Schlagwort-Archive: Reykjavik

Samstag ist Badetag

Die Isländer, oder Wikinger, wie wir sie manchmal liebevoll nennen, mögen Wasser und sie mögen das Baden. Das kann man erstmal so festhalten. Im Großraum Reykjavik gibt es siebzehn öffentliche Schwimmbäder, für etwa hundertsechzigtausend Menschen. Macht etwa ein Bad für zehntausend Menschen. Zum Vergleich: In München teilen sich hundertausend Menschen ein öffentliches Schwimmbad.

Das Fotografieren ist verboten in diesen Bädern und das ist auch gut so
Bis 1966 der einzige mit 50-Meter-Bahnen

Die Bäder, überwiegend Freibäder (beheizt), haben meist ein Schwimmbecken, nicht selten mit Fünfzigmeterbahnen. Und den  Fun Pool mit oder ohne Rutschen, mit oder ohne Schwimmbretter, Bälle und Schwimmnudeln. Und dann noch zusätzliche Heißkochtöpfe von 38 bis zu 44 Grad, für die ganz harten. Auf unseren Fahrten über Land haben wir in fast jedem Kaff ein Bad gesehen, und seien es auch nur ein paar Bahnen und ein Becken zum Abhängen und Sozialisieren.  Es ist übrigens Usus, sich vor dem Baden richtig zu waschen, ohne Badeanzug an und mit Seife. Ein großes Plakat am Eingang markiert die fünf wichtigen Stellen, die auf jeden Fall gewaschen werden müssen. In den Duschen gibt es dafür Seifenspender und Wachpersonal. Fun Fact am Rande: Bei TripAdvisor haben wir folgende schlechte Bewertung eines Bades diesbezüglich von einer US-amerikanischen Familie gefunden: …too many naked adults in and out of the showers that freaked out our teenage children. Und mich hat eine amerikanische Touristin gefragt, ob sie denn nach dem Baden schon wieder nackig duschen müsse. Ich war nett und habe es ihr erlassen, allerdings darauf hingewiesen, dass die Algen aus dem Naturbad schon nicht so schön auf der Haut sind, wenn sie mal trocknen. Samstag ist Badetag weiterlesen

Gastbeitrag: Regeln für den Island-Läufer

Heute eine Premiere: Der erste Gastbeitrag in diesem Blog. Natürlich gebührt diese Ehre “dem Mann”. Viel Spaß beim Lesen. Andra.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Island liegt zwar weit weg vom europäischen und amerikanischen Festland aber auch hier gelten die Regeln, die wir aus unserer heimatlichen Sportwelt kennen. Auch hier spielt man Fußball mit zwei mal elf Spielern – und das bekanntermaßen nicht mal schlecht – und auch hier kann man einen Halbmarathon bewältigen ohne 21 Runden am Vulkankrater drehen zu müssen.

Alle laufen in Reykjavik
Alle laufen in Reykjavik

Vor unserer Anreise in den diesjährigen Sommerurlaub nach Island waren meine Vorstellungen da noch etwas verschwommener, nach zwei Wochen in diesem schönen Land sehe ich jetzt aber etwas klarer. Und das liegt nicht nur an der klaren Luft, die es oft möglich macht um ein mehrfaches weiter in die so fremdartige Landschaft zu schauen, als das in Mitteleuropa möglich ist.

Das Feld zieht sich auseinander
Das Feld zieht sich auseinander

Aber wir waren bei den Regeln: Die Regeln sind die gleichen, die Rahmenbedingungen aber oft anders. Am deutlichsten wird das erlebbar am Wetter. Der Spruch auf unserem obligatorisch erworbenen Kühlschrankmagneten verdeutlicht es am besten: “Welcome to Iceland! If you don’t like the weather, just wait five minutes…”. Das ist die positive Darstellung der etwas anderen Rahmenbedingungen in diesem Land. Meine Übersetzung für den Läufer in Island lautet: “Denke nicht, dass Du trocken nach Hause kommst, wenn Du bei Sonnenschein startest”. Nach meinem ersten akribisch geplanten Lauf in Reykjavík starte ich den zweiten eher unvorbereitet. Nur eine grobe Vorstellung von der Route, keine Ahnung, wie weit die Füße heute tragen. Wetterbericht? Ungelesen! Kein Handy dabei, aber erst nach einem Kilometer gemerkt. Egal! Gastbeitrag: Regeln für den Island-Läufer weiterlesen

Mit Single Speed durch Reykjavik

Der Sommerurlaub führt uns dieses Jahr in den höchsten Norden nach Island. Und wieder sind wir als Haustauscher unterwegs, soll heißen, eine isländische Familie wohnt in unserem Haus während wir ihn ihrem Urlaub machen. Das bringt ganz andere Einblicke in ein Land und seine Leute und nebenbei freut sich die Haushaltskasse. Dieser Haustausch hat auch noch weitere Vorteile: Wir dürfen das Auto verwenden, einen uralten Volvo 70, und er steht auch schon am Flughafen bereit. Die Schlüssel hat unsere Tauschfamilie am Info-Desk hinterlegt. Komfortabler geht es nicht.

Rücktrittbremse und vorne auf der falschen Seite. Adventure-Reisen
Rücktrittbremse und vorne auf der falschen Seite. Adventure-Reisen

Wir müssen nur noch einsteigen und losfahren. Vor der Abreise hatten die Isländer auch angekündigt, Räder für uns bereitzustellen. Die Vorfreude hat ein Bild von den Rädern in meinem Kopf festgesetzt, das mit der Realität leider ganz wenig zu tun hat, wie sich schnell herausstellt.

Sagen wir’s mal so: Ich wollte schon länger mal ein Single Speed Bike ausprobieren. Sowas haben wir jetzt zur Verfügung. In zwei Ausführungen und sowas von Retro. Die Muskelgruppen, die man für Rücktrittbremsen braucht, habe ich gar schon lange ausrangiert. Dafür presse ich immer den rechten Lenkergriff in der Hoffnung dort einen Bremshebel zu finden. Diese Räder sind eine echte Challenge.

Aber lieber schlecht gefahren als gut gelaufen; und für die zwei Kilometer in die Innenstadt oder zum Freibad reicht es allemal. Immer schön langsam und vorausschauend fahren, damit Bremsen gar nicht erst nötig wird.

Mit Single Speed durch Reykjavik weiterlesen