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Donauradweg I: Passau – Linz

Ich lasse den Bericht unserer Donauradwegstour in Passau beginnen, weil ich die Anreise im völlig überfüllten Zug mit drei bis vier Schulklassen noch nicht zu diesem Urlaub zählen mag. Am Bahnhof in Passau verabschieden wir uns vom Sohn, der weiter ins Schullandheim in den Bayerischen Wald reist, biegen einmal ab und sind schon auf dem berühmten Donauradweg. Das war leicht. Wir haben uns entschlossen, den Schildern zu folgen und keine Experimente zu machen. Der Reiseführer, der sich doch irgendwie in unser Gepäck geschmuggelt hat, zeigt zwar immer Wege für beide Seiten der Donau an. Für uns ist das jedoch zuviel Entscheidungsfreiheit. Angesichts der kurzen Zeit, haben wir sowieso keine Zeit für Abstecher, Besichtigungen und ähnliche Spirenzchen. Freitag, vierzehn Uhr müssen wir wieder daheim sein.
R1, das ist das Zeichen dem wir folgen. R1, Linz 91 km. Donauradweg I: Passau – Linz weiterlesen

Reisevorbereitungen

Morgen geht es los: Der Mann und ich auf großer Fahrt. Zum ersten Mal eine Mehrtagesfahrradtour. Ganz klassisch geben wir unser Debüt auf dem beliebtesten europäischen Fernradreiseweg: Passau – Wien. Der Sohn vergnügt sich die Woche im Landschulheim/Schullandheim im Bayerischen Wald und wir nutzen die Gelegenheit der freien Tage.
Lange habe ich überlegt, welches Rad wohl das beste wäre, habe mich aber dann doch für das ATB entschieden, nicht zuletzt wegen des Gepäcksystems. Wozu habe ich die Teile, und die ganze Zeit mit Rucksack schien mir keine gute Aussicht. Den Mann schreckt das nicht. Er fährt mit Rucksack. Auch weil er sein puristisch-schönes Rad nicht durch Gepäcktragesysteme entstellen will.

Unsere konkrete Planung beschränkt sich auf den Kauf der Bahnfahrkarte bis Passau (im selben Zug wie der Sohn und seine Klasse, aber definitiv im anderen Zugteil) und eine Hotelreservierung in Wien am Donnerstag. Alles dazwischen ist offen. Wir wollen sehen, wie weit wir jeden Tag kommen und uns dann spontan einen Bettstatt suchen. Reisevorbereitungen weiterlesen

Tapetenwechsel

 Sommerabschluss, der Vierte. Nach einigen Getrennt-Urlauben in der letzten Zeit haben der Mann und ich uns ein Gemeinsam-Wochenende verordnet. Der Sohn lässt sich freundlicherweise bei der Oma in der Rhön abstellen, und der Mann und ich reisen weiter gen Norden. Nach Osthessen ins Zwischenland. Zwischen Rhön und Vogelsberg, zwischen Lauterbach und Fulda. Nach Bad Salzschlirf. Wegen des lustigen Ortsnamens natürlich. Im örtlichen Wellness-Hotel haben wir ein Schnell-Entspannt-Wochenende gebucht mit allerlei Massage- und Gutsein-Schnickschnack. Und Begrüßungsdrink.

Voller Enthusiasmus packe ich auch lauter Sportklamotten ein. Weil es gibt ja auch mindestens ein Schwimmbad. Zwölf Meter nur, aber ich stelle mir vor, dass man da schon schwimmen kann. Mit vielen Wenden halt.
Leider führt die Realität diese Vorstellung ganz schnell ad absurdum und ich sehe ein: Schwimmen in einem zwölf-Meter Wellness-Becken geht gar nicht. Als sich diese Erkenntnis gesetzt hat, ergebe ich mich der Passivwellness. War nicht weiter schwer.
Am Samstag beschließen wir allerdings eine Outdoor-Aktivität, weil das Wetter viel zu gut für Indoor ist, auch wenn es sich um präventiv-gesunde Solebäder handelt. Im Ort gehen wir einfach mal irgendwelchen hingemalten Zeichen hinterher und landen auf einem wunderbaren Rundweg. Durch sonnendurchflutete Wiesen und lichte Wälder. Mit grandiosen Blicken in die Landschaft. Vorbei an einem hohen Stück Mauer mitten im Feld, das vor neunhundert Jahren als Teil einer Burg erbaut und seit mehr als achthundert Jahren als Ruine herumsteht. Hartes Schicksal.
Auf dem ganzen Weg ist uns nicht einmal jemand begegnet. Nur ein paar Reiter am Horizont. Wir haben den Verdacht, dass dieser Teil von Osthessen eigentlich unbewohnt ist und nur von Kurgästen bevölkert wird, die sich aber hauptsächlich liegend im Moor- oder Solebad aufhalten.
Der Mann legt mit seinen Camino-trainierten Beinen ein gutes Tempo vor und ich versuche mitzuhalten. Auf der Ebene mit Wanderstöcken komme ich gut mit, aber sobald es ein wenig bergauf geht, ist mein Puls wieder durch die Decke. Langsam finde ich das wirklich bedenklich und nehme mir vor, endlich doch mal zum Doc deswegen zu gehen. Und wenn er mir nur sagt, dass ich abnehmen soll, ist das auch eine Diagnose.
Am Ende meldet die Garmin dreizehn Kilometer in drei Stunden. Leider habe ich unterwegs unsachkundig mit dem  Teil rumgespielt. Das heißt, ich habe unterwegs mal von Gehen auf Radfahren umgestellt, weil ich nicht gut im Kopfrechnen bin und mir von der Uhr die Umrechnung von min/km auf km/h abnehmen lassen wollte. Das ging ganz gut. Auch das Zurückstellen. Allerdings ist dieses Training jetzt als Multisport-Training bei Garmin Connect gespeichert und lässt sich von dort nicht als GPX- oder TCX-Datei herunterladen. Das brauche ich aber, um das Training wieder bei Endomondo zu importieren. Theoretisch kann Endomondo auch direkt von der Garmin Workouts auslesen. Praktisch hat das schon länger nicht mehr funktioniert. Schade eigentlich. So muss ich die FIT-Datei bei gpsies.de in GPX konvertieren (TCX funktioniert nicht) und in Endomondo importieren. Und schwupps sehe ich, dass wir tatsächlich fast fünfzehn Kilometer in vier Stunden geschafft haben. Die Herzfrequenzrate ist dabei auf der Strecke geblieben. Nicht schade drum.

Jog on the beach

Vierundzwanzig Stunden waren um. Also auf zum Lauf. Zunächst jedoch unvorstellbare Qualen als ich mir den engen Sport-BH über den Sonnenbrand zwirbel.
Elf in der Nacht. Auf der Straße steppt der spanische Bär. Die Hitze des Tages lungert noch in den engen Gassen. Der kühlende Wind von der See weht heute andernorts.
Meine Entscheidung, ob Promenade oder Wasserkante ist schnell gefällt, weil die Promenade einfach noch zu voll ist.

Also runter ans Wasser. Dieser Strandabschnitt ist etwa fünfhundert Meter lang, was ich eine ganz gute Länge finde. Ich trabe also hin und her und hin und her. Immer wieder vorbei an der Großfamilie, die immer noch unter ihren Sonnenschirmen sitzt und wohl vergessen hat zu gehen. Und an dem einsamen Herrn,  der ein Herz in den Sand gemalt hat und es jetzt fotografiert. Und an der Gruppe Jugendlicher, die im weichen Sand Fußball spielt. Und an der Frau mit den Schuhen in der Hand, die durchs Wasser planscht. Insgesamt acht mal laufe ich dieses Szenario ab, bis es mir reicht. Vollkommen nass geschwitzt,  aber zufrieden sprinte ich dann noch der Show halber die Rampe zur Promenade hoch und mach mich auf den kurzen Heimweg.
Das war jetzt schon ein ganz anderes Laufgefühl als sonst. Auf dem harten glatten Sand des ablaufenden Wassers läuft es sich wirklich gut. Zwischendurch braucht es mal einen kleinen Sprung über einen kleinen Bach, in dem Nachzüglerwasser dem sich zurück ziehendem Meer hinterherläuft. Die Luft ist bestimmt auch gesund, wenngleich ich das Meer nicht so deutlich schmecke und rieche wie an der Nordsee zum Beispiel.
Das Dauerrauschen der Wellen schluckt alle anderen Geräusche, was mir in diesem Moment auch entgegen kommt, weil ich wieder mit Adele im Ohr unterwegs bin und zwischendurch mal mitsingen muss. Es ist besser, wenn das niemand hört.
Nach den Perseiden habe ich auch noch Ausschau gehalten, aber die hatten gegen die Flutlichtanlage der Uferstraße leider keine Chance.

Salzwasserwellness

Aquajogging, Aquaweitsprung, Aquahochsprung, Aquatauching, Aquagliding. Oder: wir toben  in den Wellen. Stundenlang mit wachsender Begeisterung und nur der Sonnenbrand kann uns stoppen.

Heute abend (daheim würden wir Nacht sagen) dann ein Spaziergang entlang der Strandpromenade. Ganz späte Strandheimkehrer, Flanierer wie wir, und Jogger.
Gute Idee: endlich wieder mal ein Dunkellauf. Ich nehme mir vor, das morgen auch zu machen. Zu entscheiden bleibt: Laufen entweder oben auf der Promenade im Zickzack aber in die Menge geblendet, oder unten am Wasser,  das zur Ebbe eine schöne harte Fläche zurück lässt.
Allerdings dort so richtig auf dem Präsentierteller und von Flutlicht ausgeleuchtet. Ich habe ja noch vierundzwanzig Stunden Bedenkzeit.
Eine weitere Sportoption ist das stationäre Rennrad mit Auflieger,  das ich hier im Haushalt unserer Haustauschpartner vorgefunden habe. Das werde ich sicher auch einmal in Betrieb nehmen.

Höchste Schmerzen

Erster Tag im Urlaub. Angesichts des unsicheren Wetters entscheiden wir uns für etwas Ungefährliches. Und was ist sicherer als ins Hochgebirge zu fahren?
Nein, im Ernst. Uns hat eine Bahn hochgefahren. Eigentlich waren es vier Bahnen, die in einer halben Stunden 1500 Höhenmeter überwinden. Mit einer Steigung, die phantasiebegabte Menschen leicht zu Panikattacken bringt. Oben auf 2400 Metern ü.N. ging es zu wie auf einem der gut erschlossenen Münchner Hausberge. Restaurants, Baustellen, Lehrpfade, Kinderspielplatz, und Menschen in Sandalen und Muscle-Shirt, die durch den völlig unerwarteten Schnee stapfen. Komisch, unten hat es doch eben noch fast 30 Grad gehabt?
Ausrüstungsmäßig konnten wir uns da nichts vorwerfen. Das hat allerdings nicht gereicht. Das Pochen in dem einen Zahn ließ sich die letzten Tage noch gut ignorieren. Heute war es jedoch zu einem grandiosen Schmerz-Crescendo angewachsen, das den ganzen Kopf einnahm. Ich konnte nicht viel mehr tun, als zu sitzen und rumzujammern. Das mache ich ja gerne und viel, besonders in der letzten Zeit. Diese Schmerzen haben mich jedoch fertig gemacht. Und scheinbar war ich so überzeugend, dass der Sohn mir sogar freiwillig den Rucksack abnahm.
So schlimm war es, dass ich, wieder im Tal, sofort und freiwillig einen Zahnarzt gesucht habe. Gar nicht einfach, am späten Freitag Nachmittag in einer ländlichen Gegend. Ich habe dann einen gefunden mit einem freien Termin, der mich in einer halben Stunde wieder schmerzfrei gemacht. Außerdem hat er sich gefreut, dass ich aus München bin, weil er da studiert hat und erst seit einem halben Jahr wieder im heimatlichen Kärnten ist. So weiß ich jetzt auch ein bissel Bescheid über die unterschiedlichen Situationen junger selbständiger Zahnärzte in München und Spittal an der Drau.