Archiv der Kategorie: Ausflüge

Mal für einen Tag oder etwas mehr weg von daheim. In die Berge oder nicht.

Schinderei an der Saale

 Osterurlaub bei den Schwiegerleuten in der Rhön, und mein Radl und lauter gute Vorsätze mit im Gepäck.

Von komoot habe ich mir ein paar Touren vorschlagen lassen und bin bei fast allen schon mal vorsorglich in Ohnmacht gefallen, als ich die Höhenmeter gesehe habe. Alles weit jenseits dessen, was ich schon mal bewältigt hatte.

Also habe ich mich für eine Tour am nächstgelegenen Fluss entschieden, der Fränkischen Saale.
Aber um da hinzukommen ging es erstmal zehn Kilometer bergab. An sich eine feine Sache, doch Pessimistin, die ich bin, habe ich nur an die zehn Kilometer bergauf gedacht, die irgenwann demnächst noch vor mir lagen.
Der Weg unten an der Saale war dann schon schön. Rapsfelder und idyllische Dörfer und so.
Angesichts meiner Bergangst bin ich nicht ganz bis Neustadt gefahren sondern vorher umgedreht, um noch Kraft für den Berg zu haben.
(Ich bin ein Schisser, ich weiß.)
Ich habe mich dann für einen anderen Aufstieg entschieden, der steiler aber nicht so lang ist. Für den Fall, dass ich schieben muss. War aber dann doch gar nicht nötig. Einmal habe ich kurz Pause gemacht, als der Herzfrequenzmesser drohte durchzubrennen. Das wollte ich dann doch vermeiden. Der Rest war anstrengend aber machbar. Nur die allerletzten hundert Meter vor zuhause habe ich geschoben. Da gings einfach nicht mehr.
Und die Schmach beim Schieben gesehen zu werden schien mir geringer als die umzufallen.

Sechzig gen Südwest

Verabredung mit meinen Eltern in Dießen am Ammersee. Wetter gut und meine Männer kommen ohne mich zurecht. Also steig ich auf’s Radl und mache mich mit zweieinhalb Stunden Vorsprung auf den Weg gen Südwest.
Diese Ecke des Umlands ist schön. Unbestritten. Aber weil ich im Osten wohne, brauche ich die erste Stunde, um überhaupt erstmal durch die Stadt und an der anderen Seite wieder rauszukommen. Und dann kenne ich mich nicht soo gut aus hier und habe mir die Tour von komoot planen lassen. Normalerweise machen die das ganz gut, aber diesmal waren ein paar Auto-Rennstrecken dabei, die definitiv keinen Radl-Spaß bringen. Manche Überholsituationen von den Autos fand ich sogar fast schon lebensgefährlich. Bei meiner nächsten Tour werde ich meinen raderfahrenen Freund C., der weiß, wo die schönen Strecken sind.

Etwas später wurde es dann ländlicher und ruhiger. Nur noch ab und zu sind Kamikaze-Motorräder an mir vorbei gebrettert und habe direkt neben mir das Gas aufgedreht, dass ich fast einen Herzkaspar hatte. Idioten. (Und ich verrate jetzt nicht, dass ich auch Motorrad gefahren bin und wahrscheinlich auch überhaupt gar nicht an die Radfahrer dachte, die ich überholt habe). So ändert sich der Standpunkt. Interessant.

Weiter auf meinem Weg lag der Heilige Berg von Andechs rechts von mir. Ich habe mal kurz über eine schnelle Maß nachgedacht, habe mich aber angesichts der knappen Zeit dagegen entschieden (und weil ich auch sonst eher selten eine Maß Bier trinke). Und ich habe mich auf die Abfahrt gefreut. Die hat mir komoot angekündigt und ich habe sie mir verdient, fand ich. Ich fahre ja gerne im Flachland und da auch gerne schnell und mal mit einem Sprint zwischendrin. Aber diese Hügel und Berge machen mich echt fertig und bringen meinen Puls an die Höchtsgrenze. Da muss ich definitiv noch üben.
Die Abfahrt von Erling nach Fischen war jedenfalls schön. Nicht zu steil. Bremsen war fast nicht nötig. Sehr erholsam. Und sie hat meinen Gesamtdurchschnitt um 0,5 km/h in die Höhe gezogen. Danke dafür.

Nach zweieinhalb Stunden und knapp sechzig Kilometern war ich dann in Dießen. Der Weg zum Treffpunkt am Wanderparkplatz hat mich nochmal gefordert (Berg, was sonst?), aber so habe ich die 60K vollmachen können. Zufrieden und insgesamt gar nicht so fertig wie erwartet, machte ich mich dann auf zum Wanderspaziergang auf dem Waldlehrpfad mit der Familie. Der war zum Glück nicht sooo anstrengend.

Ich finde sechzig ist schon eine ganz ordentliche Zahl. Leider kenne ich aber auch ein paar Leute, die sich einen Tag Urlaub nehmen, um mal eine große Tour zu machen, was dann 230 km im Karwendel mit Kesselberg und allem sind. Da komme ich nicht ran, derzeit nicht und in diesem Leben wahrscheinlich auch nicht mehr. Ich freue mich einfach an meinem dramatisch erweiterten Radius. Und am Radfahren an sich.

Folkloristische Eindrücke

Ganz spontan bin ich heute nicht auf dem direkten Weg zur Arbeit geradelt, sondern habe einen kleinen Umweg eingebaut, der mich über Poing und Neufarn wieder nach Purfing geführt hat. So langsam wächst mir dieser Weiler mit seiner Idylle und seinem Aroma ans Herz. Heute kam mir eine Prozession von Burschen mit einem Maibaum entgegen. Gelebte Folklore in der Morgensonne. Unklar ist und bleibt, ob es sich um einen Maibaumklau in flagranti oder um eine rechtmäßige Bewegung handelte.
Die Kamera meines Minihandys war leider mit den Gegebenheiten überfordert, aber der Eindruck bleibt.

Die Tour heute morgen hat einen mittelmäßigen Geschwindigkeitsdurchschnitt. Das liegt daran, dass ich gestern in meinem neuen Rennradbuch geblättert habe und dort stand, dass ich nicht auf Geschwindigkeit sondern erstmal auf Trittfrequenz trainieren soll. Das habe ich dann brav gemacht. Kette links und treten. Zwischendurch kam ich mir ein bissel affig vor, weil ich so viel getreten habe und nicht vorwärtsgekommen bin, da habe ich dann doch heimlich hochgeschaltet.

Purfing, Frotzhofen und Obelfing

Heute habe ich schon um drei Feierabend gemacht mit der Absicht noch eine laaange Runde zu radeln. Ich habe mich richtig drauf gefreut!
Der Rucksack mit meinen Arbeitssachen (und Klamotten) hat ein bissel genervt; wenig genug ums zu ignorieren. Dann bin ich los in die gleißende Nachmittagssonne des Münchner Ostens. Und da waren sie auf einmal, die lustigen Orte: Purfing, Frotzhofen und Obelfing. Nicht mehr als ein paar Häuser und eine agrikulturelle Dunstglocke, dass es eine wahre Freude für die Nase war.
Mich hat es gefreut, einmal Ecken im Umland zu sehen, die ich noch gar nicht kenne. Noch nicht mal von gehört habe. So was von ländlich und doch so nah an der großen Stadt.
Diesmal hat mich das Radeln mehr angestrengt als letzten Samstag. Die Schulter ist mächtig verspannt, die Handgelenke etwas müde, und zwischendurch hat mir der Lendenwirbelbereich ganz schön weh getan.
Am Ende dieser schönen Tour waren 45 Kilometer auf dem Tacho.

50 Kilometer auf einer Pobacke

 Ja, es ist da. Mein neues, erstes und einziges Rennrad. Letzten Samstag bin ich quer durch Deutschland gefahren, um es endlich in Empfang zu nehmen. War das spannend. Das erste Mal drauf setzen. Das erste Mal die Schuhe einklicken. Das erste Mal die Schuhe wieder ausklicken. Ich musste ein bisschen auf der Straße auf- und abfahren und Norbert und Katharina, die Radl-Profis, haben geschaut, ob der Sattel zu hoch oder der Lenker zu niedrig ist. Dann haben sie ein bissel hier und ein bissel dort geschraubt und mir gute Tipps gegeben, was ich alles mit der Kette machen muss und wie ich das gute Stück zu pflegen habe. Eine neue Welt für mich. Bisher hat mein Rad Pflege gekriegt, wenn es sie offensichtlich gebraucht hat, beispielsweise weil der Reifen platt und das Rad somit nicht mehr fahrbar war. Aber so ein Rennflitzer braucht extra Wartung. Ein Tropfen Öl in jedes Kettenglied. Sprühwachs auf den Rahmen. Alle paar Tausend Kilometer eine neue Kette. Ist ja anstrengender als ein Haustier. Aber wer sein Radl lieb hat …

camera_20140323175635384Und ich habe es lieb. In dieser ersten Woche sind wir schon 156 Kilometer zusammen gefahren. Die ersten dreißig oder so waren ein bissel schmerzhaft. Andere Knochen und Muskeln kamen zum Einsatz, und die mussten erstmal eingewöhnt werden. Auch der Rücken, die Arme und die Handgelenke haben plötzlich was zu tun. Da fiel mir der gute Rat von einem Triathleten neulich ein: Stabi-Training hilft auch beim Radln. Ich beginne zu verstehen.

Nachdem wir (das Rad und ich) also vier mal zur Arbeit und zurück gefahren sind (100 Kilometer,) und ich mich einigermaßen sicher damit fühle, haben wir heute eine längere Ausfahrt gemacht. Getrieben von der Wettervorhersage, bin ich schon vor zehn Uhr los. Gen Osten durch das platte Land. Am Ende der zwei Stunden waren es knapp über 50 Kilometer. Wow. Ich bin beeindruckt – von mir und von dem Unterschied zwischen dem alten Rad (16 kg) und dem neuen (9 kg). Unterwegs hatte ich streckenweise und ohne bergab ein Tempo von 30 km/h und mehr auf dem Tacho. Unglaublich.

Und was noch unglaublicher ist: Kein Muskelkater, noch nicht mal erschöpft. Klar, bin ich zuhause ein bissel rumgeeiert und die Knie haben geschmerzt, aber das hat sich auch wieder gegeben. Die einzige Blessur, die ich davon getragen habe, ist ein leichter Sonnenbrand auf den Schienbeinen. Das lässt sich ertragen 🙂

Monochrome Erlebnisse

 Alle Jahre wieder: Der  Skiurlaub in der Schweiz. Diesmal hatte ich mich richtig darauf gefreut. Weil meine Beine ja schön trainiert sind und ich fit bin. Dachte ich. Kurz zusammengefasst: Es war eine einzige Katastrophe. Mir haben die Knie schon weh getan, da war ich noch gar nicht richtig im Schuh drin. Und die erste Fahrt (in dieser Saison überhaupt) war auch so gar kein Spaß. Alles eine Farbe, zuviel Schnee und keine Sicht. Das ist gar nichts für mein Können. Ich habe mich also auf Schneewandern beschränkt. Das ging ganz gut und hat auch Spaß gemacht.
IMG_20140303_133704Außer, dass man auch nichts gesehen hat. Den Blick starr nach unten auf die Spuren von irgendwelchen Schneeschuhen, die den Weg schon mal gegangen sind. Ich fand es erstaunlich, wie schnell das Hirn doch die Orientierung verliert und wie schnell mir schwindelig wurde in einer Landschaft ohne Anhaltspunkte. Wie können das Leute aushalten, die zum Südpol stiefeln? Da ist ja noch mehr nichts.
Interessant fand ich dann noch den Saharasand, den wir in einer Schneeschicht gefunden haben. Vor etwa zwei Wochen ist der ja über München herniedergegangen und offensichtlich auch im südlichen Graubünden.

Auf dem Weg

Derzeit bin ich in diversen Zügen quer durch die Republik unterwegs zu meinem neuen Rad.
Es befindet sich – noch in Einzelteilen – in einem kleinen Dorf in der Eifel. Dort wartet es darauf, genau passend für mich zusammengebaut zu werden.
Ich bin schon sooo gespannt.

Sonniger Anfang 2014

Ein neues Jahr beginnt mit einem herrlichen Sonnentag. Den Schnee (hier in Mühlbach am Hochkönig, Österreich) haben wir suchen müssen, für einen kleinen Spaziergang hat er gerade so gereicht. Aber der Sonnenschein war herrlich. Dieses Jahr wird ein sportliches. Ein schöner Vorsatz. Aber ich denke, ich werde ihn einhalten können. Die Basis ist ja schon gelegt, ich fange nicht bei Null an, was es noch schwerer machen würde. Also sehen wir mal.
An alle Mitleserinnen und Mitleser: Auch Euch ein schönes Jahr mit den Erfolgen, die Ihr Euch wünscht!

Moränenhügel mag ich nicht

Endlich ergab sich mal wieder die Gelegenheit für ein Radtoürchen. Der Biobauer unseres Vertrauens lud zum Erntedankfest auf seinen Hof. Der Sohn war schon dort, und mein Mann erklärte sich sofort bereit, mich zu begleiten.
Die Tour plante komoot für uns und verkaufte sie uns als “mittelschwer”. Und 30 km ist jetzt auch nicht die Welt. Ein Teil ging entlang des Isar-Inn-Radwegs, den ich gerne habe.
Ich weiß inzwischen, dass alles, was von uns Richtung Süden geht, immer mehr Meter hoch als runter geht. Was ich jedoch total unterschätze, und zwar jedesmal, sind diese kurzen steilen Anstiege. Die bringen mich deutlich an meine Grenzen.
Und so sinnlos sind sie auch, denn alles was ich jetzt freudvoll herabrolle, geht gleich auch wieder hoch – manchmal schon in Sichtweite. Vielleicht sehe ich das auch ein wenig negativ.
Positives Fazit: Hundert Minuten was für die Kondition getan, schönen Herbsttag genutzt, und das zusammen mit dem Mann.
P.S.:  Auf den Rückweg habe ich zugunsten einer verlockenden Mitfahrgelegenheit verzichtet.

Enttäuscht

Ich muss gestehen, dass ich schon ein bissel stolz war auf das, was ich bisher bewegungstechnisch so geschafft habe. Und ich dachte auch, dass sich meine Kondition auch verbessert hätte.
Pustekuchen. Nix war. Dieser Berg war zuviel für mich. Eindeutig. Eine Stunde steilst bergauf. Alle warteten schon oberhalb der Baumgrenze, einschließlich der Kinder, als ich angeschnauft kam. Und dann wollten die anderen weiter zum Gipfel; und ich bekam einen Heulkrampf. Ich weiß nicht, was es war: die Erschöpfung, die Enttäuschung. Ich war jedenfalls verzweifelt, auch bei der Vorstellung, diesen matschigen steilen Pfad wieder runter zu müssen. Mein Mann war dann so nett, mich zu begleiten. Der Sohn geht mit den anderen weiter hoch.
Positives Fazit: der Berg war schön und die Aussicht auch. Und meine Knie hätten früher nach so einer Aktion mehr weh getan.