waterloo liegt im Vilstal

Generalprobe, es ist dringend Zeit für eine  Generalprobe. Für die Cyclassics.  Endlich die hundertzwanzig Kilometer fahren, vielleicht auch mehr. Und mit den voraussichtlichen fünfhundert Höhenmetern. Diese Gedanken spuken schon länger in meinem Hirn herum.

Schon letztes Wochenende sollte es sein, aber da war es zu heiß, zu gewittrig, und so wurden es nur fünfundsechzig. Also dann nochmal. Ich frage beim Bruder an, der winkt aber ab, er ist überbucht. Der Mann dagegen sagt sofort ja. Wir wollen früh los, die Zeit nutzen, die der Sohn in seinem Teenagerkoma verschläft. Ich bastel eine Acht durch das Vilstal zusammen, weil die Landschaft dort ist hügelig (wegen der Höhenmeter), ich will dem Mann den Vilstalradweg zeigen (weil den mag ich), und weil es dort insgesamt schön ist. Waterloo liegt im Vilstal weiterlesen

Schafe, Hühner und ein Rekord 

Am schönsten finde ich es, ein offizielles Ziel für eine Radtour zu haben anstatt nur einfach in der Gegend herum zu fahren. Und das war gestern gegeben und zwar so:

Der Sohn verbringt in diesem und im nächsten Schuljahr ziemlich viel Zeit auf einem Bauernhof. Achtmal fünf Tage, in denen die Kinder außerschulisch lernen, wie es heißt. Die Kochgruppe kümmert sich um fünf Mahlzeiten für die Arbeitsgruppen. Die Tierversorgungsgruppe versorgt die Schafe und sammelt die Eier aus dem Hühnermobil. Sie werken und werkeln, sie lernen über Landwirtschaft und Gemüse und lauter Zeug, was das typische Stadtkind nicht automatisch mitbekommt. Und Kinder kommen weg von daheim und lernen Selbständigkeit. In den ersten beiden Wochen hat sich jeder auch noch einen sensationell schönen Grünholzhocker gezimmert, was uns Eltern wirklich stolz machte. Damit wir Eltern sehen, wo unsere Kinder sind und  was sie machen, während wir daheim die sturmfreie Bude genießen, gab es ein Hoffest.

Siebzig Kilometer von daheim Richtung Berge am Kochelsee. Perfekte Strecke für das Rad. Der Sohn organisiert sich eine Mitfahrgelegenheit, ich backe noch schnell den obligatorischen Elternkuchen, packe ihn zusammen mit ein paar Zivilklamotten dem Sohn zum Mitnehmen ein, und dann fahren der Mann und ich los. Drei Stunden haben wir Zeit. Die halbe Stunde Puffer ist leider schon verpufft bevor wir wegkommen. Schafe, Hühner und ein Rekord  weiterlesen

Ein Familiendings

Der Sohn hat die Liebe zum Radeln entdeckt.  Das liegt vielleicht auch an seinem neuen Rad. Nachdem er sich jahrelang auf einem geerbten Mountainbike, das inzwischen auch ein wenig zu klein war, abmühte, haben wir ihm jetzt mal ein gutes Rad gegönnt. Er wollte ausdrücklich kein Mountainbike, sondern ein Rennrad. Der Kompromiss zwischen schnell und alltagstauglich ist ein Cyclocrosser.  Und jetzt macht es uns Eltern auch tatsächlich mehr Freude mit ihm zu fahren. Kein Genörgel mehr und wir kommen gut voran. Allein deswegen hat sich die Investition schon gelohnt.

Sohn auf Rad im Stadtwald

Aber auch, weil der Sohn und ich in den Pfingstferien Großes vorhaben. Wir wollen eine größere und längere Radtour machen, mit Tagesetappen von 40 bis 60 Kilometern. Für mich ist das jetzt nicht sooo die Herausforderung, aber für einen Zwölfjährigen, der bis jetzt keine großen Touren gefahren ist, schon. Deshalb fing am Samstag das “Langstrecken”-Training an. Ich sage dreißig Kilometer an. Der Sohn fällt erstmal in Ohnmacht und wird ein bisschen hysterisch, merkt aber dann schnell, dass mit seinem Rad diese Distanz easy zu machen ist.  Am Ende waren es 33 Kilometer in knapp zwei Stunden, und der Sohn platzte vor Stolz. Ein Familiendings weiterlesen