Archiv der Kategorie: Garmin 310X

Meine Sportuhr seit Weihnachten 2013. Kann Radfahren, Laufen und Schwimmen. Und pipst immer an meinem Handgelenk.

Erstbesteigung

Nach ein paar Tagen Schlapp- und Fast-Krankheit springe ich heute morgen frisch und munter aus dem Bett. Quasi. Im Kopf zumindest.
Auf jeden Fall frisch genug, um mein Fitness-Training wieder aufzunehmen. Ich habe mir nämlich etwas vorgenommen: Bergtraining mit dem Rad. Mein Weg in die Arbeit hat ja keine nennenswerten Steigungen. Insgesamt zwischen zwanzig und fünfzig Meter, schön verteilt auf dreizehn Kilometer. Und eine Autobahnunterführung. Also nichts, was als Bergtraining gelten könnte. Aber: Im Park ist ein Berg, äh Hügel. Mit einer Vier-Serpentinen-Auffahrt. Ich nehme mir also vor, öfter diesen Berg zu erklimmen. Heute war Erstbesteigung. Vollkommen unspektakulär. Der Puls war zwar auf hundertsechzig und höher, aber dafür war die Kette nicht mal auf dem kleinsten Ritzel. Gespannt auf das Höhenprofil lese ich gleich mal das Training aus der Uhr aus. Und was für eine Enttäuschung. Die doofe Garmin hat heute mal kein Höhenprofil mitgeschnitten. Was soll das denn? Warum gerade heute nicht?
Ich muss also guhgeln, um meine Leistung in Zahlen zu sehen. Und jetzt kommt die zweite Enttäuschung. Ein offizielle wirkendes Papier der Stadt München behauptet, dieser Hügel sei zwanzig Meter hoch. Nur zwanzig? Wie peinlich. Kein Wunder, dass die Garmin nicht gemessen hat. War’s ihr zu unbedeutend? Eine zu vernachlässigende Größe.
Aber mangels Alternativen werde ich diesen Berg, äh Hügel wieder und wieder besteigen. Ich habe mir bei Garmin ein Segment eingerichtet und kann mich so vergleichen, mit mir und mit anderen. Diese Segmente gelten nämlich für alle. Wenn Garmin-Nutzer zufällig mein Segment tracken, werden sie in eine Bestenliste für diesen Abschnitt eingetragen. Das ist mir neulich auch passiert. Da bin ich in ander Leute Segment geraten und wurde eine Rangliste eingetragen, beziehungsweise wäre eingetragen worden, wenn ich denn bei Garmin öffentlich tracken würde. Manchmal ist es schon ein bissel unheimlich, dieses Internet. Aber auch spaßig.

Tapetenwechsel

 Sommerabschluss, der Vierte. Nach einigen Getrennt-Urlauben in der letzten Zeit haben der Mann und ich uns ein Gemeinsam-Wochenende verordnet. Der Sohn lässt sich freundlicherweise bei der Oma in der Rhön abstellen, und der Mann und ich reisen weiter gen Norden. Nach Osthessen ins Zwischenland. Zwischen Rhön und Vogelsberg, zwischen Lauterbach und Fulda. Nach Bad Salzschlirf. Wegen des lustigen Ortsnamens natürlich. Im örtlichen Wellness-Hotel haben wir ein Schnell-Entspannt-Wochenende gebucht mit allerlei Massage- und Gutsein-Schnickschnack. Und Begrüßungsdrink.

Voller Enthusiasmus packe ich auch lauter Sportklamotten ein. Weil es gibt ja auch mindestens ein Schwimmbad. Zwölf Meter nur, aber ich stelle mir vor, dass man da schon schwimmen kann. Mit vielen Wenden halt.
Leider führt die Realität diese Vorstellung ganz schnell ad absurdum und ich sehe ein: Schwimmen in einem zwölf-Meter Wellness-Becken geht gar nicht. Als sich diese Erkenntnis gesetzt hat, ergebe ich mich der Passivwellness. War nicht weiter schwer.
Am Samstag beschließen wir allerdings eine Outdoor-Aktivität, weil das Wetter viel zu gut für Indoor ist, auch wenn es sich um präventiv-gesunde Solebäder handelt. Im Ort gehen wir einfach mal irgendwelchen hingemalten Zeichen hinterher und landen auf einem wunderbaren Rundweg. Durch sonnendurchflutete Wiesen und lichte Wälder. Mit grandiosen Blicken in die Landschaft. Vorbei an einem hohen Stück Mauer mitten im Feld, das vor neunhundert Jahren als Teil einer Burg erbaut und seit mehr als achthundert Jahren als Ruine herumsteht. Hartes Schicksal.
Auf dem ganzen Weg ist uns nicht einmal jemand begegnet. Nur ein paar Reiter am Horizont. Wir haben den Verdacht, dass dieser Teil von Osthessen eigentlich unbewohnt ist und nur von Kurgästen bevölkert wird, die sich aber hauptsächlich liegend im Moor- oder Solebad aufhalten.
Der Mann legt mit seinen Camino-trainierten Beinen ein gutes Tempo vor und ich versuche mitzuhalten. Auf der Ebene mit Wanderstöcken komme ich gut mit, aber sobald es ein wenig bergauf geht, ist mein Puls wieder durch die Decke. Langsam finde ich das wirklich bedenklich und nehme mir vor, endlich doch mal zum Doc deswegen zu gehen. Und wenn er mir nur sagt, dass ich abnehmen soll, ist das auch eine Diagnose.
Am Ende meldet die Garmin dreizehn Kilometer in drei Stunden. Leider habe ich unterwegs unsachkundig mit dem  Teil rumgespielt. Das heißt, ich habe unterwegs mal von Gehen auf Radfahren umgestellt, weil ich nicht gut im Kopfrechnen bin und mir von der Uhr die Umrechnung von min/km auf km/h abnehmen lassen wollte. Das ging ganz gut. Auch das Zurückstellen. Allerdings ist dieses Training jetzt als Multisport-Training bei Garmin Connect gespeichert und lässt sich von dort nicht als GPX- oder TCX-Datei herunterladen. Das brauche ich aber, um das Training wieder bei Endomondo zu importieren. Theoretisch kann Endomondo auch direkt von der Garmin Workouts auslesen. Praktisch hat das schon länger nicht mehr funktioniert. Schade eigentlich. So muss ich die FIT-Datei bei gpsies.de in GPX konvertieren (TCX funktioniert nicht) und in Endomondo importieren. Und schwupps sehe ich, dass wir tatsächlich fast fünfzehn Kilometer in vier Stunden geschafft haben. Die Herzfrequenzrate ist dabei auf der Strecke geblieben. Nicht schade drum.

Kreatives Freischwimmen

 Affenhitze, Feiertag, Besuch mit Kindern. Was gibt es in dieser Situation besseres als zum Baden zu fahren. Der übernächste Badesee ist zehn Kilometer weg, dafür aber ausreichend beschattet. Und die Strecke ist schön zu radeln. Zusätzlich habe ich mich dann noch eine Stunde weggestohlen und bin durch die flirrende Hitze gestrampelt. Ging eigentlich ganz gut und die Wege waren hübsch leer.
Danach endlich die Gelegenheit, meine Garmin 310 XT (sie, die Uhr) im Freiluftschwimmen auszuprobieren. Um es vorweg zu nehmen, das Ergebnis ist schon lustig.
Ich hatte die Uhr am Träger des Badeanzugs, zunächst vorne, festgemacht. Aber da kamen dauernd akustische Signale, dass das GPS-Signal nicht vorhanden war.
Dann schob ich die Garmin nach hinten, so dass sie quasi auf meinen Schultern lag. Da war dann wohl genug Signal zu empfangen. Aber das Ergebnis ist zum Lachen: Ich schwöre, ich war nicht betrunken, als ich diese Strecke geschwommen bin. Ich kann mich auch nicht erinnern, Schleifen geschwommen zu sein. Die Strecke, die mir Garmin noch in der Uhr angezeigt hat, sah einigermaßen gerade aus, fand ich.
Mit dieser Strecke hat mir Garmin aber einen neuen Geschwindigkeitsrekord errechnet und Endomondo hat mir einen neuen Pokal verliehen: 1000 Meter in 15 min. Ich dank recht schön, aber glauben kann ich es nicht. Auch die Höchstgeschwindigkeit von 149 km/h kommt mir unrealistisch vor. Insgesamt habe ich auch 64 Höhenmeter abwärts und 47 hoch bewältigt. An diesen Seegang kann ich mich auch gar nicht erinnern.
Ich weiß nicht, was schief gelaufen ist, aber so ist die Garmin für’s Schwimmtraining nicht zu gebrauchen. Hat jemand Erfahrung mit Sporttrackern im Wasser?

Spaziergang

 Am Tag nach meinen sagenhaften 9,9 gelaufenen Kilometern hatte ich keinen Muskelkater. Und deshalb sind wir am nächsten Tag auch gleich noch auf einen Spaziergang los durch die Rhön. Wir sind stramm marschiert (fand ich). Ich hatte mein neues Spielzeug dabei und habe meine Herzfrequenz mitgeschnitten. Ergebnis: Spazierengehen, auch mit knapp 6 km/h taugt nicht als Kardiotraining und schon gar nicht zum Fettverbrennen. Gut Dreiviertel der Zeit hat Garmin als “Pausieren” oder “Erholungsphase” eingestuft. Das fand ich jetzt ein bisschen streng. Schließlich habe ich mich doch bewegt. Muss ich doch wieder laufen…