Flicken oder nicht?

Während ich gemütlich den Grand Départ deR Tour de France ansehe und mich an den schönen Rädern und den strammen Wadeln ergötze, obduziert der Mann mein Rad. Er muss genau hinschauen, denn das Loch befindet sich unter einem Schlauchflicken. Die Naht dort ist geplatzt. Und das wirft wieder die Frage auf: Flicken oder nicht flicken. Ich bin ja eher der Neuerschlauchdraufundgut-Typ während der Mann gerne flickt. Wobei wir bei letzterem schon recht gemischte Erfahrungen gemacht haben. Gute und nicht so gute.

Wie haltet Ihr es mit einem punktierten Schlauch? Flickt Ihr oder zieht Ihr gleich einen neuen ein?

19 Gedanken zu „Flicken oder nicht?“

  1. Ach ja, was ich noch schreiben wollte:
    Ein Maraton Plus ist natürlich nciht da srichtige für ein sportliches Rad, da kann man auch gleich mit angezogener Bremse fahren.

    1. Da stimme ich dir zu, Olaf. Auf der anderen Seite kann man fahren und muss nicht anhalten und reparieren. Ich bin ja letztes Jahr einmal quer durch Deutschland auf so einem Mantel gefahren. Nicht in Lichtgeschwindigkeit aber immer mit genug Luft auf der Felge.

  2. Ich mach’s eigentlich ähnlich wie der Jochen. Am besten erstmal tauschen und in Ruhe flicken und beobachten.
    Im Zweifelsfalls ziehe ich liebe reinen neuen Schlauch ein, den Reifen wechseln ist nicht mein Hobby!

  3. Zu dem Thema kann der Bruder auch sein Leid klagen.

    Seit ich für meinen Schulweg den Isarhighway (auf der Schotterseite) für mich entdeckt habe, habe ich nur noch platte Reifen. Alle Nase lang ist ein Glassplitter im Reifen, der – hinterhältig, wie er ist – sein Werk erst nach 10 – 20 km vollendet. Gestern erst wieder.

    Für mich gilt: Unterwegs Schlauch wechseln, daheim habe ich diesmal geflickt. Mit neuem Flickzeug ist das Ergebnis auch vertrauenswürdig.

    1. Und wenn du mal über einen anderen Mantel nachdenkst? Etwas robusteres wie etwa der Schwalbe Marathon Plus. Nachdenken hilft natürlich nicht gegen Scherben, aber ein neuer Mantel vielleicht. Oder ein anderer Schulweg. Weil auf Dauer tät mich das schon nerven.
      Neues Flickzeug finde ich übrigens einen guten Hinweis. Wir hatten eine zeitlang ziemlich historisches Zeug rumliegen. Vielleicht war es ja das, was nicht mehr getaugt hat.

  4. Unterwegs wird schnell gewechselt, daheim (oder am Tagesziel) der defekte Schlauch geflickt und (daheim) aufgepumpt ein paar Tage hängen gelassen. Hält er die Luft, wandert der entsprechende Schlauch wieder ins Zubehör und ersetzt den nächsten Platten unterwegs.
    Bei den Rennradschläuchen war ich anfangs recht großzügig (mit dem Entsorgen defekter Schläuche), weil mir irgendjemand mal gesagt hat, Flicken würden an diesen dünnen Schläuchen zu einer Unwucht führen – kann ich aber nicht bestätigen. Ich fahre derzeit vorne und hinten geflickte Schläuche, die halten so gut oder nicht so gut wie neue: wenn sie erneut platt werden, dann nie an der geflickten Stelle.
    Und seit das Vulkanisieren keine 5 Minuten Trocknungszeit mehr benötigt, flicke ich auch wieder sehr gerne klassisch; von den selbstklebenden Flicken bin ich weniger überzeugt, denn die sind tatsächlich recht dick und schwer, und keine Dauerlösung. Dennoch habe ich auch solche unterwegs dabei – man weiss ja nie, ich habe auch schon unterwegs Material an Dritte weitergegeben.

    Flicken heisst reparieren – an Schläuchen recht einfach durchzuführen, schont nicht primär den Geldbeutel, aber die Umwelt … und ist eine gute Übung in Achtsamkeit, wie jede Reparatur.

    1. Die Umweltkarte zu spielen ist natürlich unschlagbar. Wo du Recht hast, hast du Recht. Natürlich schaffe ich es nicht, jeden alten Schlauch zu einem Portemonnaie oder einer Handtasche zu upcyclen. Ich werde auf der nächsten Tour einfach alles mitnehmen, dann gibt es nämlich keinen Platten.

    2. Jochens Vorgehensweise ist mir die sympathischste. Unterwegs flicken ist nicht meine Sache, zumal ich meist schon unter “Laborbedingungen” Schwierigkeiten habe, die Löcher in meinen Schläuchen zu finden. Flickzeug habe ich allerdings meist dabei und/oder auch einen dieser neumodischen Gaadi-Schläuche (“Zweiender”).

      Aus der Rubrik “da hätte ich auch selbst draufkommen können” ist die Dichtigkeitsprobe, wie Jochen sie beschreibt. Zur Nachahmung bereits vorgemerkt!

      Nur: Seit vielen Jahren hatte ich keinen Platten mehr …

      1. Wie schön, gleich mehreres: Dass du auch was lernst hier, nicht nur ich, und dass du schon so lange keinen Platten mehr hattest. Hat doch was, karmamäßig 🙂

  5. Es kommt darauf an 😉 Normalerweise wechsele ich den Schlauch, sofern ich einen dabei habe, was auch häufig der Fall ist.

    Manchmal kann es jedoch sein, dass ich sehr im Zeitdruck bin. Dann versuche ich schnell das Loch im Reifen auszumachen, hole den Schlauch an der Stelle raus, ohne das Rad auszubauen und den Mantel komplett runterzuziehen und klebe schnell einen selbstklebenden Flicken drauf (mit Vulkanisier-Kleber arbeite ich so gut wie nicht mehr).

    Das ist deutlich schneller und saut die Hände weniger ein. Wenn ich dann zuhause bin, mache ich den Schlauchwechsel in Ruhe.

    1. Hi Joas, das hört sich praktikabel an bis auf den Mittelteil: “… schnell das Loch im Reifen ausmachen.” Meiner Erfahrung nach geht da nix schnell, es sei denn das Loch ist so groß, dass es einem entgegenpfeift. Aber diese selbtklebenden Flicken werde ich mal genauer ansehen und evtl. dem Mann ans Herz legen. Dank und Gruß, Alexandra

  6. Also ich bin noch nicht genug gefahren, um meine Meinung zu bilden – ich hatte noch nie ein Loch im Schlauch – hihi – vermutlich werde ich auch nie eins haben. 😉
    Schönen Sonntag trotzdem!
    LG
    Henni
    PS: haben heute Hochzeitsvideo geschaut – wow, was habt Ihr da gefilmt – TOLL!

    1. Hallo Henni,

      […] vermutlich werde ich auch nie eins haben.

      Wir sprechen uns dann. Es sei denn, du hast
      a) das Radfahren ganz aufgegeben oder
      b) dir ein Rad mit Real-Hoverboardtechnik à la Zurück in die Zukunft zugelegt.

      Viele Grüße, Alexandra
      P.S.: Hochzeitsvideo? Habe ich was verpasst oder war ich nicht eingeladen?

  7. Sagen wir mal so, ich ziehe direkt einen neuen Schlauch auf, flicke den alten aber für Notfälle und benutze ihn nur im allergrößten Notfall, wenn ich keinen neuen Schlauch mehr habe und sobald ich Ersatz habe, wechsele ich direkt auf einen neuen Schlauch.

  8. Liebe Alexandra,
    bei mir gibt es immer einen neuen. Schon alleine weil ich Flickzeug ja gar nicht dabei hätte 🙂
    Und irgendwie hätte ich wohl kein Vertrauen zu einem geflickten Rennradschlauch.
    Liebe Grüße
    Helge

    1. Kein Vertrauen. Zu Recht, zu Recht. Wenn man unterwegs ist, finde ich das Flicken auch eher schwierig und zeitraubend.

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