Heiß auf die Berge

Irgendwann musste es ja mal passieren, nämlich, dass ich in die Berge muss. An diesem Wochenende bietet es sich an. Ein Freund feiert seinen Geburtstag auf einem Campingplatz in hinter Fischbachau. 70 km südlich meiner Homebase auf 771 m ü. N. Komoot sagt eine “schwierige Rennradtour” mit 640 hm voraus. Ich will schon wieder verzagen, aber der Mann bietet an, mich abzuholen, wo immer ich zusammenbreche. Mit diesem Notfallplan im Hinterkopf mache ich mich bei fast dreißig Grad auf Richtung Südsüdost. Ich bin schon gespannt auf die Gegend um Miesbach, weil mich gerade die Miesbach-Krimis über Wallner und Kreuthner amüsieren, und ich mir endlich ein Bild machen kann.

Moooment. Was soll das denn jetzt werden? Schon wieder ein Tourbericht? So wie jede Woche einer? Laaaangweilig!

Ja, schon. Warum nicht?

Weil in der letzten Zeit von dir nur solche Berichte kommen. Und sonst nichts anderes. 

Aber jede Tour ist anders. Ist doch ganz unterhaltsam.

Achja? Ich kann dir sagen, was kommt: Auf dem Hinweg geht es langsam, weil bergauf. Aber es geht. Bei irgendwelchen steilen Anstiegen musst du absteigen, weil der Puls sonst durch die Decke geht. Und dann kannste nicht mehr, gibst auf und lässt dich abholen. Auf dem Rückweg geht es bergab, du hast Spaß, und Hitze/Gegenwind/xy macht dir nichts aus. Dazu noch ein paar launige Bemerkungen vom Straßenrand. Daheim bist du mächtig stolz. Laaaangweilig!

Was erwartest du denn? Ist halt jetzt Radlsaison.

Das hier soll doch ein Sportblog sein. Dass es einmal ein Triathlon-Blog war, will ich gar nicht erwähnen. Sport ist mehr als mit dem Rad in der Landschaft rumfahren. Schwimmen. Was ist eigentlich mit deinem Schwimmtraining? Schon lang nichts mehr davon gehört.

Ja, stimmt schon. Schwimmen ist im Studio und auf Studio habe ich bei diesen Temperaturen keine Lust. Ich finds eh schon gut, dass ich ab und zu zum Rudern und Krafttraining hingehe. Im Rudern stelle ich immer noch regelmäßig Rekorde auf. Neulich, zum Beispiel, habe ich eine Stunde gerudert. Das waren dann fast zwölf Kilometer.

Und warum lesen wir davon hier nichts? Wäre doch auch mal interessant. Was ist denn mit deiner Lauferei? Da geht ja gar nichts weiter. Hast du nicht mal wieder Lust, das aufzunehmen? 

Ach, du weißt doch, ich kann nicht laufen. Aber ich gebe zu: Lust hätte ich schon manchmal. Besonders, wenn ich Musik höre, die ich damals beim Laufen immer gehört habe. Dann erinnere ich mich an schöne Momente, am Strand von Càdiz oder in unserem Park. War gut. Aber es gab auch etliches, was richtig frustierend war. So richtig.

Dann nimm doch die guten Erinnerungen und fang nochmal an. Meinetwegen auch wieder mit deinem Endomondo-Trainingsplan “Coach to 5K”. Ist doch egal, wie oft du das schon gemacht hast. Weiß ja keiner. Du könntest ihn zur Abwechslung mal bis zum Ende durchziehen. Dann siehst du schon, was bei rum kommt. 

Ja, könnte ich. Die Zeit kommt bestimmt. Wenn es wieder früher dunkel wird, und ich im Schutz der Nacht traben kann. Aber im Moment macht mir das Radfahren einfach zu viel Spaß. Und die Konditionsverbesserungen, die ich hier erreiche, helfen ja auch bei jedem anderem Sport. Wenn du mich mal weiter erzählen lassen würdest, könnte ich berichten, dass ich nicht an jedem Berg geschoben habe, ein paar bin ich auch gefahren. Und dass ich auf dem Rückweg eine Hochleistungsmountainbikerin in meinem Windschatten heimgezogen habe, und zwar auf der Ebene mit dreißig Kahemha und Gegenwind. So siehts nämlich aus. Wenn dir das zu langweilig ist, dann tut es mir leid. Im Moment isses so. Es kommen auch wieder andere Zeiten und vielleicht kommt auch eine Zeit, in der ich mich auf einen Wettkampf, vielleicht sogar auf einen Triathlon vorbereite. Derzeit bereite ich mich auf die Vorbereitung vor.

Schongutschongut. Ich hab ja nur mal gefragt. Wenn das so ist, dann mal weiter. … Kann ich jetzt den Bericht vom Wochenende hören?

Nö, jetzt mag ich nicht mehr. Musste auf die nächste Tour warten. Die kommt bestimmt.

8 Gedanken zu „Heiß auf die Berge“

    1. Hi und herzlich willkommen! Ich weiß zwar nicht, auf welche Vorbereitung du dich vorbereitest, aber alleine bist du bestimmt nicht.

    1. Ja, und ich weiß, Du möchtest die zwei, die ich noch rumliegen habe auch mal lesen. Vielleicht denke ich das nächste mal daran, wenn ich mit dem Auto in die Arbeit fahre.

    2. Hat sich erledigt. Ich lese gerade die Schwarze Piste auf dem Kobo. Musst nicht mehr dran denken. Ich hätt schon was gesagt.

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