Andere Städte, andere Räder

Hamburg ist die nächste Station unseres diesjährigen Urlaubs. Neben dem touristischen Pflichtprogramm betreibe ich soziokulturelle Studien. Einfacher ausgedrückt: mir fällt auf, dass es hier andere Fahrräder gibt als bei uns. Erster Eindruck: Viel mehr Alltagsrennradler und – innen. Das finde ich bemerkenswert, weil die Straßen und Wege das nicht unbedingt nahe legen. Auf der anderen Seite gibt es in Hamburg seit zwanzig Jahren ein großes Radrennen, in München versuchen sie seit Jahren vergeblich was zu organisieren.
Zweitens gibt es quasi keine Mountainbikes. Die wenigen, die ich sehe, sind auf bayerischen Autos oder in der Nähe touristischer Attraktionen festgemacht.
Drittens sind sie hier recht genügsam, was die Lenkerbreite angeht. Während ich in München schon so breite Lenker gesehen habe, dass ich dachte, wir passen nicht aneinander vorbei auf den Radweg, gibt es hier Lenker, die so schmal sind, dass die Daumen sich fast in der Mitte berühren. Wird gerne von jungen Männern mit Vollbart und Haarknoten gefahren, manchmal auch an Fixies.
Ansonsten sind viele Gemütlich-Commuter mit Holland- und ähnlichen Rädern unterwegs.

Radfahren in den Ecken der Stadt, die ich bisher gesehen habe, ist keine Freude. Unsere Airbnb-Betten stehen in Altona, von wo aus wir ziemlich schnell am Hafen sind. Aber wie gesagt, ein Spaß ist das nicht. Die Radwege sind rotgepflasterte Streifen auf dem Bürgersteig, die auch gerne mal unvermittelt im Boden versickern und an anderer Stelle wieder auftauchen. Und schmal sind die. Bei uns im Süden werden lieber keine Radwege angelegt, als zu schmale. Diese Politik habe ich auch nicht so recht verstanden, aber diese superschmalen Wege finde ich auch gefährlich. Wenn ich mir vorstelle, wie das abgeht, wenn da mal richtig Verkehr ist. Werde ich wohl so schnell nicht erfahren, denn heute schnallen wir die Räder wieder aufs Auto und reisen weiter gern Norden.

2 Gedanken zu „Andere Städte, andere Räder“

  1. Liebe Andra,
    schon interessant, wie sich die Radvarianten mit der Gegend verändern. Wobei ein MTB in der Großstadt ja wirklich nicht so unbedingt nötig ist. Diese Mini-Lenker habe ich hier auch schon des öfteren gesehen. Dachte ich am Anfang noch an einen Defekt, sind sie mir mittlerweile geläufig – nur wozu die gut sind, weiß ich noch nicht! 🙂
    Weiterhin schönen Urlaub!

    1. Da hast du Recht, ein MTB in der Stadt ist genauso nötig wie ein SUV oder Jeep in der Stadt. Aber manche Städte haben einfach so was, während andere nicht. Wäre mal ein schönes Thema für eine Diplomarbeit in Soziologie, bzw. Bachelor heißt das ja jetzt.

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