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Echt allein?

Noch drei Wochen bis zum Start und so langsam bekomme ich Muffensausen. Ich fühle mich nicht ausreichend trainiert und neuerdings tun mir meine Knie wieder regelmäßig weh. Haben sie schon lang nicht mehr in diesem Ausmaß. Allerdings nicht beim Radfahren und das ist das Wichtigere.

In der letzten Zeit muss ich auch immer mal wieder die Frage nach dem “Allein” beantworten. Ja, ich fahre alleine. Zumindest fahre ich alleine los. Und nein, das macht mir keine Angst. Im Gegenteil, das ist der Part, auf den ich mich am meisten freue: allein, ohne Ablenkung, nur ich und meine Gedanken. Niemand auf den ich Rücksicht nehmen muss. Niemand, der auf mich Rücksicht nehmen muss. Eine neue Erfahrung. Nein, nicht neu, aber schon ganz lange nicht mehr da gewesen. Ein paar Jahrzehnte. Bin gespannt, wie ich damit zurecht komme. Und mit der Sehnsucht nach Mann und Sohn. Wobei sich die ja im Zeitalter moderner Telekommunikation ja recht kurzfristig stillen lässt.

Nachteile hat das Alleinreisen natürlich auch: Ist niemand da, der mal ziehen kann, oder ermutigen oder mitjammern. Niemand, den der idyllische Ausblick interessiert. Nicht in diesem Moment. Ich muss Foto machen, Foto posten und dann bekomme ich vielleicht einen Kommentar. Direkt ist anders. Aber das ist auch eine Erfahrung. Echt allein? weiterlesen

Packprobe

Weil ich in der letzten Zeit öfter mal verwunderte Anmerkungen gehört habe: “Wie? Du hast noch keine Packprobe gemacht?” oder “Deine Packliste ist aber ganz schön lang. Wie lange willst du denn weg sein?”, mache ich mich heute mal an die Packprobe.

Und damit der Sohn auch was davon hat, gestalten wir es multimedial. Um es vorweg zu nehmen. Es passt alles auf der Liste rein und ich könnte sogar noch eine Jeans mitnehmen.

Packliste und Packkiste

Diese Packliste war ein laufendes Projekt für meine Flüsse-Radtour in 2016. Inzwischen hat sie sich schon mehrfach bewährt, weil ich nicht mehr groß nachdenken muss, was alles mit muss.

Für Rückmeldungen, Tipps etc. bin ich dankbar. Neben dieser virtuellen Liste habe ich auch noch eine Packkiste, in die ich schon mal Zeug reinwerfe, was ich bis dahin nicht brauchen werde. Sie wird täglich voller.

Bike-Material
  • Giant Anyroad 2, mit Sonderausstattung: Gepäckträger und Schutzblechen
  • Ortlieb Backroller Plus Hinterradtaschen in Grün
  • Evtl. Ortliebsack für hinten drauf und/oder Spannnetz, zeigt sich dann bei der ersten Packprobe
  • Lenkertasche ist dran , wird schwierig, weil das Giant Anyroad so voll um den Lenker herum ist
  • Evtl. Satteltäschchen für Werkzeug (ist jetzt in der Lenkertasche)
  • Licht vorne
  • Luftpumpe, Werkzeug, Ersatzschlauch, Expander
  • Halterung für meine FinePix
  • Fahrradschloss
  • Gummihandschuhe für Pannen, damit ich mir die Finger nicht schmutzig machen muss, und ein Lappen, wenn das Bike zu schmutzig ist

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Fakten schaffen

Nachdem ich mich zwei Tage offline und online über einen moralischen Aspekt meiner Radtour habe beraten lassen, bin ich zu dem Entschluss gekommen, doch keine Spendenaktion aus meiner Urlaubsreise zu machen. Ein ander Mal und dann gezielt und mit Bezug. So dann ist das geklärt.

Geklärt ist jetzt auch der Beginn. Ich besitze jetzt nämlich eine Fahrkarte nach St. Gallen für mich und mein Rad. Das Rad bekam sogar noch zusätzlich irgendein Zolldings, weil wir eine Grenze überqueren müssen. War ja auch so eine Frage, ob ich Nord- oder Südseite vom  Bodensee fahren will, und weil kein ordentlicher Input kam, warf ich eine Münze. Innerlich. Erste Nacht ist in Schaffhausen, die zweite in Basel, die dritte in Ettenheim bei Verwandtschaft. Ab dann wird es vage. Fakten schaffen weiterlesen

Frau vor Flussradwegen

Beim Planungsträumen meiner großen Tour lerne ich,  dass man kreuz und quer durch Deutschland kommen kann, wenn man nur den Flüssen folgt. Ich finde das ganz spannend und stelle mir vor, wie die Menschen in präautobahnischen Zeiten durch die Lande gereist sind. Entweder auf Pfaden, die römische Legionen schon runtergetrampelt hatten, oder eben entlang der Flüsse. Diese hatten sich freundlicherweise schon viele Jahre vor den Menschen durch Hügel und Berge gefräst und uns so die Wege geebnet.

Unglaublich viele Flüsse und Flusstäler sind (radweg-)technisch erschlossen, benannt und entsprechend ausgeschildert. Das war im Mittelalter etc. bestimmt nicht so. Da stelle ich mir zwischendurch mal krankheitsübertragende Sumpfgebiete oder unpassierbare Felseneinschnitte vor. Oder Hochwasser, plötzlich entstehende Seitenarme und geänderte Flussläufe, weil die Flüsse damals noch eher konnten wie sie wollten. Radwandern auf asphaltierten Wegen ist dagegen ein Kindergeburtstag.

Meine Google Map, die ich für die Planung verwende, enthielt am Anfang nur drei Wege: Lindau – Xanten am Rhein, Xanten – Cuxhaven gerade rüber und Cuxhaven – Dresden an der Elbe.

Mittlerweiler sind viele Flussradwege, ehemalige Bahntrassen und anderweitige benannte Radwege hinzugekommen. So ist es inzwischen durchaus eine Option für mich, von Xanten ein Stück an der Lippe, dann über Münster und Telgte an die Ems, diese südlich bis Gütersloh, von dort weiter nach Bad Oeynhausen an der Weser, und die Weser weiter entlang nach Norden bis zur Wümme zu fahren, und die weiter Richtung Hamburg zu nehmen.  Frau vor Flussradwegen weiterlesen

Karten und Ideen

Die Planung der Großen Tour geht weiter. So bin ich. Wenn ich mir was in den Kopf setze, möchte ich das am liebsten gleich und jetzt alles machen. Aber jetzt geht nicht und wäre auch nicht so schön. Jetzt wird es kalt und ungemütlich.

Nebel am Riemer See
Nebel am Riemer See

Musste ich erst gestern merken, als ich morgens bei ganz wenig Graden über Null in die Arbeit geradelt bin. Vollkommen unangemessen angezogen, weil ich dachte mir, wird schon warm, wenn ich ordentlich reintrete, und am Nachmittag sollte ja eh die Sonne scheinen, und bisher hieß Sonne ja auch warm. Außer einem stimmungsvollen Foto mit Nebelschwaden über dem See hat mir das noch eine Unpässlichkeit eingebracht, die mich heute bei Fenchelkümmelanistee ans Sofa fesselt.

Lippe-Römer-Weg
Lippe-Römer-Weg vorm Kamin

So habe ich endlich wieder Zeit, mich um die Planung meiner Großen Tour zu kümmern. Fremdenverkehrsvereine an Ruhr, Lippe, Weser und Elbe haben mich netterweise mit Material versorgt, und ich träume bei den Bildern und Beschreibungen, studiere die Karten und stelle mir vor, wie das dereinst sein wird, wenn ich dort entlang radel, in sechs oder sieben Monaten.

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Flüsse in Deutschland

Seit den drei Tagen entlang der Donau: Erst ein kleines Flüstern im Kopf, dann immer lauter bis es jetzt schon fast spruchreif ist und nun hier ausgesprochen werden soll.

Nächstes Jahr möchte ich eine längere Radtour machen. So um Pfingsten rum, etwa drei Wochen. Die Strecke am Rhein von Lindau bis Xanten ist gesetzt. Alles andere ergibt sich. Vielleicht Ruhr oder Ems oder Weser, und dann Elbe und Saale. Flüsse gibt es viele. Die Planung ist in vollem Gange, obwohl es eher nur eine hypothetische ist. So richtig planen und Betten vorbuchen will ich eigentlich nicht.

Also male ich mir bei Google Maps Karten, suche und importiere GPX-Tracks, lese Erfahrungsberichte und Reiseanleitungen. Dabei stolpere ich auch über die Reisen von Suzanne und Janos, die mal eben von München nach Frankreich radeln, und zwar via Berlin und Hamburg. Oder der Blog von Markus, der für einen Kaffee nach Togo radelt, und dafür ein Jahr braucht. Das hatte ich jetzt nicht vor. Ich back da erstmal kleinere Brötchen, bleibe lieber in der Zivilisation mit allen ihren Annehmlichkeiten.

Neben der mentalen Vorbereitung muss ich natürlich zusehen, dass ich einigermaßen fit durch den Winter komme. Das wird wahrscheinlich das schwierigere. Ich berichte – natürlich und natürlich hier!