Alltagsradeln

Wie angekündigt, kommen jetzt wieder die Alltäglichkeiten. Sowas wie der tägliche Weg zur Arbeit. Das ist nicht mehr so spektakulär, aber dieser Blog war und ist ja ein Normalleben-Blog, und das Reiserad ist wieder zum Alltagsbike für das Normalleben mutiert und der Inhalt meiner Ortlieb-Taschen ist jetzt auch wieder ein anderer.

Das Radfahren im Normalleben besteht zur Zeit hauptsächlich aus dem Weg zur Arbeit. Aus dem letzten Post, dem mit dem Interview, kamen noch die Fragen, ob und wie sich mein Alltagradeln verändert hat. Gar nicht, war mein erster Gedanke, aber das stimmt nicht. Wenn ich jetzt auf dem Alltagsrad sitze, bin ich weniger gehetzt. Es sieht zwar aus wie ein Rennrad, aber es ist keins. Wenn ich mit dem echten Rennrad unterwegs bin, sehe ich zu, dass ich schnell bin und auch aus der Puste komme und schwitze. Mit dem Alltagsrad ist mir das egal. Ich fahre und wenn mir der Wind entgegen bläst, dann wird es halt langsamer. Ich habe auch keine Lust, vollkommen derangiert in der Arbeit anzukommen, deshalb
geht es gemütlicher.

Und während ich gemütlich durch eine Gegend fahre, die ich wirklich zur Genüge kenne, schaue ich mich um und versuche, die Gegend so zu sehen als sei ich fremd hier.

Das kenne ich schon von mir, wenn beispielsweise wieder ein Haustausch ansteht. Dann sehe ich unser Haus, unser Viertel oder auch die Stadt mit den Augen der Besucher. Und das gleiche passiert mir auch jetzt beim Radfahren. Weniger die bayrischen Maibäume, Biergärten, lustigen Ortsnamen oder die Zwiebeltürme. Ich begutachte mehr die oberbayrischen Bordsteine (immer überflüssig, auch oft zu hoch und rücksichtslos geplant, wie in der ganzen Republik), Kopfsteinpflaster (vorhanden, aber nichts schlägt die Mörderkopfsteine von Sachsen-Anhalt), Autofahrer (überholen genauso freundlich und genauso arschig wie überall in der Republik), die Ausschilderung der Wege (ja mei, könnt besser sein), Beschaffenheit der Fahrradwege (könnt definitiv besser sein). Solche Sachen fallen mir auf.

Und mir fällt auf, dass meine Kondition immer noch ganz gut ist. Obwohl ich jetzt zweidrei Wochen geschludert habe. Fahre ich mehr im Alltag? Nein. Ziel ist es nach wie vor, ganz oft mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, was dreizehn Kilometer einfach ist, und pro Woche mindestens hundert Kilometer zu rollen. Ich schaffe es jetzt genauso oft oder nicht oft wie im Winter oder Frühling. Kein Unterschied. Das Rennrad werde ich jetzt wieder etwas öfter ausfahren, weil ich meinen Körper nicht mehr nur auf das Alltagsbike konditionieren muss. Aber sonst? Kein Unterschied.

Alles wieder ganz normal im Normalleben.

2 Gedanken zu „Alltagsradeln“

  1. Liebe Alexandra,
    danke für deine Beobachtungen! Das hat mich sehr interessiert. 🙂
    Und auch schön, dass du wieder so ganz im Alltag angekommen bist!

  2. Liebe Alexandra,
    aber wenn deine Kondition doch besser ist, ist es ja ein klein bisschen anders als vor deiner Tour 🙂
    Jetzt musst du ja quasi nur losradeln.
    Und dein Blickwinkel hat sich geändert, oder? Du betrachtest die Strecke mit anderen Augen.
    Also wenigstens ein kleines bisschen ist anders 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

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