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Gastbeitrag: Interview mit einem Neu-Marathoni

Ein neuer Gastbeitrag von einem alten Bekannten: Ein Interview mit dem Mann (nennen wir ihn ab jetzt Jürgen). Er lief neulich seinen ersten Marathon und beantwortet hier unsere Fragen.


Du bist vor fünf Wochen deinen ersten Marathon gelaufen. Wie geht es Dir? Jetzt und damals direkt danach?

Den einfacheren Teil der Frage “wie geht es Dir jetzt” kann ich frei nach Sepp Herberger beantworten: Nach dem Marathon ist vor dem Marathon. Jetzt, wo ich erlebt habe, dass ich es schaffen kann, möchte ich nicht gleich wieder aufhören. Welcher Marathon es nächstes Jahr werden wird, steht noch nicht fest. Wenn es geht, soll es aber nicht wieder ein “Heimspiel” werden.

Die Frage nach dem Gefühl direkt nach dem Lauf ist nicht so einfach zu beantworten. Mir war die Freude am Angekommen-sein fast ein wenig im Hals stecken geblieben. Woran das lag, kann ich nicht beantworten. Das gute Gefühl und auch ein wenig Stolz kam erst die Tage danach langsam. Gastbeitrag: Interview mit einem Neu-Marathoni weiterlesen

Sag mal …

Heute mal ein neues Format und damit der krönende Abschluss meiner Reise: Meine Freundin  Sabine, ihres Zeichens Reisejournalistin  und PR-Beraterin, wollte einiges über die Radtour wissen. Natürlich beantworte ich Ihre Fragen gerne, und wie sich zeigt, ergibt das Ganze nochmal eine schöne Zusammenfassung. 

Sabine: 1800 Kilometer in 21 Tagen: Hättest Du selbst gedacht, dass die Tour so umfangreich wird?

Alexandra: Ehrlich gesagt, hatte ich mehr geplant. In den sechs Monaten Planungsphase habe ich viele viele Stunden vor Google Maps gesessen und geplant. Ich hielt es für realistisch einen Schnitt von 19 km/h zu fahren und somit jeden Tag hundert oder mehr Kilometer abzufahren. Das hätte mich dann bis zurück nach Bayern, wenn nicht sogar bis heim gebracht. Die volle Ausbaustufe hätte 2.300 km gehabt. Leider war die Realität vor Ort so, dass ich meistens nur einen Schnitt von um die 16 km/h hatte. Es lag am Wetter, an den Wegen und an meiner Kondition. So habe ich mich relativ schnell vom Maximalkilometerziel verabschiedet.

Wie viele Kilometer hattest Du ursprünglich kalkuliert?

2.300 wäre die volle Runde gewesen: Bodensee-Nordsee-Hamburg-Elbe-Saale-München. Als Fallback hatte ich eine kürzere Runde ohne Nordseesichtung gedacht, die auf halber Höhe nach Osten kreuzt und auch in München endet. Die wäre 1.800 km gewesen.

Insbesondere der Einstieg mit seinem schlechten Wetter war ja sehr hart. Wie oft hast Du ans Umkehren gedacht?

Bodensee im Hintergrund
Bodensee im Hintergrund

Kein einziges Mal. Nicht ans Umkehren und auch nicht ans Aufhören. Höchstens mal ans Pausieren oder Abkürzen.
Der erste Tag war ja regentechnisch der GAU, und obwohl ich die meiste Zeit entlang der Bahnlinie am Bodensee fuhr und auch öfters Züge sah, die nach Schaffhausen, meinem Ziel an dem Tag, fuhren, kam mir kein einziges Mal der Gedanke, dort einzusteigen. Ich war auch viel zu nass und hätte nur den Zug eingesaut.

An drei anderen Tagen bin ich schon mal in den Zug gestiegen. Hauptsächlich, wenn ich eine Verabredung mit jemandem hatte und zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort sein wollte. Und einmal bin ich Bötchen gefahren, auf dem Rhein.

Was war denn dann der schwärzeste Moment auf Deiner Tour?

Die schwärzesten Momente waren die Tage vor der Tour. Ich fühlte mich nicht genug trainiert, alles tat weh und mir war permanent schlecht. So richtig übel. Das änderte sich erst zur Mitte des ersten Tages, als die Übelkeit langsam in Hunger überging, der mit einer Banane und einem gekochten Ei verschwand. Ab da war es gut. Regen, Frieren und Poweh sind keine schwarzen Momente auf einer Radtour. Die gehören dazu.

Den schwärzesten Moment im wörtlichen Sinne hatte ich kurz vor Magdeburg. Der Himmel in dieser Richtung war schon sehr beeindruckend schwarz, und das am Mittag. Sag mal … weiterlesen