Archiv der Kategorie: Laufen

(Warum) läufst du?

Wie schon mehrfach erwähnt, ist mein sportliches Ziel für 2017 ein fahrradbezogenes. Da bin ich auch echt froh, und zwar aus mehreren Gründen. Bevor mich dieses Ziel ansprang hatte ich mir natürlich Gedanken gemacht, um was es im nächsten Jahr gehen könnte. Und weil ich immer noch ein Triathlon-Fan bin, dachte ich mal in diese Richtung, einen Sprint-Triathlon vielleicht. Und weil ich aber immer noch nicht laufen kann, waren das keine schönen Gedanken. Recht verzagt und wenig erfreut. Schwimmen und Radfahren, kein Problem, nur diese dämliche Laufen. Aber es lässt mich nicht los, ich denke oft daran, habe sogar mal wieder neue Laufschuhe und versuche es immer mal wieder. Und ich treibe es sogar so weit, dass ich hiermit bei Eddys Blogparade zum Thema “Warum läufst du?” mitmache:

Warum läufst Du?

Weil ich denke, dass es doch eigentlich gar nicht so schwer sein kann. Weil ich doch noch irgendwann einen Triathlon machen will. Weil ich Läufen können will. Und überhaupt. (Warum) läufst du? weiterlesen

Gastbeitrag: Interview mit einem Neu-Marathoni

Ein neuer Gastbeitrag von einem alten Bekannten: Ein Interview mit dem Mann (nennen wir ihn ab jetzt Jürgen). Er lief neulich seinen ersten Marathon und beantwortet hier unsere Fragen.


Du bist vor fünf Wochen deinen ersten Marathon gelaufen. Wie geht es Dir? Jetzt und damals direkt danach?

Den einfacheren Teil der Frage “wie geht es Dir jetzt” kann ich frei nach Sepp Herberger beantworten: Nach dem Marathon ist vor dem Marathon. Jetzt, wo ich erlebt habe, dass ich es schaffen kann, möchte ich nicht gleich wieder aufhören. Welcher Marathon es nächstes Jahr werden wird, steht noch nicht fest. Wenn es geht, soll es aber nicht wieder ein “Heimspiel” werden.

Die Frage nach dem Gefühl direkt nach dem Lauf ist nicht so einfach zu beantworten. Mir war die Freude am Angekommen-sein fast ein wenig im Hals stecken geblieben. Woran das lag, kann ich nicht beantworten. Das gute Gefühl und auch ein wenig Stolz kam erst die Tage danach langsam. Gastbeitrag: Interview mit einem Neu-Marathoni weiterlesen

Lauf für ihr Leben

Alle Jahre wieder zum Ende des Sommers versammeln sich über Tausend Menschen im Englischen Garten, um im Kreis zu Laufen, fünf oder zehn Kilometer. Die Münchner Aidshilfe ruft zum Run for Live. Letztes Jahr lief der Mann. Und der Sohn und ich standen am Wegesrand und feuerten an. Das heißt, ich stand am Wegesrand mit meiner kleinen Trommel und feuerte an. Der Sohn stand zehn Meter entfernt und hoffte, dass ihn niemand mit mir in Verbindung bringt. Zu peinlich, diese Mutter. Trotzdem schien ihm der Event Spaß gemacht zu haben, denn er versprach damals, dass er 2016 auch läuft. Jaja, dachten wir und vergaßen die Angelegenheit. Der Sohn leidet nämlich nicht an übermäßigem Bewegungsdrang und die Laufschuhe, die wir ihm mal auf seinen Wunsch hin gekauft hatte, sind natürlich ganz schnell zu klein geworden. Lauf für ihr Leben weiterlesen

Gastbeitrag: Regeln für den Island-Läufer

Heute eine Premiere: Der erste Gastbeitrag in diesem Blog. Natürlich gebührt diese Ehre “dem Mann”. Viel Spaß beim Lesen. Andra.

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Island liegt zwar weit weg vom europäischen und amerikanischen Festland aber auch hier gelten die Regeln, die wir aus unserer heimatlichen Sportwelt kennen. Auch hier spielt man Fußball mit zwei mal elf Spielern – und das bekanntermaßen nicht mal schlecht – und auch hier kann man einen Halbmarathon bewältigen ohne 21 Runden am Vulkankrater drehen zu müssen.

Alle laufen in Reykjavik
Alle laufen in Reykjavik

Vor unserer Anreise in den diesjährigen Sommerurlaub nach Island waren meine Vorstellungen da noch etwas verschwommener, nach zwei Wochen in diesem schönen Land sehe ich jetzt aber etwas klarer. Und das liegt nicht nur an der klaren Luft, die es oft möglich macht um ein mehrfaches weiter in die so fremdartige Landschaft zu schauen, als das in Mitteleuropa möglich ist.

Das Feld zieht sich auseinander
Das Feld zieht sich auseinander

Aber wir waren bei den Regeln: Die Regeln sind die gleichen, die Rahmenbedingungen aber oft anders. Am deutlichsten wird das erlebbar am Wetter. Der Spruch auf unserem obligatorisch erworbenen Kühlschrankmagneten verdeutlicht es am besten: “Welcome to Iceland! If you don’t like the weather, just wait five minutes…”. Das ist die positive Darstellung der etwas anderen Rahmenbedingungen in diesem Land. Meine Übersetzung für den Läufer in Island lautet: “Denke nicht, dass Du trocken nach Hause kommst, wenn Du bei Sonnenschein startest”. Nach meinem ersten akribisch geplanten Lauf in Reykjavík starte ich den zweiten eher unvorbereitet. Nur eine grobe Vorstellung von der Route, keine Ahnung, wie weit die Füße heute tragen. Wetterbericht? Ungelesen! Kein Handy dabei, aber erst nach einem Kilometer gemerkt. Egal! Gastbeitrag: Regeln für den Island-Läufer weiterlesen

München Marathon 2015

Kaum ist das Oktoberfest vorbei und die Stadt wieder einigermaßen leer, strömen schon wieder viele Menschen zu uns, um beim München Marathon dabei zu sein. Gut, es sind nicht so viele wie beim Oktoberfest und sie sind definitiv auch nicht so aufdringlich, deutlich weniger betrunken, und sie treten meist auch nur an bestimmten Stellen und nicht überall in der Stadt auf. Die Gemeinsamkeit ist vielleicht die strenge Kleiderordnung bei beiden Gruppen. Und die Schnittmenge ist die Tracht. Jetzt gibt es tatsächlich Laufshorts wie Krachlederne und Shirts mit Karohemd- beziehungsweise Dirndl-Look. Tststs.  Heute auf der Strecke habe ich einige dieser Verkleidungsläufer gesehen und von den Vornamen her, waren es auch eher keine eingeborenen Bayern.

Der Mann startet dieses Jahr wieder beim Halbmarathon. Diesmal deutlich unaufgeregter als beim letzten Mal. Gestern radelten wir ins Olympiagelände, um seine Startunterlagen abzuholen und über die Messe zu schlendern (und besagte Trikot-Neuheit zu bestaunen). Pasta-Party war dann daheim.

München Marathon 2015 weiterlesen

Feuer mit Feuer

Dass ich nicht laufen kann, habe ich ja schon ausgiebig beweint. Leider hilft das nicht und bringt mich nicht weiter, deshalb habe ich dieses Jahr dem Laufenlernen gewidmet. Und anfangen tue ich mit Beinmuskeltraining. Endomondo hat ein neues Feature “Commitments”. Das sind Wetten gegen einen selbst. Ich habe mir ein Commitment eingerichtet, das da lautet: Jede Woche 1000 Kalorien mit Gehen oder Laufen oder Wandern oder ähnlichem verbrauchen. Das sind etwa zweieinhalb Stunden in der jeweiligen Sportart. Und damit die Kondition auch was davon hat, fing ich vor ein paar Wochen mit dem Nordic Walking an. Stöckeschleudern, wie manche abfällig sagen. Am Anfang kam ich mir auch etwas affig vor, dann habe ich mich mal auf Youtube schlau gemacht, die Stöcke kürzer geschraubt und eine andere Technik ausprobiert (die richtige nämlich) und schon hat es Spaß gemacht und ging auch viel flotter voran. Ich bin mit Pulsuhr unterwegs und versuche konstant bei 135 zu bleiben. Da hab ich auch was zu tun und es wird nicht langweilig.
Gestern hat mich die senile Bettflucht schon recht früh aus dem Bett gescheucht. Ich nutze die Gelegenheit und bin schon vor acht auf der Strecke. Wieder in Richtung Riemer Park. Der Boden ist noch gefroren und die Pfützen haben schöne Eisdeckel. Ich kann meine Pudelmütze gut vertragen, die Handschuhe ziehe ich aber recht bald aus. Ich bin gut unterwegs und werde übermütig. Ich probiere einfach mal einen anderen Rückweg, den Joggingpfad des Mannes. Am Ende sind es 15k in 2,5 Stunden, zwei fette Blasen auf der Fußsohle, viel Sonne im Gesicht und eine ordentliche Zufriedenheit im Bauch.
Das war gestern. Heute merke ich deutlich, was ich bei Youtube auch noch gelernt habe. Nordic Walking beansprucht 90 Prozent der Muskeln. Das kann ich bestätigen. Und von diesen 90 Prozent haben mindestens 50 Prozent einen ordentlichen Kater. Mein ganzer Körper schmerzt. Naja, nicht direkt Schmerz, aber auch nicht ohne. Jedes Mal, wenn ich aufstehe vom Stuhl, entfährt mir ein Seufzer. So eine Art Schmerz.
Trotzdem will ich heute mein Rennrad-Jahr 2015 einläuten. Das Wetter ist unwiderstehlich. Ich muss einfach los. Mit was bekämpft man Feuer? Mit Feuer, genau. Also Zähne zusammenbeißen und los.
Und Oh Wunder. Überhaupt kein Problem, muskelschmerztechnisch. Es geht einfach so. Die erste Hälfte gegen den Wind und dann um so lockerer zurück. Einfach schön. Radfahren macht Spaß. Hatte ich das schon erwähnt? Und wenn es dann noch den Walking-Muskelkater nullifiziert, um so besser!

Eislaufen

Erkältung ist weg, also endlich Zeit, dass ich mich um die Neujahrsvorsätze kümmere. Mehr bewegen und laufen und radeln und schwimmern und so oft es geht mit dem Rad zu Arbeit. Das Übliche halt. Mit dem Rad zur Arbeit ist heute schon mal ausgefallen, weil der feine Nieselregen als Eis auf dem Boden liegen blieb. War mir zu rutschig. Man muss ja nicht übertreiben.
Also am Abend den nächsten Versuch: Mal wieder laufen gehen. In freier Natur und ohne Laufband. Ich starte also mal wieder einen Trainingsplan in Endomondo (mal wieder Coach to 5K). Hat wer mitgezählt, wie oft ich das jetzt schon gemacht habe? Ich habe den Überblick verloren.
Also Kind ins Bett bringen, dann in die Laufklamotten (was soll ich bloß anziehen?), noch mal ordentlich selbst motivieren und den Blick vom Sofa wegreißen, und los. Ich muss immer mal wieder die Straßenseite wechseln, abhängig von der jeweiligen Schneeschippakribie der Anwohner. Die Straße glitzert hübsch im Mondlicht (bzw. Laternenlicht). Es ist gar nicht so kalt, wie ich dachte. Endomondo treibt mich an so gut es geht. Es geht nicht gut, aber das ist nichts neues und auch egal heute. Ich habe ja noch ein paar Wochen Zeit, meine Schienbeine und Waden wieder ans Laufen zu erinnern. Ich freue mich erstmal, dass ich wenigsten einen Vorsatz umgesetzt habe, zumindest an einem Tag. Es könnte ein vielversprechendes Jahr werden.

Lauf mit Längen: München Marathon

Der große Tag für den großen Lauf. Allerdings nicht für mich, sondern für den Mann. Dauerlaufen kann er ja ganz gut, und mit Dauerüberreden habe ich ihn dann dazu gebracht, dass er sich beim München Marathon für die halbe Distanz angemeldet hat. Am Samstag haben wir seine Unterlagen abgeholt und ein bissel Großveranstaltungsduft auf der Messe geschnuppert (war ein bisschen stickig).
Am Sonntag um zwei war dann Start. Der Mann war vorher ganz schön aufgeregt. Ist ja sein erster Wettkampf seit hundert Jahren. Kann man verstehen. Er macht sich also auf zum Start, bequemerweise in der Nachbarschaft. Derweil suchen der Sohn und ich Anfeuerungsgeräuschmacher zusammen. Zum Glück hat der Sohn in den zehn Jahren seines Lebens schon eine große Sammlung an Trommeln, Rasseln, Ratschen und Trillerpfeifen zusammengetragen. So mussten wir nur die lautesten heraussuchen. Dann machen wir uns auf zu unserem ersten Anfeuerungspunkt kurz hinter dem Start. Auf dem Weg dahin kommen uns ein paar MarathonläuferInnen entgegen. “Was machen die denn noch hier? Der Marathonstart war doch schon vor Stunden?”

Wir hören den Startknall und kurz danach kommt die Herde schon angetrabt. Wir machen Krach und feuern an. Hier in der Vorstadt sind wir quasi die einzigen, die das tun. Der Mann/Papa hat sich netterweise durch Winken bemerkbar gemacht, sonst hätten wir ihn übersehen. Als er durch ist, schwingen wir uns auf die Räder, um zur nächsten Station zu kommen. Das Wetter ist grandios. Der Föhn ist entgegen aller Vorhersagen nicht zusammengebrochen und gibt nochmal sein bestes. Ich finde den Föhn im Oktober eine der besten Erfindungen. Schon immer.
Ludwigstraße, vor der Uni. Hier erwarte ich ja etwas mehr Trubel. War aber gar nicht so. Die ganze Ludwig- und Leopoldstraße war gesperrt, aber irgendwie sah es traurig aus – zuschauermäßig. Wenige hatten Krachgeräte dabei, einige haben geklatscht, aber dann haben ihnen bald die Hände weh getan. Ich finde, hier könnte München schon etwas mehr geben.
Immer wieder bekommen wir ein dankbares Lächeln von LäuferInnen, inzwischen ist der Marathon und der Halbmarathon gut durchmischt. Gianluca vom Team Bademeister aus Italien ist der schnellste Halbmarathonläufer. Er uns sein Teamkollege Vincenzo sind uns schon kurz nach dem Start aufgefallen. Überhaupt sind hier wirklich viele Italiener unterwegs. Vor drei Wochen kamen sie in Scharen zur Wiesn über die Berge zu uns und jetzt zum Stadtrundlaufen. Lustig. Aber warum es in der Emilia Romagna ein Team Bademeister gibt, werde ich wohl nie erfahren.
Als der Mann/Papa zum zweiten und dritten Mal an uns vorbeikommt und wir ihn angemessen angeschrien haben, steigen wir wieder auf die Räder. Diesmal können wir an der Laufstrecke entlang fahren. Leider haben wir am Anfang zu lange gezögert und so ist der Abstand zum laufenden Mann/Papa schon recht groß. Als ich denke, dass wir ihn fast eingeholt haben könnten, kommt die Meldung vom Sohn, dass er mal muss. Na toll.
Wir erledigen also das und machen uns dann in eigener Geschwindigkeit auf zum Olympiazentrum, wo im Stadion das Ziel ist.
Bis der Anruf vom Mann/Papa kommt, feuern wir noch eine Weile die LäuferInnen an. Viele sind dankbar. Manche laufen im Tunnel, wieder andere tun gelangweilt. Aber ich glaube, alle sind stolz und froh, dass sie es geschafft haben. Marathon oder Halbmarathon oder zehn Kilometer. Der Mann/Papa auch. Er ist 86. von fast fünfhundert in seiner Altersklasse geworden. Herzlichen Glückwunsch!

Ein warmer Gruß

 Immer wieder erreichen mich Hilfeschreie aus der arktischen Heimat. Seid versichert, dass ihr mir sehr leid tut. Winter im August ist nicht schön. Deshalb hier ein Foto von gestern Abend halb zwölf, aufgenommenen nach einem Fünf-Kilometer-Lauf am Strand. So ist mir noch nie das Wasser heruntergelaufen. Vielleicht noch in der Sauna mal.
Diesmal habe ich den langen Strand in Angriff genommen. Endlos lang, links der beleuchtete Paseo Maritim, rechts das Meer. Dazwischen Läufer, Angler und Leute mit Metalldetektoren. Muss sich wohl lohnen, denn sonst wären es nicht so viele gewesen.
Es wurde tatsächlich wieder mal eine ganz passable Zeit, was wohl daran lag, dass ich mich von einem Intervalltraining von Endomondo habe antreiben lassen.
Also, liebe MitleserInnen. Erfreut euch an den Bilder und denkt: zuviel Hitze ist auch nicht schön.

Saturday night live

Heute muss der Midnight Run leider ausfallen. Nicht dass ich nicht gewollt hätte. Die zeitlichen wie motivationsmäßigen Voraussetzungen waren hervorragend.
Es ist nur so, dass mein Strandabschnitt leider besetzt ist. Einheimische in großer Zahl verbringen dort ihren Samstag Abend.
Große Gruppen haben sich häuslich eingerichtet. Mit Schutzwänden aus Laken zwischen den Sonnenschirmen, die früher am Abend gegen die untergehende Sonne gerichtet waren und jetzt den stürmischen Levante abhalten sollen.

Kinder toben herum,  die Frauen werkeln mit Essen in der mobilen Küche, und die Alten sitzen im Klappstuhl und bewundern die rudimentären Flamenco-Künste einer Enkelin.
Abgesehen davon, dass es mir einfach zu voll war, hätte ich mich auch wirklich fehl am Platz gefühlt.
So muss ich halt die drei Stunden Stadtbummel als Sport of the Day verbuchen. War auch anstrengend.