Archiv der Kategorie: Material

Räder, aber auch Computer und Sportuhren, wichtige Sachen für den Sport.

Waterloo liegt im Vilstal

Generalprobe, es ist dringend Zeit für eine  Generalprobe. Für die Cyclassics.  Endlich die hundertzwanzig Kilometer fahren, vielleicht auch mehr. Und mit den voraussichtlichen fünfhundert Höhenmetern. Diese Gedanken spuken schon länger in meinem Hirn herum.

Schon letztes Wochenende sollte es sein, aber da war es zu heiß, zu gewittrig, und so wurden es nur fünfundsechzig. Also dann nochmal. Ich frage beim Bruder an, der winkt aber ab, er ist überbucht. Der Mann dagegen sagt sofort ja. Wir wollen früh los, die Zeit nutzen, die der Sohn in seinem Teenagerkoma verschläft. Ich bastel eine Acht durch das Vilstal zusammen, weil die Landschaft dort ist hügelig (wegen der Höhenmeter), ich will dem Mann den Vilstalradweg zeigen (weil den mag ich), und weil es dort insgesamt schön ist. Waterloo liegt im Vilstal weiterlesen

Halt mal schnell …

Seit ein paar Wochen fahre ich nun mein Giant Anyroad 2 mit dem Bremsenupgrade. Die alte Avid BB5, die bei meinem 2015er Modell noch serienmäßig verbaut war, verabschiedete sich ja auf besorgniserregende Weise. Der Radschrauber meines neuen Vertrauens empfahl eine TRP Spyre-Scheibenbremse sowie eine größere Scheibe. Und er versprach soundsoviel Prozent bessere Leistung. Halt mal schnell … weiterlesen

Flicken oder nicht?

Während ich gemütlich den Grand Départ deR Tour de France ansehe und mich an den schönen Rädern und den strammen Wadeln ergötze, obduziert der Mann mein Rad. Er muss genau hinschauen, denn das Loch befindet sich unter einem Schlauchflicken. Die Naht dort ist geplatzt. Und das wirft wieder die Frage auf: Flicken oder nicht flicken. Ich bin ja eher der Neuerschlauchdraufundgut-Typ während der Mann gerne flickt. Wobei wir bei letzterem schon recht gemischte Erfahrungen gemacht haben. Gute und nicht so gute.

Wie haltet Ihr es mit einem punktierten Schlauch? Flickt Ihr oder zieht Ihr gleich einen neuen ein?

Rosa Brillen und schöne Aussichten. Adria-Alpe 4

Es muss gesagt werden, weil es wahr ist: Der Weg zurück war schön. Knallblauer Himmel, angenehme Temperaturen, eine humane Abfahrtszeit des Zuges. Zwischendurch hatte ich schon nochmal einen Kloß im Hals, wenn ich an Italien dachte, aber was soll’s? Wir sind zeitig am Bahnhof und chillen (mal wieder) herum. Ich starre die Berge an, während der Sohn mir auf seinem Handy irgendwelche Präludien vorspielt. (Nein, er ist kein Klaviervirtuose, es handelt sich um eine Spiele-App, bei der man ganz schnell irgendwelche Tasten drücken muss. Die klassische Musik ist nur Begleiterscheinung. Man ist ja dankbar für alles.)

Irgendsoeinberg und blauer Himmel

Der Zug ist noch schön leer. Ich sitze die meiste Zeit auf einem Klappsitz im Fahrradwagen, weil da die Fenster größer und die Aussicht schöner ist. Der Zugführer, der sein Abteil auch im Fahrradwagen hat, gibt mir zwischendurch den guten Rat, mich doch auf einen ordentlichen Sitz zu setzen. Ich lehne ab wegen der Aussicht. Rosa Brillen und schöne Aussichten. Adria-Alpe 4 weiterlesen

Lebensgefahr und Aus. Alpe-Adria 3

Sonne in Mallnitz. Vor uns liegt eine Mordsabfahrt. Serpentinen und insgesamt 700 Höhenmeter auf fünf Kilometer. Wir freuen uns darauf. Aber stell dir vor, du fährst bergab, und deine Bremsen machen nicht mit. Vorne zieht die Bremse so gut wie gar nicht, und die hintere schafft es nicht, mein Gewicht und das des Gepäcks bei dieser Geschwindigkeit abzubremsen. Ein ganz übles Gefühl. Ganz übel. Hinter mir juchzt der Sohn, der mit seinen hydraulischen Bremsen den Spaß seines Lebens hat.  Lebensgefahr und Aus. Alpe-Adria 3 weiterlesen

Dahme, Gurken und Bergbau

Ostern = Feiertage = freie Tage = Kurzurlaub. Mich hat die Radreiselust schon lange im Griff, insbesondere seit ich auf Instagram den Fernreisenden folge,  und der Mann hat auch mal wieder Lust auf ein Türchen/Tourchen. Weil wir am Karfreitag Termine in Berlin haben, beginnen wir unsere Tour halt dort. Angedacht ist Dresden als Ziel, weil wir von da einigermaßen zuverlässig wieder mit dem Zug heim kommen. Der ADFC empfiehlt für Berlin-Dresden eine gut ausgeschilderte Tour, der wir folgen wollen.

Tag 1: Köpenick bis Lübbenau

In Köpenick beginnt unsere Reise mit dem Dahmeradweg, der dort endet. Er führt uns durch so noblige Gegenden wie Grünau oder Schmöckwitz. Immer wassernah und rudersportgeprägt. Dann durch Königs Wusterhausen und bis Märkisch Buchholz. Meist geradeaus, gut ausgeschildert und ohne großen Kopfeinsatz zu fahren. In größeren Orten leitet uns der Radweg ab und zu weg von der Hauptstraße, was unweigerlich zu Kopfsteinpflasterreiten führt. Ich stelle mir Paris-Roubaix vor und alles ist nicht mehr so schlimm. 

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Geschlaucht

Rennradsaisonauftaktfahrt in der Sonne! Das war der Plan für Samstag. Und? Was soll ich sagen: Vorgenommen, geplant und durchgeführt. Schnell noch die Familie mit Mittagessen versorgen, umziehen und los geht es. Geplant waren 70 Kilometer in den Münchner Osten: Ebersberg, Markt Schwaben, Speichersee und  zurück.

Gleich die ersten Kilometer machen solchen Spaß zu fahren, dass der direkte Weg nach Ebersberg gleich mal einen Knick über Purfing bekommt.  Auf den geraden Strecken bin ich für meine Verhältnisse richtig schnell unterwegs mit über 25 km/h. Der Schnitt wird in den Ortschaften heruntergezogen, weil ich mich da oft nicht so schnell traue, oder weil der Radweg unerwartet endet und auf der anderen Straßenseite weitergeht. Und natürlich die Hügel, die ziehen ihn auch runter, obwohl sie ja für das genauer Gegenteil stehen (sorry, schlechter Kalauer).  Aber sonst flutscht es richtig gut, und  ich habe langsam das Gefühl, dass die inzwischen gut eintausend Kilometer, die ich in diesem Jahr schon abgestrampelt habe, langsam Wirkung zeigen. Und es hilft sicher auch, vorher nicht ein paar Stunden in Sauna und Schwitzbad gehockt zu haben.

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Ein Familiendings

Der Sohn hat die Liebe zum Radeln entdeckt.  Das liegt vielleicht auch an seinem neuen Rad. Nachdem er sich jahrelang auf einem geerbten Mountainbike, das inzwischen auch ein wenig zu klein war, abmühte, haben wir ihm jetzt mal ein gutes Rad gegönnt. Er wollte ausdrücklich kein Mountainbike, sondern ein Rennrad. Der Kompromiss zwischen schnell und alltagstauglich ist ein Cyclocrosser.  Und jetzt macht es uns Eltern auch tatsächlich mehr Freude mit ihm zu fahren. Kein Genörgel mehr und wir kommen gut voran. Allein deswegen hat sich die Investition schon gelohnt.

Sohn auf Rad im Stadtwald

Aber auch, weil der Sohn und ich in den Pfingstferien Großes vorhaben. Wir wollen eine größere und längere Radtour machen, mit Tagesetappen von 40 bis 60 Kilometern. Für mich ist das jetzt nicht sooo die Herausforderung, aber für einen Zwölfjährigen, der bis jetzt keine großen Touren gefahren ist, schon. Deshalb fing am Samstag das “Langstrecken”-Training an. Ich sage dreißig Kilometer an. Der Sohn fällt erstmal in Ohnmacht und wird ein bisschen hysterisch, merkt aber dann schnell, dass mit seinem Rad diese Distanz easy zu machen ist.  Am Ende waren es 33 Kilometer in knapp zwei Stunden, und der Sohn platzte vor Stolz. Ein Familiendings weiterlesen

Ach, wenn’s nur die Louise gewesen wäre

Der Winter ist jetzt amtlich vorbei und damit auch das #Winterradeln, und weil ich eine treulose Tomate bin, verschwand das Mountain(winter)bike sofort mit dem letzten Schnee ganz hinten im Dunkel der Garage und raus aus meinem Gedächtnis. Bis vorgestern: Mein lieber Freund Christian, seines Zeichens Hobbyschrauber und bekennender Mountainbiker wollte mir nämlich was Gutes tun und mir einen MTB-Technikkurs zukommen lassen, damit ich schneller den Berg runter komme und, das unterstelle ich ihm jetzt mal, dass ich vielleicht doch noch Spaß am Mountainbiken finde. Ach, wenn’s nur die Louise gewesen wäre weiterlesen