Mein Rad vor dem Nord-Ostsee-Kanal, und ein großer Frachter dahinter

Jetzt wird es dann langsam ernst

Vier Wochen Angststarre lösen sich langsam und ich fahre wieder Rennrad.

What?!? 

Großes Schiff mit Containern auf dem Kanal
Großes Schiff mit Containern

Ja, ich weiß, nicht so ganz die richtige Strategie für eine Wettkampfvorbereitung. War aber so, und ist jetzt vorbei und am Sonntag fahre ich halt einfach so mit. Werde schon unter die vorderen Zehntausend kommen. Vielleicht. Erzählen wollte ich aber hier und jetzt nur kurz von meiner heutigen Ausfahrt. Die ging nämlich von Felde nach Eckernförde. Vollkommen unbekanntes Terrain für mich, was daran liegt, dass wir hier im Urlaub sind, und vorher noch nicht hier waren.

Sohn und Mann machen das Schlauchboot klar und wollen den nahen See erkunden, und ich mach mich dann mal so langsam auf den Weg. So langsam, kann man wörtlich nehmen, weil es dann doch schon nach zwölf ist, als ich los komme. Zum Glück ist Mittagshitze hier und heute kein Thema. Angenehme umdiezwanzig Grad und eine mittelsteife Brise.

Großes Schiff mit Containern auf dem Kanal
Großes Schiff mit Containern

Erstes Etappenziel ist der Nord-Ostsee-Kanal bei Sehestedt bei Kilometer vierzehn. Gleich mal ein Päuschen, nicht dass ich es schon bräuchte, aber ein bisschen auf’s Wasser starren und auf große Schiffe warten muss schon sein. Der internationale Schiffsverkehr ist nett zu mir und schickt mir schon ein paar Minuten nach der Fährüberfahrt ein großes Containerschiff. Gefreut, fotografiert und weiter.

Straßenschild in den Ort Profit zeigt nach links
Profit lassen wir heute mal links liegen.

Das Schleswig-Holsteinische Stonehenge, das ich mir in die Tour eingebaut hatte, nehme ich leider nicht wahr. Schade. Vermutlich war meine Aufmerksamkeit vom Straßenbelag in Beschlag genommen. Der war nämlich auf großen Strecken einfach schaurig, zuweilen auch gefährlich. Sowohl auf Radwegen als auch auf manchen Straßen. MTB wäre schön gewesen, aber ist nicht, und daher langsam fahren. Oder auf der Straße. Aber die Straßen hier sind gewunden und oft unübersichtlich und viele Autofahrer finden, ich sollte auf dem Radweg fahren. Allein auf den paar Kilometern heute, hatte ich zwei recht unerfreuliche Autosituationen und eine Anhupung. Dann doch lieber Radweg mit Wurzeln und hoffen, dass mir die Kette beim nächsten Hüpfer nicht rausspringt.

Aber insgesamt ist es schon schön hier. Wellige Landschaft (kommt unerwartet für mich), und eine üppige Botanik, die leider oft den Blick in die Ferne versperrt. Vereinzelte Tiere auf den Weiden, und aufgeräumte Dörfer mit roten Häusern. Ich muss zugeben, dass ich mir Ostsee gaaanz anders vorgestellt habe. Nur der Wind passt dazu.

In Eckernförde ist Halbzeit. Mit dem obligatorischen Radtour-Eis in der Hand starre ich wieder einmal aufs Wasser und frage mich, ob das die Eckernförder Förde ist. Nein, ist es nicht, weiß ich später. Es ist die Eckernförder Bucht.

Der Rückweg hat zwar Wind im Rücken aber auch ein paar ganz schlimme Straßen, die dringend einen neuen Belag brauchen. Wo kann ich spenden?

Noch eine Fährfahrt, ein paar Bodenwellen, und dann bin ich schon wieder daheim, im Haus unserer Tauschfamilie.

Knapp sechzig Kilometer mit einem sehr gemütlichen Schnitt. Naja, einen Blumenpott gewinne ich damit nicht, aber für die vorderen Zehntausend reicht es vielleicht.

6 Gedanken zu „Jetzt wird es dann langsam ernst“

  1. Hallo Alexandra,
    huch! Ist es wirklich schon bald soweit? Nachdem du das Thema Radrennen hier in den letzten Wochen ausgeblendet hast, hätte ich es schon beinahe vergessen.
    Jedenfalls gibt es sicher schlechtere Vorbereitungen, wie Übertraining zB. 🙂 Aus dem Urlaub kommst du erholt heim und kannst deine Kräfte am Sonntag mobilisieren! Viel Spaß dabei!! 😀

    1. Ohja, da hast du Recht. Übertraining wäre wirklich schlimm. Da bin ich schon sehr froh, dass ich mich diesbezüglich im Griff habe und mir sowas nicht so oft passiert 🙂

  2. Ich sage jetzt mal nichts dazu, denn den Nord- Ostseekanal habe ich auch schon ‘gemacht’. Diese Spurplattenwege … diese schreckliche Beschilderung … diese Ochsenwege … diese … ach, du weißt schon, du warst ja da 😀

    1. Auweh, ich habe diesen Kanal ja nur kurz gequert. Aber daran entlang zu fahren, ist sicher eine Ochsentour auf Ochsenwegen. Solche Wege können einem echt den Spaß verderben. Oder Lust auf ein passendes Rad machen. So eines hätte ich ja sogar daheim: Alles gefedert, was zu federn geht, damit man nicht nur auf Geteert fahren muss. Aber mit diesem Rad kommt man halt nicht gut voran, was bei einem Rennen hinderlich ist. Und vier Räder passten nicht aufs Auto. Kompromisse. Nichts als Kompromisse. 🙂

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