In Begleitung

Von Neuenburg (Rhein) nach Ettenheim

Tag drei beginnt gemütlich. Der Schwager kommt erst gegen halb elf am Bahnhof an, so habe ich Zeit, Zeit zu haben. Mit dem hoteleigenen Gartenschlauch brause ich den Sand vom Rad, striegel und öle es. Trotzdem dar fich noch eine halbe Stunde am Bahnhof herum lungern, und zwar in der Sonne!
Der Schwager kommt an, und wir machen uns gleich auf nach Frankreich. Dort sollen die Radwege asphaltiert sein. Ich will mir und meiner Kette ein wenig Ruhe gönnen.Der Weg durch diesen Teil des Elsass ist, nein, nicht langweilig, eher ereignislos. Unser Zwischenziel ist Neuf-Brisach. Ein bisschen Kultur, oh pardon, culture, schadet nicht. Und der café au lait in der Sonne auch nicht.

Nach Neuf-Brisach geht es wieder auf die andere Rheinseite, nach und durch Breisach.
Der Schwager, sonst eher einer, der lieber zuviel als zuwenig plant, war anfangs mehr als skeptisch, dass ich so eine Tour ohne Kartenmaterial mache. Ich versichere ihm mehrfach, dass alles gut ausgeschildert ist und ernsthaftes Verfahren quasi unmöglich ist. Oder nur mit Vorsatz, aber dann wäre das kein Verfahren mehr.
Ich rechne es dem Schwager hoch an, dass er sich auf das Abenteuer eingelassen hat. Etwa auf der Hälfte der Strecke muss er aber selber zugeben, dass es mehr als ausreichend Schilder gibt, wenn man nur darauf achtet. Was er als Einheimischer natürlich bisher nicht gemacht hat.

Der zweite Teil des Wegs führt hauptsächlich am Rhein auf dem Damm oder weiter unten entlang. Auf der Flucht vor dem Gegenwind probieren wir die ausgeschilderte Alternative zur EuroVelo 15.
Der Weg führt entlang irgendwelcher Altrheinarme und ist malerisch. Aber, wie ich schon mehrfach feststellen musste: malerisch macht keinen Spaß mit meinen Rad. Zu holprig. Über Stock und Stein. Ich bin froh, als es weniger malerisch wieder auf die Straße geht.
Gegen Ende der Tour nimmt die Pausenfrequenz stetig zu. Beim Schwager, weil er einfach nicht mehr kann und seine Oberschenkel brennen, und bei mir, weil anderes brennt. Ich kann nicht mehr sitzen. Die letzten zwanzig Kilometer bis heim fahre ich viel im Stehen oder setze mich oft um. Es tut einfach weh.
Dafür, dass der dritte Tag oft verteufelt wird, weil da gar nichts mehr geht, lief es eigentlich aber eigentlich doch ganz gut. Morgen geht’s weiter.

 

Daten des Tages #3
Strecke 80 km
Zeit 4:45 h
Ø 16,6 km/h
Höhenmeter ↑ 237 m,  ↓ 331 m
Track Strava
Flüsse Rhein
Knüller des Tages Der für die Gegend hier absolut untypische Nordwind

 

6 Gedanken zu „In Begleitung“

  1. Liebe Alexandra,

    da kann mann Dir nur asphaltierte Wege an malerischen Strecken wünschen. Und gute Besserung natürlich!

    LG, SAS

  2. Hallo Alexandra,
    Sonne!!! Es scheint mit dem Wetter aufwärts zu gehen 🙂
    Das du Sitz-Probleme hast war zu erwarten. Aber aus Erfahrung kann ich dir sagen das die auch wieder weg gehen. Ich hoffe, du hast ne gute Creme dabei.
    Es war bestimmt schön mal in Begleitung zu fahren 🙂
    Und natürlich bei Sonne.
    Liebe Grüße
    Helge

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