Archiv der Kategorie: Deutschland

Diverse (Kurz-)Reisen immer mal wieder und in verschiedene Ecken.

Zwei Touren an einem Tag

Von Schaffhausen nach Albbruck und von Basel nach Neuenburg

Tag zwei fängt gut an. Geschlafen wie ein Stein, trotz Mehrbettzimmer und lautstarker Maturafeier im Schlosshof bis nach drei Uhr. Frische Luft macht wohl müde. Bis ich gefrühstückt, mein Zeug zusammengekruschelt und die Kette geölt habe, ist es fast zehn. Ich verbringe die Zeit bis Punkt zehn mit der Bewunderung des Rheinfalls und mache mich dann auf den Weg nach oben. Weil ich werde den Rhein heute ein bisschen allein lassen und mich über den Klettgau ihm von Norden wieder nähern. Ich verspreche mir davon weniger aufgeweichte, kettenkillende Sandwege und überhaupt, wer war schon mal im Klettgau? Vielleicht ist es ja schön.
Also nach oben über die Berge. Eine kleine Wanderung, denn diese Steigungen kann ich nicht fahren, nicht mit dem Gepäck, nicht am Morgen und, wenn ich ehrlich bin, auch sonst nicht. Oben angekommen, geht es nach unten. Langsam aber stetig, auf super Wegen, erstklassig ausgeschildert, einfach nur schön. Und: die Sonne scheint zwischendurch sogar auch.
Vor Waldshut-Tiengen treffe ich auf die Wutach, die sich vom Schwarzwald herunter wütet. Sehr voll, sehr laut und schnell. Ich folge ihr zu ihrer Mündung. Vorbei an Tiengen, was gerade einen Pferdeevent hatte. Ich stelle wieder fest, dass diese Tiere nicht so meins sind. Ich hatte auch nie Wendy-Fotos an den Wänden. Ich schwör!

Zwei Touren an einem Tag weiterlesen

Der Besuch bei der alten Dahme

Schon wieder Berlin? Ich weiß, war ganz schön oft in der letzten Zeit. Diesmal bin ich im Auftrag (und auf Kosten) des Arbeitgebers hier. Ich darf mich auf einer Tagung meines Berufsverbandes fortbilden. Mach ich natürlich auch gerne und gewissenhaft. Und nach einem Tag voll mit viel Interessantem brauche ich ein bisschen Ausgleich. In weiser Voraussicht meldete ich mich schon vor Tagen bei Call a Bike an. Den ganzen Tag war das Wetter einigermaßen greislich und feucht, aber pünktlich mit Ende des letzten Vortrags kommt die Sonne raus. Ich also schnell ins Zimmer, umziehen, frisch geladenes Handy einpacken und los.
Das Call a Bike zu entsperren ist eine Sache von Sekunden und  schon geht´s los in den schönsten Neuköllner Feierabendverkehr. Ich ziele auf die Spree und hoffe an ihr entlang nach Köpenick zu gelangen, weil auf Innenstadt habe ich keine Lust.

Sonnenuntergang an der Spree
Sonnenuntergang an der Spree

image

Der Besuch bei der alten Dahme weiterlesen

Neue Wasserwege

Irgendwie kommt immer alles anders als wie man denken tut. Den März hatte ich mir ja vorgestellt hauptsächlich auf dem Rad. Kilometerüben, Rücken trainieren, zwischendurch ein wenig Krafttraining und auch mal den einen oder anderen Kilometer schwimmen. Tja, dachte ich, wie gesagt, dachte ich. Jetzt ist der März vorbei und nix war’s. Der März bestand aus außergewöhnlich viel Arbeit, durchsetzt mit insgesamt zwei ordentlichen Erkältungen mit entsprechender Rekonvaleszenz und einer Reise nach Berlin. Neue Wasserwege weiterlesen

Packliste und Packkiste

Diese Packliste war ein laufendes Projekt für meine Flüsse-Radtour in 2016. Inzwischen hat sie sich schon mehrfach bewährt, weil ich nicht mehr groß nachdenken muss, was alles mit muss.

Für Rückmeldungen, Tipps etc. bin ich dankbar. Neben dieser virtuellen Liste habe ich auch noch eine Packkiste, in die ich schon mal Zeug reinwerfe, was ich bis dahin nicht brauchen werde. Sie wird täglich voller.

Bike-Material
  • Giant Anyroad 2, mit Sonderausstattung: Gepäckträger und Schutzblechen
  • Ortlieb Backroller Plus Hinterradtaschen in Grün
  • Evtl. Ortliebsack für hinten drauf und/oder Spannnetz, zeigt sich dann bei der ersten Packprobe
  • Lenkertasche ist dran , wird schwierig, weil das Giant Anyroad so voll um den Lenker herum ist
  • Evtl. Satteltäschchen für Werkzeug (ist jetzt in der Lenkertasche)
  • Licht vorne
  • Luftpumpe, Werkzeug, Ersatzschlauch, Expander
  • Halterung für meine FinePix
  • Fahrradschloss
  • Gummihandschuhe für Pannen, damit ich mir die Finger nicht schmutzig machen muss, und ein Lappen, wenn das Bike zu schmutzig ist

Packliste und Packkiste weiterlesen

Abseits ins Mittelalter

Ein Wochenende auf der Straße: Der Sohn muss von seiner Landverschickung in der Rhön abgeholt werden, denn die Ferien sind vorbei. Ich fahre mit dem Auto, weil ich auf dem Rückweg Äpfel und Apfelmost in größeren Mengen mitnehmen soll. Auch noch ein letztes Eimerchen Honig, das entstand, bevor der Schwiegervater seine Imkerei abgab. Wir werden ihn mit ausreichend Andacht verzehren, den Honig.

Sommer am See im November
Sommer am See im November

Auf jeden Fall langweilt mich der Gedanke an die 350 Kilometer, die ich schon so oft gefahren bin. Ich suche nach Abwechslung und beschließe einen kleinen Abstecher zu machen: Wolframs-Eschenbach. Im Kreis Ansbach in Franken. Irgendwie ist mir dieser Name in den letzten Tagen in den Kopf gepoppt und lässt mich nicht mehr los. Wir waren vor vielen Jahren schon mal da und ich will meine Erinnerung auffrischen.

Gegenlichtaufnahmen: Altes Rathaus
Gegenlichtaufnahmen: Altes Rathaus

Wolframs-Eschenbach hieß die meisten seiner Jahre nur Eschenbach. Seit dem dreizehnten Jahrhundert mit Stadtrechten versehen, gibt es den Ort natürlich schon ein gutes Stück länger. Vor gut hundert Jahren haben die Stadtoberen beschlossen, dass ihr Eschenbach das Eschenbach von Wolfram von Eschenbach sei. Konnte keiner was dagegen sagen, weil keiner genau weiß, wo Wolfram her ist, und er selbst hat sich auch nicht dazu geäußert. Abseits ins Mittelalter weiterlesen

Andere Städte, andere Räder

Hamburg ist die nächste Station unseres diesjährigen Urlaubs. Neben dem touristischen Pflichtprogramm betreibe ich soziokulturelle Studien. Einfacher ausgedrückt: mir fällt auf, dass es hier andere Fahrräder gibt als bei uns. Erster Eindruck: Viel mehr Alltagsrennradler und – innen. Das finde ich bemerkenswert, weil die Straßen und Wege das nicht unbedingt nahe legen. Auf der anderen Seite gibt es in Hamburg seit zwanzig Jahren ein großes Radrennen, in München versuchen sie seit Jahren vergeblich was zu organisieren.
Zweitens gibt es quasi keine Mountainbikes. Die wenigen, die ich sehe, sind auf bayerischen Autos oder in der Nähe touristischer Attraktionen festgemacht.
Drittens sind sie hier recht genügsam, was die Lenkerbreite angeht. Während ich in München schon so breite Lenker gesehen habe, dass ich dachte, wir passen nicht aneinander vorbei auf den Radweg, gibt es hier Lenker, die so schmal sind, dass die Daumen sich fast in der Mitte berühren. Wird gerne von jungen Männern mit Vollbart und Haarknoten gefahren, manchmal auch an Fixies.
Ansonsten sind viele Gemütlich-Commuter mit Holland- und ähnlichen Rädern unterwegs. Andere Städte, andere Räder weiterlesen

Auf neuen Trails

So, nachdem Tourberichte ja nicht mehr so gewünscht sind …

Nein, halt, das hat keine gesagt, …

Ja, schon gut. Du hältst dich jetzt erstmal wieder eine Weile zurück. OK. Also nochmal und diesmal ehrlich: In der letzten Zeit gab es wenig zu berichten, weil Touren und anderer Sport rar waren. Einfach zu viel Hitze und zu wenig Lust. Eine Runde im Erdinger Land, aber auch mehr aus Pflichtbewusstsein, denn vor einiger Zeit habe ich bei Facebook irgendwem, wahrscheinlich mir, versprochen am 26. Juli hundert Kilometer Rad zu fahren. Immerhin siebzig habe ich geschafft. Kam auch unserem Team von Stadtradeln.de zugute. Ich habe in der Arbeit ein Team für diese Klimaradelaktion auf die Räder gestellt. An die dreißig KollegInnen haben in drei Wochen ganz knapp 10.000 Kilometer zusammengeradelt. Das war ordentlich und hat uns einen der vorderen Plätze eingebracht. Gegen die 1200 Postler der Stadt kamen wir aber nicht an. Auf neuen Trails weiterlesen

Jahresendgrüße

Jahresendabschlussreise durch Deutschland. Mit dem Ziel, möglichst viel und möglichst verschiedenen deutschen Schnee zu besichtigen. Angefangen in der Rhön, in der Natur, wo Schnee eigentlich am schönsten ist. Dann weiter nach Frankfurt, garniert mit einer Portion Sonne. Und jetzt in der Hauptstadt im Gestöber. Auch ein Erlebnis. Silvester am Brandenburger Tor sparen wir uns, die Generalprobe heute hat uns schon einen schönen Eindruck gegeben.

Posten mit dem Handy ist kein Spaß, daher mache ich es kurz und bedanke ich mich jetzt und hier bei allen LeserInnen fürs Mitlesen und Kommentieren. Und ich freue mich auf ein neues Jahr voll sportlicher Vorsätze.

Tapetenwechsel

 Sommerabschluss, der Vierte. Nach einigen Getrennt-Urlauben in der letzten Zeit haben der Mann und ich uns ein Gemeinsam-Wochenende verordnet. Der Sohn lässt sich freundlicherweise bei der Oma in der Rhön abstellen, und der Mann und ich reisen weiter gen Norden. Nach Osthessen ins Zwischenland. Zwischen Rhön und Vogelsberg, zwischen Lauterbach und Fulda. Nach Bad Salzschlirf. Wegen des lustigen Ortsnamens natürlich. Im örtlichen Wellness-Hotel haben wir ein Schnell-Entspannt-Wochenende gebucht mit allerlei Massage- und Gutsein-Schnickschnack. Und Begrüßungsdrink.

Voller Enthusiasmus packe ich auch lauter Sportklamotten ein. Weil es gibt ja auch mindestens ein Schwimmbad. Zwölf Meter nur, aber ich stelle mir vor, dass man da schon schwimmen kann. Mit vielen Wenden halt.
Leider führt die Realität diese Vorstellung ganz schnell ad absurdum und ich sehe ein: Schwimmen in einem zwölf-Meter Wellness-Becken geht gar nicht. Als sich diese Erkenntnis gesetzt hat, ergebe ich mich der Passivwellness. War nicht weiter schwer.
Am Samstag beschließen wir allerdings eine Outdoor-Aktivität, weil das Wetter viel zu gut für Indoor ist, auch wenn es sich um präventiv-gesunde Solebäder handelt. Im Ort gehen wir einfach mal irgendwelchen hingemalten Zeichen hinterher und landen auf einem wunderbaren Rundweg. Durch sonnendurchflutete Wiesen und lichte Wälder. Mit grandiosen Blicken in die Landschaft. Vorbei an einem hohen Stück Mauer mitten im Feld, das vor neunhundert Jahren als Teil einer Burg erbaut und seit mehr als achthundert Jahren als Ruine herumsteht. Hartes Schicksal.
Auf dem ganzen Weg ist uns nicht einmal jemand begegnet. Nur ein paar Reiter am Horizont. Wir haben den Verdacht, dass dieser Teil von Osthessen eigentlich unbewohnt ist und nur von Kurgästen bevölkert wird, die sich aber hauptsächlich liegend im Moor- oder Solebad aufhalten.
Der Mann legt mit seinen Camino-trainierten Beinen ein gutes Tempo vor und ich versuche mitzuhalten. Auf der Ebene mit Wanderstöcken komme ich gut mit, aber sobald es ein wenig bergauf geht, ist mein Puls wieder durch die Decke. Langsam finde ich das wirklich bedenklich und nehme mir vor, endlich doch mal zum Doc deswegen zu gehen. Und wenn er mir nur sagt, dass ich abnehmen soll, ist das auch eine Diagnose.
Am Ende meldet die Garmin dreizehn Kilometer in drei Stunden. Leider habe ich unterwegs unsachkundig mit dem  Teil rumgespielt. Das heißt, ich habe unterwegs mal von Gehen auf Radfahren umgestellt, weil ich nicht gut im Kopfrechnen bin und mir von der Uhr die Umrechnung von min/km auf km/h abnehmen lassen wollte. Das ging ganz gut. Auch das Zurückstellen. Allerdings ist dieses Training jetzt als Multisport-Training bei Garmin Connect gespeichert und lässt sich von dort nicht als GPX- oder TCX-Datei herunterladen. Das brauche ich aber, um das Training wieder bei Endomondo zu importieren. Theoretisch kann Endomondo auch direkt von der Garmin Workouts auslesen. Praktisch hat das schon länger nicht mehr funktioniert. Schade eigentlich. So muss ich die FIT-Datei bei gpsies.de in GPX konvertieren (TCX funktioniert nicht) und in Endomondo importieren. Und schwupps sehe ich, dass wir tatsächlich fast fünfzehn Kilometer in vier Stunden geschafft haben. Die Herzfrequenzrate ist dabei auf der Strecke geblieben. Nicht schade drum.

Berlin Marathon

Das Einheitswochenende verbringen der Sohn und ich in der Hauptstadt. Vollkommen unsportlich und eher gemütlich lassen wir die Stadt auf uns wirken. Trotzdem kommt einiges an Kilometern zusammen, was wir so ablatschen. Und das untertourige Laufen ist ja eh anstrengend. Sozusagen unser persönlicher Berlin Marathon.

Den echten am letzten Wochenende ist ein Bekannter von mir mitgelaufen. Fünfzig oder knapp darüber, ich kenne ihn nur mit Übergewicht und als Raucher. Jetzt macht er den Marathon in viereinhalb Stunden. Unglaublich.