3 Touren, 2 Flüsse und 1 Fest

Dieses Jahr wird eingehen in meine Geschichte als das Jahr der Urlaube. Kaum zwei Wochen zuhause und schon wieder auf Achse.

Premium-Radweg
Premium-Radweg

Diesmal vier Tage in der Moseleifel, wie ein rühriger Tourismusverband die Region zwischen Eifel und Mittelmosel neuerdings nennt. Vor mehr als dreißig Jahren machte ich in Wittlich Abitur und das soll gefeiert werden. Also spendiere ich ein paar meiner zahlreichen Überstunden, verlängere das Wochenende um zwei Tage und nehme mein Radel mit.

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Liebster Award

Dem Jochen sein Fahrrad und er, auch bekannt als meinfahrradundich, haben mich für den Liebster Award nominiert. Ich danke sehr und freue mich, dass Eiseimer aus der Mode gekommen sind. Der Liebster Award ist ein Kettenbrief unter Bloggern. Ein Blogger denkt sich Fragen aus und nominiert Blogs, die diese Fragen beantworten dürfen. Es gibt Mutationen mit fünf, sechs oder zehn Fragen. Ich habe die mit den elf Fragen erwischt. Ich liebe es ja, ausgefragt interviewt zu werden, daher: Jochen, aufgemerkt! Hier sind meine Antworten auf deine Fragen. Liebster Award weiterlesen

Lauf für ihr Leben

Alle Jahre wieder zum Ende des Sommers versammeln sich über Tausend Menschen im Englischen Garten, um im Kreis zu Laufen, fünf oder zehn Kilometer. Die Münchner Aidshilfe ruft zum Run for Live. Letztes Jahr lief der Mann. Und der Sohn und ich standen am Wegesrand und feuerten an. Das heißt, ich stand am Wegesrand mit meiner kleinen Trommel und feuerte an. Der Sohn stand zehn Meter entfernt und hoffte, dass ihn niemand mit mir in Verbindung bringt. Zu peinlich, diese Mutter. Trotzdem schien ihm der Event Spaß gemacht zu haben, denn er versprach damals, dass er 2016 auch läuft. Jaja, dachten wir und vergaßen die Angelegenheit. Der Sohn leidet nämlich nicht an übermäßigem Bewegungsdrang und die Laufschuhe, die wir ihm mal auf seinen Wunsch hin gekauft hatte, sind natürlich ganz schnell zu klein geworden. Lauf für ihr Leben weiterlesen

Es ist ihm peinlich

Heute morgen. Bahnübergang, Schranke zu. Schild sagt: Bitte Motor ausmachen. Betrifft mich nicht auf dem Rad. Aber hinter mir tuckert es laut. Ich dreh mich halb um, um zu sehen, was das ist. Ein uralter Spider mit einem Fahrer, der wild gestikuliert. Wahrscheinlich will er mir sagen, dass er seine Karre nicht mehr ankriegt, wenn er sie jetzt ausmacht.

Mir egal. Die Schranke geht auf. Wir fahren weiter bis zur nächsten roten Ampel. Der Spider steht jetzt neben mir und dreht hochtourig. Ich geh ein paar Schritte vor, damit ich nicht völlig in der Abgaswolke stehe.

Ampel grün. Der Spider überholt mich auf der Kreuzung. Der Fahrer schreit mir ein „Entschuldigung“ durch das offene Beifahrerfenster zu. Ich winke ab und denke mir nur: Schon blöd, wenn einem seine Karre peinlich ist. Spaß kann das keinen machen.

P.S.: Das Beitragsbild ist zwar auch von heute, hat inhaltlich mit dem Beitrag jedoch wenig zu tun. 

Eine kleine große Freude

Schon ewig vorgehabt und heute endlich geschafft: Nach der Arbeit in den See springen und eine Runde schwimmen. Der Wetterbericht ist nicht soo prickelnd, aber als ich losfahre ist es noch warm und trocken, und deshalb packe ich Schwimmsachen ein. Ich frage den Mann, ob er auch Lust hat, abends zum See zu kommen . Er überrascht mich und sagt zu.

Kaum komme ich in der Arbeit an, fängt es an zu regnen und hört lange nicht mehr auf. Kein Badewetter. Egal. Wir brauchen nur Schwimmwetter. Kurz vor sieben steigen wir ins Wasser. Spiegelglatt, dunkle Wolken rings herum, kaum Leute und über uns ein gigantischer Regenbogen. Dreiviertel rum und recht hell. Sehr schön!

Das ist eine kleine Sache, die große Freude macht und in Erinnerung bleibt.

Samstag ist Badetag

Die Isländer, oder Wikinger, wie wir sie manchmal liebevoll nennen, mögen Wasser und sie mögen das Baden. Das kann man erstmal so festhalten. Im Großraum Reykjavik gibt es siebzehn öffentliche Schwimmbäder, für etwa hundertsechzigtausend Menschen. Macht etwa ein Bad für zehntausend Menschen. Zum Vergleich: In München teilen sich hundertausend Menschen ein öffentliches Schwimmbad.

Das Fotografieren ist verboten in diesen Bädern und das ist auch gut so
Bis 1966 der einzige mit 50-Meter-Bahnen

Die Bäder, überwiegend Freibäder (beheizt), haben meist ein Schwimmbecken, nicht selten mit Fünfzigmeterbahnen. Und den  Fun Pool mit oder ohne Rutschen, mit oder ohne Schwimmbretter, Bälle und Schwimmnudeln. Und dann noch zusätzliche Heißkochtöpfe von 38 bis zu 44 Grad, für die ganz harten. Auf unseren Fahrten über Land haben wir in fast jedem Kaff ein Bad gesehen, und seien es auch nur ein paar Bahnen und ein Becken zum Abhängen und Sozialisieren.  Es ist übrigens Usus, sich vor dem Baden richtig zu waschen, ohne Badeanzug an und mit Seife. Ein großes Plakat am Eingang markiert die fünf wichtigen Stellen, die auf jeden Fall gewaschen werden müssen. In den Duschen gibt es dafür Seifenspender und Wachpersonal. Fun Fact am Rande: Bei TripAdvisor haben wir folgende schlechte Bewertung eines Bades diesbezüglich von einer US-amerikanischen Familie gefunden: …too many naked adults in and out of the showers that freaked out our teenage children. Und mich hat eine amerikanische Touristin gefragt, ob sie denn nach dem Baden schon wieder nackig duschen müsse. Ich war nett und habe es ihr erlassen, allerdings darauf hingewiesen, dass die Algen aus dem Naturbad schon nicht so schön auf der Haut sind, wenn sie mal trocknen. Samstag ist Badetag weiterlesen

Gastbeitrag: Regeln für den Island-Läufer

Heute eine Premiere: Der erste Gastbeitrag in diesem Blog. Natürlich gebührt diese Ehre „dem Mann“. Viel Spaß beim Lesen. Andra.

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Island liegt zwar weit weg vom europäischen und amerikanischen Festland aber auch hier gelten die Regeln, die wir aus unserer heimatlichen Sportwelt kennen. Auch hier spielt man Fußball mit zwei mal elf Spielern – und das bekanntermaßen nicht mal schlecht – und auch hier kann man einen Halbmarathon bewältigen ohne 21 Runden am Vulkankrater drehen zu müssen.

Alle laufen in Reykjavik
Alle laufen in Reykjavik

Vor unserer Anreise in den diesjährigen Sommerurlaub nach Island waren meine Vorstellungen da noch etwas verschwommener, nach zwei Wochen in diesem schönen Land sehe ich jetzt aber etwas klarer. Und das liegt nicht nur an der klaren Luft, die es oft möglich macht um ein mehrfaches weiter in die so fremdartige Landschaft zu schauen, als das in Mitteleuropa möglich ist.

Das Feld zieht sich auseinander
Das Feld zieht sich auseinander

Aber wir waren bei den Regeln: Die Regeln sind die gleichen, die Rahmenbedingungen aber oft anders. Am deutlichsten wird das erlebbar am Wetter. Der Spruch auf unserem obligatorisch erworbenen Kühlschrankmagneten verdeutlicht es am besten: “Welcome to Iceland! If you don’t like the weather, just wait five minutes…”. Das ist die positive Darstellung der etwas anderen Rahmenbedingungen in diesem Land. Meine Übersetzung für den Läufer in Island lautet: “Denke nicht, dass Du trocken nach Hause kommst, wenn Du bei Sonnenschein startest”. Nach meinem ersten akribisch geplanten Lauf in Reykjavík starte ich den zweiten eher unvorbereitet. Nur eine grobe Vorstellung von der Route, keine Ahnung, wie weit die Füße heute tragen. Wetterbericht? Ungelesen! Kein Handy dabei, aber erst nach einem Kilometer gemerkt. Egal! Gastbeitrag: Regeln für den Island-Läufer weiterlesen

Von goldenen Kreisen

Island ist gut zu seinen Touristen und hat eine Reihe schöner Naturschauspiele entlang einer kreisförmigen Route angeordnet. Dieser Goldene Ring lässt sich in einem langen Tag von der Hauptstadt aus abfahren. Das machen so ziemlich alle Touristen in diesem Land. Die Art des Reisens ist jedoch sehr unterschiedlich. Wir zum Beispiel tuckern mit dem alten Volvo unserer Tauschfamilie dahin. Andere sind in aufgebockten Geländewagen unterwegs. Oder mit dem Motorrad, einige auch mit dem Fahrrad (würde ich jetzt auch gern), oder halt mit dem Bus. Das sind zahlenmäßig die meisten. Und wenn so ein Bus wo anhält, dann stehen dann halt mal schnell fünfzig oder mehr Chinesen / Deutsche / Amerikaner vor dem Panorama und genießen es lautstark. Ist so. Muss man wissen und einplanen, weil es könnte wichtig werden. Spätestens wenn es um die Schlange vor der Toilette geht.

Wir haben Thingvellir bereits zu einem günstigen Zeitpunkt mit wenig Besucherandrang gesehen. Heute sehen wir, wie es auch sein kann. Wir mussten auf dem Weg zu anderen Attraktionen auf dem Goldenen Ring hier noch einmal anhalten, weil der Mann neulich das falsche Objektiv dabei hatte und seine Fotos nix geworden sind. Wir lassen ihn also schnell fotografieren und machen uns weiter auf zum Geysir.

Der Sohn erlebt am Geysir den Höhepunkt dieses Urlaubs, wenn nicht sogar seines bisherigen Lebens. DER coolste Youtuber, also DER mit dem über zwei Millionen Abonnenten, DER steht auf einmal vor ihm. Und noch drei andere berühmte, aber nicht ganz soo berühmte,  Youtuber drumherum. Der Sohn nimmt seinen ganzen Mut zusammen und mein Handy in die zitternden Hände und spricht ihn an und bittet um ein Foto. Früher wäre dieses Foto in Gold gerahmt im Wohnzimmer gehangen. Heute kriegt es einen coolen Fotoeffekt und der Sohn schaut es andächtig an bis das Handy alle ist. Die Zeiten ändern sich, und wir sind damals ja noch bei den Beatles in Ohnmacht gefallen.

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Mit Single Speed durch Reykjavik

Der Sommerurlaub führt uns dieses Jahr in den höchsten Norden nach Island. Und wieder sind wir als Haustauscher unterwegs, soll heißen, eine isländische Familie wohnt in unserem Haus während wir ihn ihrem Urlaub machen. Das bringt ganz andere Einblicke in ein Land und seine Leute und nebenbei freut sich die Haushaltskasse. Dieser Haustausch hat auch noch weitere Vorteile: Wir dürfen das Auto verwenden, einen uralten Volvo 70, und er steht auch schon am Flughafen bereit. Die Schlüssel hat unsere Tauschfamilie am Info-Desk hinterlegt. Komfortabler geht es nicht.

Rücktrittbremse und vorne auf der falschen Seite. Adventure-Reisen
Rücktrittbremse und vorne auf der falschen Seite. Adventure-Reisen

Wir müssen nur noch einsteigen und losfahren. Vor der Abreise hatten die Isländer auch angekündigt, Räder für uns bereitzustellen. Die Vorfreude hat ein Bild von den Rädern in meinem Kopf festgesetzt, das mit der Realität leider ganz wenig zu tun hat, wie sich schnell herausstellt.

Sagen wir’s mal so: Ich wollte schon länger mal ein Single Speed Bike ausprobieren. Sowas haben wir jetzt zur Verfügung. In zwei Ausführungen und sowas von Retro. Die Muskelgruppen, die man für Rücktrittbremsen braucht, habe ich gar schon lange ausrangiert. Dafür presse ich immer den rechten Lenkergriff in der Hoffnung dort einen Bremshebel zu finden. Diese Räder sind eine echte Challenge.

Aber lieber schlecht gefahren als gut gelaufen; und für die zwei Kilometer in die Innenstadt oder zum Freibad reicht es allemal. Immer schön langsam und vorausschauend fahren, damit Bremsen gar nicht erst nötig wird.

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Wasser, Fett und Muskeln

Ich werde Testerin. Ui, spannend. Die Firma Beets BLU kontaktierte mich schon vor Wochen mit der Bitte eines ihrer drei Produkte zu testen. Ein unkomplizierter und freundlicher Kontakt, das Produkt interessierte mich, warum also nicht.

Für die Anlieferung des Produkts habe ich einen Amazon-Gutschein erhalten. Ich konnte selbst bestellen und per Amazon die Sendung tracken. Sowas mache ich ja gerne, denn es erhöht die Vorfreude.

Der absolut beste Produkttester im Bereich Sport-Gadgets ist ja DC Rainmaker. Keiner testet so ausführlich und wissenschaftlich und schreibt dann so witzige Testberichte. Meistens lese ich die Berichte nicht, weil ich mir so ein Gerät kaufen möchte, ich lese sie wegen des Unterhaltungswertes. Natürlich komme ich nicht an ihn ran, das weiß ich spätestens als ich das Unboxing-Video aufnehmen will. Weil der Versuch schlecht vorbereitet und im Ergebnis peinlich ist, reden wir nicht mehr weiter darüber. Unboxing fand statt, ja natürlich, bloß in Form von Karton aufreißen. Wasser, Fett und Muskeln weiterlesen

Alexandra ist aktiv